Die Stimmung im offiziellen Subreddit von Diablo 4 hat sich spürbar gewandelt. Seit dem Release von Blizzards Action-Rollenspiel im Jahr 2023 dominierten dort kritische Stimmen, die das Beutesystem oder den zähen Spielfortschritt bemängelten.
Seit dem Release von Season 11 und der neuen Paladin herrscht dort jedoch eine ungewohnte Einigkeit darüber, dass sich das Action-Rollenspiel in seiner bisher besten Verfassung befindet. Viele Spieler sehen den Titel an einem Wendepunkt, der ihn für Rückkehrer und Neueinsteiger gleichermaßen attraktiv macht.
In Diablo 4 weht ein frischer Wind
Der Reddit-User BrickTight hat über Weihnachten die jüngste Diskussion zum Wandel des Spiels angestoßen. Mit über 1.000 Upvotes und mehr als 260 Antworten ist sein Thread gerade eines der meisten diskutierten Themen im Forum. BrickTight schreibt:
»Das Spiel ist jetzt hundertmal unterhaltsamer, besonders für Solospieler oder für Leute, die vielleicht nicht viel Zeit haben, um Tausende von Stunden zu investieren, während es trotzdem diejenigen belohnt, die die Zeit investieren.«
Saisonale Updates und die Überarbeitung der Höllenflut hätten den Spielfluss deutlich beschleunigt. Das Spiel fühle sich heute weniger nach Arbeit und mehr nach Belohnung an.
In den Kommentaren stimmen viele User zu. Besonders die Paladin-Klasse sorgt bei den Spielern für Begeisterung und ein starkes Gefühl der Überlegenheit. AtheonJr erklärt seine Faszination: »Der Paladin hat das Spiel für mich verändert. [...] sobald ich den Paladin in die Finger bekam, fühlte ich mich wie ein Engel aus dem Himmel, der gekommen ist, um die Dämonen zu verbrennen. In der Richter-Form sterben sie allein durch eure Aura und ihr braucht nicht einmal Basisangriffe.« Wir haben das für im Video festgehalten:
2:36
Diablo 4: Dieser Albtraum-Dungeon droppt so viel Loot, dass wir länger looten als kämpfen
Diese Art der Machtfantasie motiviert derzeit viele dazu, mehr Zeit in die aktuelle Saison zu investieren. Allerdings gibt es auch die ein oder andere kritische Stimme, die das aktuelle Ungleichgewicht der Klassen zu bedenken gibt. So hat der Paladin im Pit Leaderboard, einer Art Endgame-Rangliste, zurzeit deutliche Vorteile gegenüber allen anderen Charakteren. Entsprechend fragt sich so mancher, ob der aktuelle Motivationsschub tatsächlich langfristig anhält oder wie bei vergangenen Seasons nach ein paar Tagen wieder die Luft raus ist.
Die neue Itemization macht den Unterschied
Das System der Heiligung sowie das verbesserte Härten der Ausrüstung (Tempering) gehören zu den Änderungen von Diablo 4 Season 11, die auf die größte Zustimmung stoßen.
Spieler sind nicht mehr nur auf pures Glück angewiesen, sondern können ihren Charakter durch Items gezielt perfektionieren, wobei trotzdem ein gewisser Zufallsfaktor mitschwingt. Doch dieser Fortschritt hat eine Kehrseite: Für erfahrene Spieler ist der Schwierigkeitsgrad mittlerweile zu stark gesunken. RadiumPwd merkt dazu kritisch an:
»Es gibt einfach nirgendwo Widerstand. Ihr springt innerhalb weniger Stunden in Qual 4, zwei weitere und ihr löscht bereits alles auf dem Bildschirm aus. [...] wenn die Machtfantasie ohne jeglichen Kampf kommt, fühlt sie sich nicht mehr belohnend an.«
Auch Jakabov findet deutliche Worte zur Beuteschwemme und meint, dass die Menge an Items, die auf euch geworfen wird, schlichtweg lächerlich sei. Nichts fühle sich mehr wirklich selten oder besonders wertvoll an.
Diablo 4 vs. Path of Exile 2
Im direkten Vergleich mit Path of Exile 2 schätzen viele Diablo-Spieler im Subreddit die Unkompliziertheit des Blizzard-Titels. Airsoft_Daniel betont, dass Diablo 4 euch direkt in das Endspiel springen lässt, während die Konkurrenz relevante Inhalte hinter einer langen Kampagne versteckt.
Mit der Erweiterung Lord of Hatred blicken viele optimistisch nach vorn. Besonders gefragte Funktionen wie ein Beutefilter sollen das Spielerlebnis weiter abrunden. User thewedding_singer hofft, dass dadurch jeder Fund im späten Spiel wieder an Bedeutung gewinnt. Und der ursprüngliche Kommentator BrickTight zeigt sich zufrieden:
»Mit der Erhöhung der Stufenobergrenze, der zweiten neuen Klasse, den Aktualisierungen des Talentbaums und dem Angeln, die in der nächsten Erweiterung hinzukommen, kann man mit Sicherheit sagen, dass Diablo 4 sich seit seiner Veröffentlichung mehr als rehabilitiert hat.«
Diablo 4 hat sich zu einem sehr zugänglichen Paket entwickelt, das vor allem durch sein flüssiges Gameplay und die motivierenden Handwerkssysteme überzeugt. Wenn Blizzard es nun noch schafft, den Schwierigkeitsgrad für Profis wieder etwas anzuziehen, könnte der positive Trend langfristig anhalten.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.