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Seite 7: Die besten und schlechtesten GTA-Alternativen der letzten 25 Jahre

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Mindseye 

Zum Abschluss müssen wir natürlich auch über den jüngsten Möchtegern-GTA-Killer sprechen, denn wow, war das eine Nummer! Auf dem Papier hatte Mindseye wirklich gute Chancen. Denn wer könnte Rockstar besser herausfordern als der Mann, der GTA zu dem gemacht hat, was es heute ist?

Leslie Benzies war über Jahre hinweg der Präsident von Rockstar North und eine der wichtigsten kreativen Kräfte hinter GTA 3 bis GTA 5. Nach einem hässlichen Rechtsstreit hatte er Rockstar allerdings verlassen und sein eigenes Studio gestartet: Build a Rocket Boy.

Und damit hatte er viel vor, denn Mindseye war ja eigentlich nur das Unterprojekt seiner Hauptidee. Eigentlich wollte Build a Rocket Boy nämlich eine neue Spiele-Meta-Plattform im Stil von Roblox namens Everywhere erschaffen. Darin sollte man eigene Spiele bauen und Mindseye sollte halt zeigen, was damit möglich wäre. Also genau das, womit man bei Investoren mit großen Gewinnversprechen sehr viel Startkapital abgreifen kann. 

Video starten 9:21 Mindseye im Test: Diese Open World ist einfach nur zum Glotzen

Wie so oft bei solchen Geschichten entpuppte sich Everywhere allerdings als Luftschloss und auch Mindseye konnte nicht überzeugen. Zum Release war das Open-World-Actionspiel nicht nur ziemlich verbuggt, sondern auch spielerisch durchwachsen. Etliche Patches und eine permanente Preissenkung später ist Mindseye zwar in einem besseren Zustand, aber es ist selbst mit zwei zugedrückten Augen nur ein mittelmäßiges Spiel, das seiner großen Vision in keiner Weise gerecht wird.

Die Chefs von Build a Rocket Boy sorgten aber trotzdem noch für zahlreiche Schlagzeilen, weil sie, statt Verantwortung für schlechtes Management zu übernehmen, immer wieder eine Verschwörung gegen ihr Spiel herbeireden wollten und sogar den eigenen Mitarbeiter Sabotage unterstellten.

Zwischenzeitlich wollten sie sogar Spionage-Software auf den Rechnern der Angestellten installieren. Die Spielerzahlen von Mindseye blieben derweil im homöopathischen Bereich, auch wenn immer wieder Märchen von deutlich steigenden Verkaufszahlen erzählt wurden.

Aber selbst an einem Kostenlos-Wochenende waren in der PC-Version auf Steam keine 400 Leute gleichzeitig in der Welt von Mindseye unterwegs. Ein echter Rohrkrepierer also und eine gute Lektion, dass hinter großen Namen wie GTA eben nicht nur einzelne Stars, sondern gewaltige Teams mit breit gefächertem Talent und riesige Budgets stehen. 

Warum niemand GTA besiegen konnte

Eine traurige Schlussnote also für unsere Liste der gescheiterten »GTA-Killer«. Aber warum hat es denn nun kein andere Studio je geschafft, Rockstar wirklich gefährlich zu werden?

Klar, manche haben es gar nicht bewusst versucht, sondern sich nur von GTA inspirieren lassen. Ich denke da vor allem an Hit and Run, Red Faction 3 oder LEGO City Undercover. Das sollten nie GTA-Killer werden.

Bei Watch Dogs und Saints Row sah die Sache anders aus, die Spiele stiegen mit der ganz klaren Ansage in den Ring, Rockstar ein Stück vom Open-World-Kuchen abzuluchsen. Doch am Ende sind sie gescheitert oder mussten sich anders ausrichten, um wenigstens zeitweise eine Koexistenz zu überleben.

Nun, warum wurde GTA nie besiegt? Die Antwort ist wahrscheinlich so unsexy wie wahr. Und sie lautet: Budget und Zeit. Rockstar Games arbeitet inzwischen soooo lange und mit soooo vielen Menschen an nur einem dieser Open-World-Spiele, die Kosten für GTA 6 gehen in die hunderte Millionen, könnten vielleicht sogar die Milliarden-Grenze überschreiten. Niemand sonst kann sich das leisten.

Video starten 12:55 Autos knacken, Geld verdienen, Überfälle: So funktioniert GTA 6!

Rockstar baut keine Kulissen für Missionen; sie bauen funktionierende Welten. Jede Mülltonne, jeder Radiosender, jeder NPC, der dir nach einem Rempler den Stinkefinger zeigt – all das basiert auf sehr viel Talent, sehr viel Geld und sehr viel Arbeitskraft.

So etwas wäre für jeden anderen Publisher ein unkalkulierbares finanzielles Risiko. Doch der Name GTA allein wird diese Kosten problemlos wieder einspielen. Und die Erfahrung mit GTA Online hat gezeigt, dass man danach noch lange weiter mit diesen Welten verdienen kann. Und zwar kräftig.

Aber auch das kostet. Ubisoft wollte Watch Dogs Legion nach dem Release noch mit einem Online-Modus in diese Richtung pushen, doch der war so überschaubar und unambitioniert, dass ihm schnell die Luft ausging. Aber wahrscheinlich war das zugleich auch alles, was mit dem Budget überhaupt möglich gewesen wäre.

Video starten 37:15 Friedhof der GTA-Killer: Den Artikel gibt's auch als Video

Für eine echte GTA-Online-Konkurrenz hätte es viel mehr Geld und Risiko-Bereitschaft gebraucht. Und ob es sich gelohnt hätte ... der Zug ist wahrscheinlich abgefahren, vor 15 Jahren wäre da vielleicht noch etwas gegangen, aber spätestens seit GTA 4 und GTA Online ist Rockstar den anderen Publishern einfach so weit voraus, dass es sich auch gar nicht mehr lohnt, einen vermeintlichen GTA-Killer ins Rennen zu schicken.

Wir sind jetzt an einem Punkt, an dem der einzige echte GTA-Killer von Rockstar selbst kommen könnte, nämlich ein schlechtes GTA. Und das halte ich für ziemlich unwahrscheinlich. GTA 6 wird sicher nicht jeden Geschmack treffen, aber dass das wirklich ein schlechtes Spiel werden könnte, halte ich für fast ausgeschlossen.

Das heißt aber natürlich nicht, dass bei diesen ganzen vermeintlichen GTA-Killern keine guten Spiele dabei waren, ich habe viele dieser Titel geliebt, ob es nun die von GTA-inspirierten waren, wie LEGO City oder auch die echten Konkurrenten wie Saints Row.

Ich hoffe, dass wir auch weiterhin Spiele bekommen, die sich nicht komplett von GTA einschüchtern lassen und uns alternative Open-World-Ansätze bieten, selbst wenn sie in eine ähnliche Richtung gehen, so etwas wie Watch Dogs, True Crime oder auch Driver.

Und vielleicht hilft es sogar, wenn diese Projekte dann mit dem glasklaren Bewusstsein entwickelt werden, dass man GTA nicht besiegen kann, sondern dass man den Spielern ein anderes, alternatives aber trotzdem spannendes Angebot machen muss.

Ich denke da an den geradlinigen Fokus von Mafia oder den Settingswechsel von Bully. Da geht doch was, oder? Wie seht ihr das? Welchen gescheiterten GTA-Konkurrenten weint ihr heute noch hinterher, wovon wollt ihr eine Fortsetzung sehen? Schreibt's uns in die Kommentare.

7 von 7



Kommentare(8)
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