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Inhaltsverzeichnis
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Die Psychologie der Sad Games - Verkehrte Welt: Warum traurige Spiele uns glücklich machen

Computerspiele sollen Spaß machen. Aber warum gibt es dann Titel, die den Spieler emotional eher aufwühlen? Über den paradoxen Genuss von traurigen Games und was uns daran so glücklich macht.

von Markus Fasse,
19.09.2018 18:00 Uhr

Traurige Spiele lösen starke Gefühle beim Spieler aus - statt positivem Spaß erleben wir Melancholie oder Kummer. Warum spielen wir diese »Sad Games« dennoch so gerne? Im Report geht GameStar dem Paradoxon auf den Grund.Traurige Spiele lösen starke Gefühle beim Spieler aus - statt positivem Spaß erleben wir Melancholie oder Kummer. Warum spielen wir diese »Sad Games« dennoch so gerne? Im Report geht GameStar dem Paradoxon auf den Grund.

Feierabend, Rechner an und erst einmal entspannen. Für viele sind Computerspiele die beste Art, mental abzuschalten. Da kann es im Büro noch so viel Ärger geben oder im Betrieb dicke Luft herrschen: Sobald man sich am Abend den virtuellen Abenteuern stellt, ist der Alltag vergessen. Ob man nun als Held wunderschöne Landschaften durchstreift oder als Fußballgott das entscheidende Tor schießt: Spiele sorgen für Nervenkitzel, wecken den Entdecker in uns und machen einfach Spaß.

Daher dachte man bis vor kurzem in der Kommunikationswissenschaft, Menschen würden Unterhaltungsangebote nur konsumieren, um positive Gefühle zu erleben. Aber warum gibt es dann so viele traurige Schnulzen? Und, oft deutlich spannender, herzzerreißende Spiele?

Was reizt Gamer daran, Großväterchen Odin Finch dabei zuzuschauen, wie er seine Frau Ingeborg und seinen Sohn Johann zu Grabe tragen muss? Kloß im Hals bei What Remains of Edith Finch statt Freude über ein neues Schwert in Skyrim - das macht doch depressiv, oder?

Emotionen wirken

»Die Anziehungskraft trauriger Medien - Herzschmerz-Geschichten, Antikriegsfilme, Tragödien und dergleichen - konnte man früher nicht gut erklären. Heute sind wir in der Forschung deutlich weiter«, weiß Professor Doktor Christoph Klimmt. Er ist Unterhaltungsforscher und Dozent für Kommunikationswissenschaft an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover.

»Mittlerweile wissen wir: Menschen setzen sich manchmal ganz bewusst eher belastenden Medienangeboten aus, weil sie die dabei entstehenden Emotionen auf einer ›höheren Ebene‹ genießen können: In Spielen lernen sie dabei etwas über menschliche Tugenden, setzen sich mit moralischen Fragen auseinander oder reflektieren Dinge aus dem ganz alltäglichen, wirklichen Leben. Diese neuen Erkenntnisse bewertet man dann wiederum positiv«, so Klimmt weiter.

Depression als Feature: Wie Spielmechaniken traurig machen
Diesen Wunsch nach einem etwas anderen Spielerlebnis greifen die Entwickler auf. Es existieren bereits Spiele, die mehr sind als laufen, ballern, looten - obgleich auch Games mit solch einfachen Konzepten unbestritten ihre Daseinsberechtigung haben. Computerspiele haben aber besonders in jüngerer Zeit enorme Fortschritte beim Storytelling gemacht.

Entwickler wie Ian Dallas, Creative Director bei Giant Sparrow (The Unfinished Swan) schaffen es, viel mehr Komplexität und inhaltlichen Anspruch mit der Interaktivität des Gameplays zu verbinden. Der Clou: Dadurch können sie in und mit ihren Spielen ambivalente und komplexe Gefühle erzeugen.

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