Um das Gothic Remake entspinnen sich gerade hitzige Forumsdiskussionen. Grund ist der Schläfertempel, der als großer Dungeon gegen Ende des Rollenspiels von manchen sogar als Fiebertraum
betitelt wird. In der Neuauflage zieht hier die Schwierigkeit nochmal richtig an, was sogar Gothic-Veteranen ordentlich fordert und für reichlich Community-Gesprächsstoff sorgt.
Der Schläfertempel ist wie im ursprünglichen Gothic eines der letzten großen Areale, die man im Spiel besucht - quasi Endgame-Content. In Kapitel 5 der Story geht es dafür tief unter das Orkgebiet im Minental, wo ihr mit einem riesigen, unterirdischen Tempelkomplex konfrontiert werdet. Dort warten nicht nur zahlreiche Rätsel, sondern auch mächtige Feinde wie Ork-Schamanen. Am Ende lockt eine seltene Waffe als Belohnung.
Schon im Original war das eine knackige Erfahrung, das Remake lässt hier aber noch mehr die Muskeln spielen und erweitert die ohnehin schon fordernde Höhle unter anderem um noch kniffligere Puzzles, was den Spielern nun Einiges abverlangt.
Seid ihr in echt irgendwo in einem Untergrundtempel verloren gegangen und habt bisher nichts vom Remake mitbekommen, findet ihr hier unseren Test:
25:22
Das Gothic Remake ist unfertig, aber wundervoll!
Was es mit dem Schläfertempel im Gothic Remake auf sich hat
In der Community kommt das nicht unbedingt schlecht an, viele diskutieren aber darüber, ob es die Entwickler vielleicht etwas zu gut gemeint haben. So sei die Rätseldichte extrem hoch, was dazu führe, dass man sich eigentlich permanent am Kopf kratze und ständig Angst haben müsse, irgendwo einen Hinweis oder Hebel zu übersehen. Die meisten Puzzles verlangen von euch, dass ihr Statuen dreht, Symbole abgleicht oder Mechanismen auslöst.
Hinzu kommt eine teils schwierige Orientierung, weil der Tempel nun umfangreicher und verzahnter ausfällt, da kann man sich schon mal verlaufen oder in einer Sackgasse enden. Außerdem warten in den Tunneln, Nischen und Kammern zahlreiche Gegner und Bosse auf euch.
Gothic-Spieler sind in der Regel gewohnt, dass ihnen wenig erklärt wird und sie sich viel selbst erarbeiten müssen - der Dungeon hebt das für viele aber quasi auf die nächste Stufe. Spielt man auf einem höheren Schwierigkeitsgrad kommt noch hinzu, dass die Kämpfe extrem fordernd ausfallen und ebenfalls wenig Raum für Fehler bieten. Wenig überraschend finden sich auf YouTube bereits zahlreiche Guides und Hilfen:
Link zum YouTube-Inhalt
Danke für die Warnung
: Das sagt die Gothic-Community
Der ursprüngliche Poster Leviticus fasst die Erfahrung vieler hier ganz gut zusammen:
Ich spiele das Remake auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad. Ich bin in den Tempel mit ein paar Heiltränken gegangen, in der Erwartung dass dies ausreichen würde. Dass ich als Nahkämpfer spiele, hilft sicherlich nicht! Aber womit ich nicht gerechnet habe war die Fülle an Gegnern und Endbossen, die mir alles abverlangt haben, und dass der Tempel nicht verlassen werden konnte. Ich musste so viele Gegner und Endgegner erledigen, ohne auch nur einen einzigen Hit kassieren zu dürfen. Wie soll man das Spiel eigentlich auf schwer im Permadeath Modus schaffen?
Korryptos bedankt sich gleich darunter für die Warnung
, freut sich, schlau einen Magier gewählt zu haben und verspricht, reichlich Tränke zu horten. Andere wie Nutzer clegg teilen die Erfahrung des Thread-Erstellers. Keatzman ergänzt zudem, dass das Spiel einfach eine falsche Erwartungshaltung aufbaue und einen vor dem Tempel fälschlicherweise in Sicherheit wiege.
Er und viele andere sprechen sich unter dem Post dafür aus, dass sie sich eine ausgeglichenere Härte das ganze Spiel über hinweg wünschen würden, statt einen einzelnen besonders knackigen Dungeon:
Bin bei meinem ersten Run als Nahkämpfer auch etwas ins Schwitzen geraten. Mein Problem war wohl, dass ich außerhalb des Tempels aufgrund meiner Ausstattung (>100 Stärke, Scars Schwert, Volle Garderüstung) überhaupt keine Probleme mit irgendeinem Gegner hatte und auch etwas überraschend in den Tempel gekommen bin und folglich wenig Tränke dabei hatte. Da drin herrscht aber gefühlt wirklich ein anderes Schwierigkeitslevel und ich musste wirklich alles an Tränken, Pflanzen und Nahrung nutzen, um mich zwischen den Kämpfen (grade zum Ende hin) hochzuheilen.
Auch wenn es bei den härteren Schwierigkeitsgraden nochmal extra fordernd wird, hatten einige aber schon auf den leichteren Stufen am gnadenlosen Tempel zu knabbern. So schreibt Squidvin etwa:
Ich bin noch bei meinem ersten Run. Und spiele auf Leicht, einfach weil ich erstmal die Story und das Spiel genießen wollte. [...] Hatte über 100 Heiltränke und bin mit 2 Heiltränken aus dem Schläfertempel rausgekommen. Das war echt knapp.
Ganz grundsätzlich haben viele Spieler auch auf Reddit und Co. nichts gegen den Schläfertempel und freuen sich zum Teil sogar über die düstere Atmosphäre und die knackige Herausforderung. Ein Großteil der Kritik gilt eher der Unverhältnismäßigkeit im Vergleich zum restlichen Spiel, den fehlenden Teleport-Möglichkeiten, sowie den etwas umständlichen Rätseln, denen moderner Komfort fehlt.
Wie steht ihr zum Tempel? Habt ihr ihn im Gothic-Remake schon bezwungen oder steht er euch noch bevor? Schreibt es uns in die Kommentare!
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