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Seite 2: Endless Space 2 im Test - Stillstand mit Überlicht

Kolonialisierung und Politik

Mit Hilfe von Siedlerschiffen kolonisieren wir passende Planeten. Erst errichten wir einen Außenposten, den wir einige Runden lang vor unliebsamen Konkurrenten oder Piraten schützen müssen. Ist die Kolonie dann gegründet, wird unser Einflussbereich farblich markiert und wächst mit der gesammelten Einflusswährung pro Runde. Auf diese Weise können wir Phänomene wie schwarze Löcher ins Reich integrieren, um ihre passiven Boni zu kassieren, zum Beispiel für die Wissenschaft.

Neu ist die Politik im All. Diverse Fraktionen (Industrielle, Militaristen, Pazifisten etc.) buhlen innerhalb unseres Reiches um die Macht, alle paar Jahre findet dazu eine Wahl statt. Je nachdem, welche Technologien wir erforschen und welche Systemverbesserungen wir bauen, können wir bestimmte Fraktionen unterstützen. Kommen diese an die Macht, werden parteispezifische Gesetze möglich, die teilweise erhebliche Boni verleihen.

Beispielsweise gibt es unter militaristischer Herrschaft ein Gesetz, das uns allgemeine Zufriedenheit für jeden Krieg gibt, den wir gerade führen - ein Fest für Warlords! Allerdings bleibt dieses System abgesehen von den Boni ziemlich oberflächlich. Es gibt keine politischen Interaktionsmöglichkeiten mit anderen Parteien.

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Komplexität ist nicht gleich Tiefe

Eine gewisse Oberflächlichkeit ist es, die verhindert, dass Endless Space 2 richtig abhebt. Die Rassen sind zwar interessant angelegt, haben aber im Spielverlauf kaum Relevanz. Sie folgen ihrer jeweiligen Ausrichtung, interagieren aber kaum oder nur sehr willkürlich mit uns. Wir können zwar Allianzen erforschen, unsere diplomatischen Möglichkeiten gehen aber ansonsten kaum über Genrestandard (Frieden, Handel, Kriegserklärung) hinaus.

Auch die Storyquests und Zufallsevents bleiben (immerhin abwechslungsreicher) Durchschnitt. Zwar sind die Aufgaben schön beschrieben, es bleibt aber meistens bei belanglosen Sammel- oder Kampfaufgaben. Echte Auswirkungen auf Politik und Gesellschaft, echte Interaktionen mit anderen Rassen, die dem interstellaren Geschehen Gewicht verleihen, sind Fehlanzeige.

Quests und Events sorgen für Abwechslung und wir dürfen Entscheidungen treffen, allerdings sind die Auswirkungen immer ziemlich oberflächlich. Quests und Events sorgen für Abwechslung und wir dürfen Entscheidungen treffen, allerdings sind die Auswirkungen immer ziemlich oberflächlich.

Krieg bleibt immer gleich

Ohne Militär geht schon mal gar nichts, wir müssen uns nämlich zumindest verteidigen. Die Schiffe dürfen wir im Flotteneditor mit erforschten Modulen frei bestücken und dann in die Schlacht führen. Das Kampfsystem aus Endless Space wurde entschlackt: Zu Beginn legen wir mit der Auswahl einer Taktik das Kampfverhalten der Flotte fest und schauen uns das Ergebnis dann in hübschen, automatischen Gefechten an. Wer es eilig hat, lässt sich das Ergebnis sofort berechnen.

In höheren Schwierigkeitsgraden müssen wir allerdings mehr darauf achten, unsere Schiffe so auszurüsten und zu positionieren, dass sie perfekt zusammenarbeiten: Dick gepanzerte Kriegsschiffe werden dann mit Modulen ausgerüstet, die Angriffe auf sich ziehen, während schwächere Flottenteile auf Entfernung den Schaden austeilen lassen.

Kämpfe laufen automatisch ab: Wir können entweder das Ergebnis direkt berechnen lassen oder wir schauen uns die Schießerei in einer hübschen Kampfszene an. Kämpfe laufen automatisch ab: Wir können entweder das Ergebnis direkt berechnen lassen oder wir schauen uns die Schießerei in einer hübschen Kampfszene an.

Mit jeder Runde langsamer

Die Kampfszenen sind hübsch anzusehen, ansonsten spielt sich alles in Menüs, Textfenstern oder in der Galaxie-Ansicht ab. Gerade bei der Präsentation von Planetenausbau oder Terraforming wäre mehr drin gewesen. Ein deutlicher Kritikpunkt geht zudem an die Performance: Gerade beim Rundenwechsel ruckelt es oftmals gehörig und mit zunehmender Rundenanzahl wird das Spiel immer langsamer.

Trotzdem können wir für Endless Space 2 eine klare Empfehlung aussprechen. Wer sich von der Komplexität der Mechaniken auf der einen Seite und der Oberflächlichkeit bei der Rassenzeichnung und der Story nicht abschrecken lässt, bekommt ein gutes, spannendes und lange Zeit sehr unterhaltsames 4X-Spiel.

Endless Space 2 - Render-Trailer zum Early-Access-Release 2:01 Endless Space 2 - Render-Trailer zum Early-Access-Release

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