Diablo 4: Items werden weniger wichtig, Jagd soll dennoch motivieren

Blizzard erklärt in einem Blogeintrag wohl eines der wichtigsten Systeme eines Rollenspiels: Die Items, und wie sie sich auf euren Helden auswirken.

von Mathias Dietrich,
16.12.2020 08:35 Uhr

Auch in Diablo 4 werdet ihr sehr viele Items finden. Auch in Diablo 4 werdet ihr sehr viele Items finden.

Die Itemjagd ist einer der wichtigsten Aspekte eines Action-Rollenspiels. Diablo 4 will jedoch neue Wege gehen, um sich von seinem Vorgänger abzuheben: Skills und Attribute sollen eure letztendliche Stärke bestimmen und nicht nur eure Ausrüstung. Da stellt sich die Frage, wieso ihr euch in dem Titel überhaupt auf die Jagd nach Gegenständen begeben sollt? Blizzard liefert jetzt eine Antwort.

Die Idee hinter dem neuen System

Blizzard verfolgt mit dem neuen System drei Kernideen um sicherzugehen, dass es sehr viele spielerisch nützliche Möglichkeiten gibt, einen Build zu erstellen. Selbst nach vielen Jahren sollt ihr noch neue Kombinationen entdecken können. Bei den Punkten handelt es sich um:

  1. Die Identität einer Klasse soll gestärkt werden.
  2. Items sollen zur Anpassung einer Klasse existieren, diese aber nicht definieren.
  3. Die Komplexität des Systems soll zwischen den Systemen von Diablo 2 und Diablo 3 liegen.

Wehret den Anfängen: Der erste Schritt, das zu ermöglichen, ist ein neues Skillsystem, das der Entwickler bereits im Herbst vorstellte. Jetzt will man jedoch noch weitergehen und sich auf die klassischen Rollenspielaspekte der Serie stützen. Es soll das Gefühl vermittelt werden, dass man wirklich einen Barbar, Zauberer oder Druiden spielt.

In seiner Kolumne erklärt Kollege Peter übrigens, wieso es ein Risiko für Blizzard ist, mit Diablo 4 auf seine alten Stärken zu setzen.

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Wie Diablo 4 zur Itemjagd verleitet

Wie für Rollenspiele üblich, stellt der Kampf gegen die meisten Gegner das Training eures Charakters dar. Ihr bekommt so Skillpunkte und verbessert Attribute. Ihr kreiert einen Helden. Ein Held wird jedoch nicht durch seine Ausrüstung definiert, sondern nutzt diese nur unterstützend.

Ein Vergleich: Luke Skywalker wurde in Star Wars erst durch sein Training mit Meister Yoda zu einem Jedi und nicht, weil Obi-Wan Kenobi ihm ein Lichtschwert gab. Beides in Kombination erlaubt es ihm jeodoch, irgendwann Blasterschüsse ablenken zu können. Und auch Din Djarin aus The Mandalorian hält dank seiner Beskar-Rüstung zwar mehr aus, sie macht ihn aber nicht zu dem effektiven Kämpfer, der er schon ist. Diablo 4 zu spielen soll eine ähnliche Reise darstellen und ein vergleichbares Gefühl vermitteln.

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Gelbe Items sind nicht nur Bonus-Geld

Genre-typische Grundlagen: Blizzard hebt hervor, dass man sich dafür erst einmal an dem aus vielen anderen Spielen bekannten System orientieren will. Das heißt, dass jede Waffe Vor- und Nachteile bieten soll. Eine Einhandwaffe erlaubt euch so etwa, nicht nur schneller zuzuschlagen, sondern ebenso flink eure Position zu ändern. Eine Zweihandwaffe hingegen teilt mehr Schaden aus, ist dafür aber langsamer.

Alle Items sollen nützlich sein: Die Besonderheiten beginnen bei der Seltenheit. Während gerade in Diablo 3 uralte Gegenstände viel zu mächtig waren und deswegen auch aus Diablo 4 entfernt wurden, sollen dieses mal selbst blaue oder gelbe Items noch einen Sinn haben. Dafür erhalten die im Endgame einfach eine höhere Anzahl möglicher Affixe - also etwa Boni auf Attribute und Schaden.

Gelb ist fast legendär: Legendäre Ausrüstung soll sich schließlich nur in einem Aspekt von gelben unterscheiden. Beide werden die gleiche Menge an Affixen besitzen, jedoch wird bei ersteren eines durch einen legendären Effekt ersetzt. Der wird ebenfalls zufällig ausgewürfelt.

Rollenspiele haben es mit ihrem Gameplay durchaus schwer und viele scheitern selbst im Jahr 2020 noch an den grundlegenden Mechaniken. In einem Plus-Report analysiert Peter Bathge das Problem genauer.

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Comeback von einzigartigen Gegenständen

Die mythische Ausrüstung aus Diablo 3 gehört der Vergangenheit an. Denn allein durch die Existenz dieser Itemstufe wurden alle unter ihnen nutzlos. Stattdessen gibt es wieder die aus Diablo 2 bekannten einzigartigen Items. Deren Besonderheiten sind:

  • Sie besitzen ein komplett einzigartiges Design mit einer bestimmten Thematik
  • Ihre Affixe sind vorbestimmt und nicht zufällig
  • Sie bieten häufig klassenspezifische Fähigkeiten

Im Blog selbst zeigt der Entwickler zudem bereits drei Exemplare dieses besonderen Loots, sowie deren spezielle Effekte:

  • Kilt of the Plaguebringer: Giftangriffe richten keinen Schaden über Zeit mehr an. Stattdessen richten sie nach Ablauf ihrer Zeit einmal 127 Prozent ihres Gesamtschadens an.
  • Stormwalkers Cudgel: Wenn euer Hurricane Schaden anrichtet habt ihr eine Chance, automatisch einen Tornado zu zaubern.
  • Mad Wolf's Glee: Vergiftete Gegner die ihr mit Lacerate oder Thrash trefft, richten 25 Prozent des verbleibenden Schadens an allen Feinden in der Umgebung an.

Mehr zu Diablo 4: Falls ihr schon jetzt alles Wissenswerte zu Diablo 4 in Erfahrung bringen wollt, haben wir in den folgenden Artikeln die wichtigsten Infos für euch gesammelt. Schaut rein!

Story: Diablo 4 nur das erste Kapitel der neuen Story, Lilith nicht der einzige Bösewicht
Skillsystem: Diablo 4 hört auf die Fans und ändert das Skillsystem komplett
Multiplayer: Alle Infos zu Koop, PvP und der Shared World

Release steht in den Sternen

Nach wie vor gibt es noch kein genaues Datum für Diablo 4, wann ihr mit der neuen Item-Hatz beginnen könnt. Auch einen Release-Zeitraum gab Blizzard bisher noch nicht bekannt, weswegen es sich bei sämtlichen Angaben derzeit um Mutmaßungen handelt.

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