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Seite 2: Ich habe mehr als 1.000 Stunden GTA Online gespielt und sage: Diese 3 Lektionen muss Rockstar unbedingt für GTA 6 lernen

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Chaos ja, Frust nein

GTA braucht Chaos. Ohne Chaos wäre GTA nicht GTA. Ich will auch in GTA 6 absurde Unfälle, eskalierende Polizeijagden, spontane Begegnungen, dumme Entscheidungen und diesen einen Moment, in dem alles komplett aus dem Ruder läuft. Genau davon lebt diese Reihe.

Besonders gerne denke ich an die Zeit kurz nach dem Launch von GTA Online zurück. In großen Gruppen, teilweise zusammen mit der Community, haben wir damals auf den Servern immer wieder neue Challenges ausprobiert und verrückte Aktionen nur knapp überlebt.

Aber GTA Online hat auch gezeigt, wie dünn die Grenze zwischen lustigem Wahnsinn und purem Frust sein kann. Griefer, explosive Fahrzeuge, Powercreep, öffentliche Verkaufsmissionen, übermächtige Spielzeuge und auf dem PC auch immer mehr Cheater oder Modder: All das konnte aus einer eigentlich guten Session sehr schnell einen Abend machen, an dem man das Spiel lieber wieder ausschaltet.

Fairerweise hat Rockstar viele dieser Probleme inzwischen zumindest teilweise entschärft. Verkaufsmissionen lassen sich heute auch in privaten Sitzungen absolvieren, Imani-Tech bietet Schutz vor bestimmten Raketenfahrzeugen und einige der frustrierendsten Mechaniken wurden über die Jahre angepasst.

Trotzdem zeigt gerade die Geschichte der Oppressor Mk II, wie schnell sich lustiges Chaos in frustrierendes Ungleichgewicht verwandeln kann, wenn einzelne Spielzeuge zu mächtig werden.

Die Grenzen zwischen lustigem Wahnsinn und purem Frust können ziemlich dünn sein. Die Grenzen zwischen lustigem Wahnsinn und purem Frust können ziemlich dünn sein.

Der Unterschied ist wichtig. Chaos entsteht, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert und alle Beteiligten irgendwie Teil dieser Geschichte werden. