Geld bezahlt und keine Ware erhalten: Der Expansion Pass von Empire of Sin ist bis heute ein großes Ärgernis. Wer das Mafia-Spiel mit XCOM-Einflüssen 2020 gekauft hat, wartet immer noch auf das zweite versprochene Addon.
Jetzt haben wir bei Publisher Paradox Interactive im Namen der enttäuschten Spieler nachgehakt: Kommt da noch was?
Die Sache: Darum geht's beim fehlenden Addon
15 Euro wollten Paradox und Entwickler Romero Games einst für den zweiten großen DLC zu Empire of Sin, dem gefloppten Versuch, ein Taktikspiel vor dem Hintergrund der US-Mafia-Zeit zu etablieren.
Der Expansion Pass mit garantiertem Zugriff auf einen kosmetischen Inhalt und die zwei Erweiterungen schlug sogar mit 25 Euro zu Buche. Beides lässt sich noch heute auf Steam, PlayStation 4 und Xbox One kaufen. Indes: Die Hälfte fehlt.
Im Steam-Forum haben User die Hoffnung auf den fehlenden, aber bezahlten Inhalt längst aufgegeben, es ist von »Betrug« die Rede. Jetzt konnten wir Paradox auf die Vorwürfe ansprechen.
Paradox in der Krise
Fallende Aktienkurse, vergeigte Releases, wütende Fans: Strategiespiel-Publisher Paradox hatte in den letzten Monaten mit schweren Problemen zu kämpfen. Wir haben im Rahmen unserer Plus-Reportage mit Deputy CEO Mattias Lilja und Chief Creative Officer Henrik Fåhraeus über Ursachen und Lösungen für die Lage des Unternehmens gesprochen:
Die Zukunft: Ein vages Versprechen
Unsere beiden Gesprächspartner wirken sofort zerknirscht, als wir das Thema Empire of Sin anschneiden. Man hätte dabei »besser darauf hören müssen, was die Spieler wollen«, gestehen sie unumwunden ein.
Als wir erwähnen, dass es zu dem Mafiaspiel immer noch eine Erweiterung ausstehe, für die bei Steam weiterhin bezahlt werden kann, meint Deputy CEO Mattias Lilja etwas unglücklich, dass man hier – trotz massiver Verzögerung – nachbessern wolle. An der Erweiterung werde gearbeitet, sie soll zu einem unbekannten Zeitpunkt erscheinen. Allerdings sei das Ganze auch eine Sache von Entwicklungs-Ressourcen.
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Die erste Erweiterung zu Empire of Sin erschien noch
Tatsächlich soll sich nach all der Zeit ein kleines Team darum kümmern, den DLC für das effektiv tote Spiel (bei Steam waren zuletzt maximal 100 User gleichzeitig aktiv) nachzuliefern, ganz nach dem Motto »versprochen ist versprochen« - oder eher »verkauft ist verkauft«.
Die Hintergründe: Geflüchtete Entwickler
Aber was ist eigentlich mit Romero Games, dem ursprünglichen Studio hinter Empire of Sin? Nach den durchschnittlichen Wertungen von Spielern und Presse (GameStar-Tester Manuel Fritsch vergab 69 Punkte) und den abgeschlossenen Arbeiten am ersten DLC Make it Count hat sich der Entwickler längst einem neuen Projekt zugewandt.
Die Firma wird von Doom-Miterfinder John Romero (früher id Software) und seiner Frau Brenda Romero geleitet. Letztere agierte bei Empire of Sin als Chef-Entwicklerin. Das finale Update zum Spiel stammt aus dem November 2021. Seitdem findet sich auf der Webseite des Studios eine Stellenausschreibung, gesucht werden Entwickler für einen »Neuanfang« der Firma.
Romero Games sei nunmehr »zu 100 Prozent auf Ego-Shooter fokussiert«. Man arbeite demnach mit einem großen Publisher an einer völlig neuen Marke. Dabei komme die Unreal Engine 5 zum Einsatz. Was auf der Homepage dagegen fehlt: jeglicher Hinweis auf Empire of Sin.

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