50% aufs erste Jahr – nur für kurze Zeit!

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Ich warte seit zehn Jahren auf Dragon Age: The Veilguard, aber beim Gegner-Design bekomme ich die Krise

Meinung: Steffi freut sich riesig auf DA: The Veilguard, aber mit jedem Gameplay-Video wächst ihre Sorge. Denn ausgerechnet ikonische Gegner sehen in ihren Augen schrecklich aus – und nicht im guten Sinne.

Steffi freut sich auf kaum ein anderes Spiel so sehr wie auf DA: The Veilguard - aber die Gegner entlocken ihr ein herzhaftes »Meh«. Steffi freut sich auf kaum ein anderes Spiel so sehr wie auf DA: The Veilguard - aber die Gegner entlocken ihr ein herzhaftes »Meh«.

Die Drachen waren der letzte Tropfen in einem Fass, das sich seit dem Reveal von Dragon Age: The Veilguard stetig füllt. Jetzt ist es gefährlich nahe dran, überzulaufen – und deswegen muss ich mir meine Sorgen von der Seele schreiben. 

Ich hatte den gruseligen ersten Trailer mit seiner Overwatch-Party-Stimmung schon wieder erfolgreich verdrängt, weil mich das gezeigte Gameplay optimistisch stimmte. Allerdings gab mir das Design von Dämonen und Dunkler Brut schon da etwas zu denken. Seit nun ein Kampf gegen zwei Drachen enthüllt wurde, kann ich es mir nicht mehr schönreden: Das Gegner-Design von The Veilguard ist für mich ein kompletter Reinfall.

Dass ich damit längst nicht alleine bin, ist schon seit Monaten in den Kommentarspalten bei YouTube, Reddit, X und Co. zu erkennen. Ich befürchte, dass Bioware hier wirklich viel guten Willen verspielt – ausgerechnet bei ihrem wichtigsten Spiel seit Jahren.

Stephanie Schlottag
Stephanie Schlottag

Steffi fiebert auf jedes neue Bioware-Spiel hin, liebt Mass Effect und Dragon Age und kriegt Krämpfe, wenn man sie auffordert, sich zwischen den beiden Reihen entscheiden zu müssen. In ihrem Herz haben Origins wie Inquisition gleichermaßen Platz, mit der zunehmenden Action-Orientierung kommt sie wunderbar klar. Doch gerade trüben ihr vermeintliche Kleinigkeiten die Release-Vorfreude.

Wo sind die Kanten?!

Klar, Design ist Geschmackssache, aber The Veilguard schlägt hier einfach keine Brücke zu den Vorgängern. In einem Dragon Age erwarten Fans zu Recht furchteinflößende Gegner, die uns schon in den Vorgängern wohliges Schaudern verschafft haben - ich sage nur Spinnendämon im Nichts. Hier mal ein paar Vergleiche:

Oger (Origins) Ich weiß noch ganz genau, wie dieser Finisher weitergeht. Baaah.

Dunkle Brut (Origins) So sahen ursprünglich die Armeen des Bösen aus. Schon in den beiden Nachfolgern war das Design anders.

Oger (Veilguard) Da sind sie, die Kulleraugen, die mich so sehr stören.

Dunkle Brut (Veilguard) Und nochmal - die Augen. Warum?

Die Dunkle Brut sieht genauso aus, wie es zu ihrer Rolle passt: widerwärtige Kreaturen mit verzerrten Proportionen, eine Verhöhnung der natürlichen Welt des Erbauers. Die zähnestarrenden Mäuler und vor Hass glühenden Augen sagen mir ganz ohne Worte, dass die Völker von Thedas den Krieg auf keinen Fall verlieren dürfen, weil sie sonst als Futter enden. Wundervoll!

Dass die Entwickler von The Veilguard den Gegnern ein ganz neues Design verleihen wollen, ergibt für mich grundsätzlich vollkommen Sinn. Nicht nur wegen der besseren Technik, sondern auch, weil es sich laut Lore um eine neue Art von Dunkler Brut handelt (wegen der entfesselten Elfengötter). Das Gleiche gilt wohl für die Dämonen. 

Video starten 10:07 Dragon Age: The Veilguard - Wir reisen in die Vergangenheit der Elfengötter

Aber dabei haben sie den schlimmsten aller Design-Fehler gemacht: Viele Kreaturen sehen albern aus. Wären sie einfach nur hässlich, könnte ich das leicht verzeihen. Aber dass mir in den Gameplay-Videos gefühlt bei jedem dritten Gegner übergroße Kulleraugen entgegen starren und meine Immersion zerschmettern, tut einfach weh.

