Wer zum Launch am 6. Juni 2023 mit Diablo 4 anfängt oder schon seit dem Early-Access-Release fleißig spielt, der darf einen Fehler keinesfalls machen.
Okay, okay, der darf zwei Fehler keinesfalls machen, denn die Upgrade-Vorschau beim Schmied solltet ihr ebenfalls ganz genau studieren, wie wir euch kürzlich erst erklärt haben. Aber in meinen Augen noch wichtiger, weil fundamentaler, ist der Tipp dazu, wie ihr Diablo 4 am besten spielt.
Dabei geht's nicht um die stärkste Klasse oder sonst einen Build-Guide. Ihr müsst nur einfach begreifen, dass eure übliche Vorgehensweise in anderen Open-World-Spielen bei Diablo 4 euren Spielspaß negativ beeinflusst.
Diablo 4 auf 100 Prozent: Eine Unglücksformel
Mit seiner Open World fühlt sich Diablo 4 oftmals wie ein richtiges Rollenspiel an, ein großer Abenteuerspielplatz voller Quests und Nebenaktivitäten. Hierin liegt die Gefahr für Spieler, die es gewohnt sind, in solchen Welten als erstes möglichst viele optionale Aufgaben abzuhaken.
Man gerät als wahrer Completionist und 100-Prozent-Spieler nämlich leicht in die Falle, vor dem Verlassen einer Region beziehungsweise eines Aktes alles abhaken zu wollen: jeden Dungeon, jede Nebenquest, jede Lilith-Statue. Doch das ist ein Fehler!
So levelt man zwar einerseits sehr schnell, andererseits bleibt man aber auch unglaublich lange in der gleichen Umgebung hängen. Auf diese Weise werden euch Schneefelder, Sandwüste oder Sumpf nicht nur optisch irgendwann fad. Ihr lauft auch Gefahr, dass die Kämpfe keinen Spaß mehr machen.
Ungleichgewicht zwischen XP und Items
Zwar werdet ihr durch das Plus an Erfahrungspunkten schon bald ein sehr hohes Level in Relation zu eurem geringen Fortschritt in der Hauptgeschichte haben, allerdings hört Diablo 4 irgendwann damit auf, euch hochwertige neue Items vor die Füße zu werfen, wenn ihr euch lange Zeit nicht aus einer Region herausbewegt.
Das Resultat: Euer Gear Score bleibt hinter den (mit eurer Charakterstufe mitlevelnden) Gegnern zurück und Kämpfe beginnen, sich zäh und gleichförmig anzufühlen. Der Fehler liegt darin, zu glauben, das Aufleveln würde genügen, um seinen Charakter zu verbessern.
Klage gegen Activision Blizzard
Activision Blizzard sieht sich aktuell einer Klage wegen Sexismus und ungleicher Behandlung von weiblichen Mitarbeitern ausgesetzt. Falls die Missstände für eure Kaufentscheidung eine Rolle spielen, haben wir für euch alle Infos zur Sexismus-Klage in einem ausführlichen Artikel zusammengefasst. Unsere Haltung und Konsequenzen zu den Vorgängen könnt ihr in einem Leitartikel zum Blizzard-Skandal von GameStar-Chefredakteur Heiko Klinge nachlesen.
Viele Spieler, die davon berichten, dass sie trotz zunehmender Spielzeit immer die gleiche Anzahl an Schlägen benötigen, um Gegner zu besiegen und sich so kein Machtgefühl einstellt, dürften genau diesem Irrtum aufgelegen sein.
Denn wie ich im Testvideo erläutere, ist das Gameplay von Diablo 4 eigentlich ja seine große Stärke, wenn Monster unter euren Angriffen gleich im Dutzend zerplatzen:
9:54
So gut wie mit Diablo 4 war Blizzard seit Jahren nicht mehr - Testvideo
Guide: So habt ihr mehr Spaß mit Diablo 4
Meine Tipps für mehr Spielspaß dürften auf den ersten Blick seltsam wirken, werden euch im Endeffekt aber viel Ärger ersparen.
- Lasst die Hauptquest nicht zu lange liegen, sondern nutzt sie als Ansporn, um in neue Gebiete vorzustoßen, sobald ihr die Map in der direkten Umgebung aufgedeckt habt.
- Ignoriert die Dungeons und Strongholds größtenteils, am besten bis nach Ende der Story. Erledigt allenfalls solche Kerker, die euch für euren Build und eure Klasse wichtige Aspekte liefern. Wie schon Kollege André Baumgärtner in seinen Experten-Tipps bei GameStar Plus schreibt: »Zum einen gibt es [...] häufig Neben- oder Klassenquests, die euch sowieso hineinführen (die Vergessenen Archive schalten etwa die Verzauberungsslots bei Zauberern frei). Zum anderen werdet ihr nach Abschluss der Story mit den Totengeflüster- und Albtraumversionen der bestehenden Dungeons vertraut gemacht und habt ab diesem Zeitpunkt deutlich größere Erfahrungs- und Beute-Anreize, hineinzugehen.«
- Versucht, relativ zügig bis Akt 4 fortzuschreiten, wo ihr endlich das Pferd freischaltet. Mit dem Reittier sind die langen Laufwege in der Open World nicht mehr so ermüdend.
- Erledigt beim Regionsfortschritt allenfalls die Aufgaben bis zum Abschluss von Stufe 2 (+1 Trankkapazität) und hebt euch den Rest für das Endgame auf. Dank des automatischen Mitlevelns der Monster verliert die Open World nicht zwangsweise an Relevanz nach dem Ende der Hauptgeschichte.
Mehr Hilfestellungen liefern euch meine Kollegen:
Letztendlich ist das alles natürlich nur eine Empfehlung, die von Herzen kommt und meiner Meinung nach verhindert, dass ihr die Lust an Diablo 4 verliert. Die Open World und der Spielspaß stehen hier in klarem Gegensatz zueinander und das ist etwas, das man Entwickler Blizzard durchaus ankreiden kann.
Es gehört aber auch zur Wahrheit, dass Diablo 4 so designt ist, dass ihr eben nicht alle Nebenaufgaben vor der Hauptstory abschließen und die Regionen komplett eine nach der anderen »säubern« sollt.
Ihr solltet stattdessen die Live-Service-Natur des Action-Rollenspiels akzeptieren und euch genug von den unzähligen Inhalten fürs Endgame aufsparen, wo sie weiterhin relevant bleiben und teils sogar noch lohnenswerter sind als zuvor.

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