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Die Overwatch League - Die große Wette

Seit Januar 2018 betreibt Blizzard eine E-Sport-Liga zu Overwatch komplett in Eigenregie. Das Konzept könnte Schule machen, wenn es Erfolg hat. Ob es jedoch dazu kommt, ist fragwürdig. Wir waren beim Startschuss vor Ort.

von Benjamin Braun,
30.01.2018 18:00 Uhr

Die Overwatch League ist eine millionenschwere Wette auf Blizzard, auf Overwatch und auf den E-Sport im Allgemeinen.Die Overwatch League ist eine millionenschwere Wette auf Blizzard, auf Overwatch und auf den E-Sport im Allgemeinen.

Frenetischer Jubel begrüßt die Gladiatoren, als sie die Arena betreten. Sie heißen nicht Müller, Reus und Neymar, sondern dhaK, babybay und SoOn. Es sind Profispieler von Los Angeles Valiant sowie San Francisco Shock, zwei von zwölf Teams, die am Nachmittag des 10. Januar 2018 eine mögliche Zäsur im E-Sport einläuten.

An jenem Tag beginnt die erste reguläre Saison der Overwatch League (OWL), und ja, sie ist etwas Besonderes. Anders als bei vergleichbaren E-Sport-Ligen wie etwa der League of Legends Championship Series betreibt der Entwickler Blizzard die OWL nämlich selbst, ohne Mithilfe eines externen Veranstalters wie der Electronic Sports League (ESL).

Dabei orientiert sich Blizzard bei der OWL an den Strukturen der nordamerikanischen Sportligen wie der NBA oder NFL. Darin wetteifern keine klassischen Vereine wie in der deutschen Fußball-Bundesliga, sondern Städteteams, die zumeist Unternehmen oder reichen Einzelpersonen gehören. Und diese haben sich die Teilnahme an der Liga kurzerhand erkauft- »Franchising« nennt sich das.

Entsprechend gibt es keine Auf- oder Abstiege, mitmachen darf, wer die Lizenzkohle hat. Berichten zufolge muss jeder Teambesitzer für die Starterlaubnis in der OWL einen zweistelligen Millionenbetrag an Blizzard überweisen - und erhofft sich nun entsprechende Gewinne. Die OWL ist eine millionenschwere Wette auf Blizzard, auf Overwatch, auf den E-Sport im Allgemeinen.

Im Match Im Match
In der Arena In der Arena

Bei der Partie zwischen Dallas Fuel und. Seoul Dynasty wird der Twitch-Stream seinen Tageshöchstwert von 437.000 gleichzeitigen Zuschauern erreichen. Wohl auch, weil bei Dallas der ohnehin schon bekannte Overwatch-Streamer Brandon »Seagull« Larned mitspielt.

Okay, könnte man sagen, wir sprechen ja schon eine ganze Weile davon, dass der E-Sport boomt. Bloß - warum soll er ausgerechnet bei Overwatch boomen? Weil der Team-Shooter rasant wächst, zuletzt vermeldete Blizzard im Oktober 2017 plattformübergreifend über 35 Millionen Käufer. Das kratzt an den knapp 39 Millionen Steam-Besitzern von Counter-Strike: Global Offensive.

Im ersten Jahr nach Release erwirtschaftete Blizzard mit Overwatch rund 1,2 Milliarden Dollar Umsatz, laut den Marktforschern von Superdata Reserach entspricht das dem kompletten (!) PC-Spielemarkt der USA im Jahr 2015 (ohne Free2Play-Titel).

Beeindruckende Zahlen, doch was versprechen sich der Publisher Activision Blizzard sowie die beteiligten Teams von der OWL? Kann die Liga trotz der bislang geringen Beteiligung von Teams außerhalb der USA Erfolg haben oder gar die Landschaft des E-Sports nachhaltig verändern? Zum Start der OWL konnten wir vor Ort mit Verantwortlichen und Spielern sprechen und uns vom Geschehen in und abseits der Blizzard-Arena selbst ein Bild machen.

Den Hauptdarstellern der Liga merken wir dabei nicht an, dass auf ihren Schultern ein gigantischer Investitionsdruck lastet. Als tiefenentspannt würde wohl Bundestrainer Joachim Löw den Zustand der Spieler von San Francisco Shock beschreiben. Entgegen des Teamnamens strahlen ihre Gesichter vor ihrem ersten OWL-Match Gelassenheit aus. Was sich die sechs E-Sportler kurz vor dem Start in der Blizzard-Arena zutuscheln, hören wir nicht. Aber sie haben stets ein Lächeln auf den Lippen, während sie sich die letzten Fettreste von den Händen wischen. Die Maus soll auf dem Weg zum ersten Sieg schließlich rutschfest in der Hand liegen.

Die Blizzard-Arena ist in einem ehemaligen TV-Studio untergebracht. (Foto: Blizzard Entertainment / Robert Paul)Die Blizzard-Arena ist in einem ehemaligen TV-Studio untergebracht. (Foto: Blizzard Entertainment / Robert Paul)

Die Blizzard-Arena
In der Blizzard-Arena finden sämtliche Spiele der ersten regulären Saison der Overwatch League statt - einschließlich der Playoffs (11. bis 22. Juli), des Ligafinales (26. bis 28. Juli) und des All-Star-Wochenende (10. bis 12. August). Das Gebäude im kalifornischen Burbank, nur wenige hundert Meter von den Studios von Warner Bros. entfernt, diente bis vor einigen Jahren als Aufnahmestudio für die »Tonight Show«. Die Arena bietet Platz für circa 400 Zuschauer, ein Tagesticket kostet knapp 20 Euro.

Die eigens für die OWL errichtete Bühnenkonstruktion ist fast vollständig von LCD-Displays überbaut, auf denen während der Matches neben dem aktuellen Spielgeschehen auch Aufnahmen der 12 beteiligten Spieler sowie Statusdetails ihrer Helden angezeigt werden. Spätestens ab der dritten Saison der OWL sollen alle Ligateams eine eigene Arena betreiben, in der, ähnlich wie in regulären Sportarten, Heimspiele ausgetragen werden. Die Teambesitzer werden also nochmals investieren müssen.

Der Weg zur eigenen Liga

Zum Auftakt der Overwatch League betreten die Spieler von San Francisco Shock die Blizzard-Arena. Wir waren live dabei.Zum Auftakt der Overwatch League betreten die Spieler von San Francisco Shock die Blizzard-Arena. Wir waren live dabei.

Der Weg zur Auftaktpartie der OWL war weit - und lange im Voraus geplant. Bereits Ende 2015, Monate vor dem Overwatch-Verkaufsstart, übernimmt Activision Blizzard für 46 Millionen Dollar den US-amerikanischen E-Sportausrichter Major League Gaming (MLG). Ein knappes Jahr später kündig man auf der Blizzcon die Overwatch-Liga an.

Die Vorzeichen stehen gut: Der Team-Shooter ergatterte schon während der geschlossenen Beta einen Platz unter den 20 meistgestreamten Spielen auf Twitch. Seit dem Release im Mai 2016 thront Overwatch dort mit durchschnittlich 20 Millionen Stunden pro Monat gar konstant in den Top Ten. Selbst über die reinen Verkäufe hinaus scheinen Reinhardt, Tracer & Co viele Fans zu haben.

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