Diablo: Inoffizielles Remaster macht Klassiker zum modernen Action-RPG

Seit Jahren ist mit Devilution ein Source-Port von Diablo in Entwicklung. Dank des Projekts spielt ihr den Klassiker mit Features wie Widescreen-Support.

von Mathias Dietrich,
19.04.2021 09:25 Uhr

DevilutionX hilft dabei, den Klassiker Diablo 1 auf aktuellen Systemen und sogar auf Smartphones zum Laufen zu bringen. DevilutionX hilft dabei, den Klassiker Diablo 1 auf aktuellen Systemen und sogar auf Smartphones zum Laufen zu bringen.

Letztes Update: 19. April 2021
Letzte Änderung: Infos zu Update 1.2.1 im Abschnitt »Was bringt DevilutionX« ergänzt

Im Jahr 2018 berichteten wir davon, wie ein Diablo-Fan mit Devilution in tausenden von Stunden Arbeit den Quellcode des Spiels neu zusammenbaute. Auf Basis dieser Daten erschuf der Macher ein weiteres Projekt namens DevilutionX.

Dabei handelt es sich um eine Art Remaster, das ihr bereits herunterladen könnt. Zum Spielen benötigt ihr aber eine Datei des Originals (dazu weiter unten mehr).

Wenn ihr Fans des ersten Teils seid und die Wartezeit bis zum Release des offiziellen Remasters für den zweiten Teil in Form von Diablo 2: Resurrected verkürzen wollt, ist DevilutionX eine echte Empfehlung wert. Was sich damit im Vergleich zum Original ändert und wie ihr es nutzt, verraten wir euch hier.

Wie spielt sich Diablo heute ohne Remaster? Das haben wir für GameStar Plus ausprobiert, das amüsante Ergebnis seht ihr im folgenden Video:

Diablo zum ersten Mal gespielt: Den Butcher sehen und sterben PLUS 23:24 Diablo zum ersten Mal gespielt: Den Butcher sehen und sterben

Was bringt DevilutionX?

DevilutionX zielt darauf ab, Diablo für moderne Systeme tauglich zu machen, indem man Funktionen wie Widescreen-Support, eine unbegrenzten Framerate, Controller-Unterstützung und mehr einbaut. Zudem behebt es zahlreiche Bugs der Original-Version des Action-Rollenspiels.

Die neueste Version 1.2.1 erschien Anfang April 2021. Sie fügt zahlreiche Features hinzu, die man in modernen Action-Rollenspielen kennen und lieben gelernt hat. Etwa Lebensbalken für die Monster oder eine Anzeige der eigenen Erfahrungspunkte. Auch könnt ihr euer Mana bei Adria in der Stadt auffüllen lassen und Gold automatisch aufsammeln.

Im technischen Bereich hat sich ebenfalls einiges getan. Die Menüs unterstützen jetzt Widescreen-Auflösungen und eure Soundeinstellungen gelten auch für Videos. Hinzu kommen eine ganze Reihe von Bugfixes und DevilutionX unterstützt jetzt Nintendo 3DS und die Playstation Vita.

Support für das Addon: Ebenfalls neu ist, dass DevilutionX die Inhalte des Addons Hellfire unterstützt. Dazu gehören etwa der Barde und der Barbar als neue Charaktere sowie zwei weitere Quests.

So spielt ihr das Fan Remaster

DevilutionX gibt es nicht nur für Windows-PCs, sondern auch für Linux, Mac die Nintendo Switch und gar Android Smartphones.

Voraussetzungen für DevilutionX:

  • Ladet DevilutionX für euer System von Github herunter
  • Die Android-Version gibt es im Google Play Store
  • Ihr benötigt die diadat.mpq von Diablo. Die findet ihr entweder auf der Original-CD oder wenn ihr das Spiel auf GOG kauft.
  • Verschiebt diese Datei in den Installationsordner von DevilutionX

Gibt es ähnliche Projekte?

Bei DevilutionX handelt es sich um einen so genannten Source Port. Mit diesen Unterfangen versuchen Fans, die Engine eines älteren Spiels nachzubauen oder eine neue zu entwickeln, die die Dateien des jeweiligen Titels verwenden kann.

Auf diese Art und Weise können sie nicht nur Bugs entfernen, sondern die Titel auch um neue Features erweitern und auf andere Systeme portieren. Auch bessere Mod-Unterstützung ist häufig ein Ziel entsprechender Unterfangen.

Beispiele für Source Ports:

  • OpenMW: Baut die Engine von Morrowind nach. Nutzt die Ressourcen moderner Systeme besser und hat auch eine komfortablere Mod-Unterstützung. Gibt es auch für Android.
  • OpenXcom: Ein SourcePort des originalen XCom Ufo Defense und Terror from the Deep. Behebt nicht nur Bugs, sondern schraubt auch am Balancing.
  • Revone: Will Star Wars: KOTOR und The Sith Lords modernisieren mit Features wie einem Multiplayer-Modus.
  • Daggerfall Unity: Ein Nachbau der Engine von The Elder Scrolls 2, mit dem die Originaldaten auf Basis der modernen Unity-Engine gespielt werden können. Beachtet dazu auch unseren Plus-Report:

Ist das legal? Da Source Ports keinerlei urheberrechtlich geschütztes Material verwenden oder gar verteilen, gibt es keine rechtlichen Schwierigkeiten mit ihnen. Deswegen benötigt ihr auch stets die Originaldateien der jeweiligen Titel, um einen entsprechenden Port nutzen zu können.

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