Xbox-Chef Phil Spencer zu Studioschließungen: »Manchmal muss ich harte Entscheidungen treffen«

Vor etwa einem Monat verkündete Microsoft, mehrere Studios zu schließen. Nun äußerte sich Xbox-Chef Phil Spencer erstmals zu den Entlassungen.

Im Mai schloss Microsoft gleich vier Studios. Im Mai schloss Microsoft gleich vier Studios.

Anfang Mai erlebte die Spielebranche erneut einen herben Schlag. Microsoft kündigte an, gleich vier Studios auf einmal zu schließen. Betroffen waren Tango Gameworks (The Evil Within, Hi-Fi Rush), Arkane Austin (Redfall), Alpha Dog Games (Mighty Doom) und Roundhouse Studios.

Lest dazu die Kolumne von GameStar-Redakteur Peter Bathge, in der er die derzeitige Situation analysiert:

Die Schließungen sind Teil einer Entwicklung in der Spielebranche, die seit Monaten anhält. Zu den von Microsoft geschlossenen Studios äußerte sich Xbox-Chef Phil Spencer während der IGN Live.

»Es geht nicht um die PR der Xbox«

Denn immerhin betrafen die Entlassungen im Mai etwa 1.900 Mitarbeitende. Das sei auch der Grund dafür, weshalb er erst jetzt etwas dazu sage:

Die Schließung eines Studios ist natürlich hart für die einzelnen Mitarbeiter, aber auch für das Team. Ich habe nicht öffentlich darüber gesprochen, weil wir uns jetzt auf das Team und die einzelnen Mitarbeiter konzentrieren müssen.

Und weiter:

Es ist offensichtlich eine Entscheidung, die sehr schwer für sie ist, und ich möchte durch Abfindungen und andere Dinge sicherstellen, dass wir das Richtige für die einzelnen Mitarbeiter tun. Es geht nicht um meine PR, es geht nicht um die PR der Xbox. Es geht um diese Studios.

Seit einigen Monaten häufen sich die Hiobsbotschaften in der Spieleindustrie. Fast täglich verlieren Beschäftigte in der Branche ihre Jobs. Was dahintersteckt und was sich ändern muss, besprechen wir in unserem Talk:

Warum brennt die Spieleindustrie? Video starten 1:31:39 Warum brennt die Spieleindustrie?

2024 geht da weiter, wo 2023 aufhörte

Letztlich, so führt Spencer weiter aus, gehe es aber im Prinzip um das große Ganze. Deshalb verteidigt der Xbox-Chef die Entscheidungen wie folgt:

Letztendlich habe ich immer wieder gesagt, dass ich innerhalb des Unternehmens ein nachhaltiges Geschäft betreiben und wachsen muss, und das bedeutet, dass ich manchmal harte Entscheidungen treffen muss, die mir offen gesagt nicht gefallen, die aber von jemandem getroffen werden müssen.

Zum Abschluss des Statements gibt Phil Spencer noch einen Ausblick auf die Zukunft, der Raum für Interpretationen lässt:

Wir werden weiter vorwärts gehen. Wir werden weiterhin in das investieren, was wir mit Xbox vorhaben, und das bestmögliche Geschäft aufbauen, damit wir weiterhin Shows wie die gerade gemachte [Anm.: gemeint ist der Xbox-Showcase] machen können.

Die Schließungen im Mai lösten eine Welle der Empörung in der Spielebranche aus. Vor allem auch deshalb, weil etwa Tango noch bis zuletzt an dem für Xbox sehr erfolgreichen Hi-Fi Rush gearbeitet hatte.

Damit verläuft 2024 bislang so, wie 2023 geendet hat: mit weiteren Entlassungen in der Spielebranche. Führungskräfte hatten diese Entwicklung vorhergesagt, einen entsprechenden Text dazu findet ihr in der Linkbox oben. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiter entwickelt.

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