Ich frage mich: Will Bioware wirklich, dass ich solche Widersacher ernst nehme? Oder sind sie absichtlich ironisch designt? Quasi mit einem Augenzwinkern. Das würde natürlich krass mit dem Ton der bisherigen Spiele brechen.

Ich freue mich ja für diesen Ghoul, dass er offenbar überglücklich ist - aber bedrohlich wirkt er auf mich nicht. Ich freue mich ja für diesen Ghoul, dass er offenbar überglücklich ist - aber bedrohlich wirkt er auf mich nicht.

Am schlimmsten fand ich bisher, wie erwähnt, die Drachen. Die spielen in Dragon Age zwar nur eine kleine Rolle (warum die Reihe trotzdem so heißt, erklärt euch Kollege Fabiano hier). Aber seit Inquisition sie als bockschwere und beeindruckende Bosse eingebaut hat, hoffte ich innig auf ein Wiedersehen im Nachfolger. 

Niedliche Drachen, ja gerne - aber doch nicht in Dragon Age

Zwei geflügelte Schuppenträger waren in einem offiziellen Video zu sehen und puh, für mich sehen sie einfach gar nicht gut aus. Die knolligen, übergroßen Köpfe, die leuchtenden Farbtupfer und vor allem die seltsamen lückenhaften und übergroßen Zähne lassen mich ratlos zurück. 

Dieses grinsende Gesicht möchte ich gern knuddeln, aber doch nicht mit Feuerbällen bewerfen. Dieses grinsende Gesicht möchte ich gern knuddeln, aber doch nicht mit Feuerbällen bewerfen.

Interessanterweise hat Kollege Fabiano bei seiner Anspiel-Session von The Veilguard einen Drachen entdeckt, der sehr viel gefährlicher, gemeiner, einfach drachischer aussieht und mir super gefällt. Er fügt sich auch wunderbar harmonisch in das Erbe der Dragon-Age-Drachen. Guckt ihn euch selber an:

Der Kamerad hier wirkt viel beeindruckender. Zumindest in der Cutscene. Der Kamerad hier wirkt viel beeindruckender. Zumindest in der Cutscene.

Es besteht also durchaus etwas Hoffnung, aber ich befürchte inzwischen bei weiten Teilen des Gegner-Designs einen deutlichen Rückschritt gegenüber den Vorgängern. Fairerweise muss ich dazu ein paar Einschränkungen machen: Ich habe das Spiel bisher nicht selbst gespielt, viele der bisher gezeigten Szenen finden vor nächtlichen Kulissen statt (was möglicherweise Details verschluckt) und es dürfte noch viele Gegnermodelle geben, die nicht gezeigt wurden.

Kann ich mich an die Optik gewöhnen? Oder reißt es mich tatsächlich andauernd aus der Immersion, wie befürchtet? Das wird sich wohl erst zum Release am 31. Oktober zeigen.

Ob sich Bioware mit dem neuen Stil einen Gefallen getan hat, darf man mindestens bezweifeln. Man könnte das mutig finden - oder wie ich kritisieren. In den sozialen Medien überwiegen wohl die negativen Meinungen, wie man an vielen Unkenrufen »Das sieht ja aus wie Fortnite / Overwatch / ein Handyspiel« bei YouTube und Co. sieht. Kollege Peter hat eine großartige Kolumne darüber geschrieben, warum der Reveal so sehr in die Hose ging. 

Mit dem Rest des Grafikstils von The Veilguard habe ich persönlich keine größeren Probleme, die gezeigten Umgebungen gefallen mir sogar ausnehmend gut und auch die Begleiter sehen für meinen Geschmack super aus. Es sind konkret die Gegner, bei denen sich mir der Magen umdreht – nicht auf die gute Art, wie es manche Vorgänger-Kreaturen getan haben.

Ob es sich um Überbleibsel der einstigen Online-Ambitionen von Dragon Age handelt oder ob es andere gute Gründe dafür gibt, dass das Gegner-Design so seltsam ausfällt, weiß ich nicht. Vielleicht erfahren wir es in ein paar Jahren, vielleicht ist das aber auch einfach die neue Artstyle-Richtung, in die Bioware mit seinen Spielen gehen möchte. Mal abwarten, wie das nächste Mass Effect aussieht.

Trotz dieser Kritik freue ich mich immer noch sehr auf The Veilguard. Aber ich komme nicht drumherum, jetzt schon auf Mods zu hoffen, die wenigstens die grässlichen Kulleraugen verändern – ich verstehe einfach nicht, warum sich die Designer ausgerechnet dafür entschieden haben. Die Vorgänger haben doch so viele coole Vorlagen geliefert!

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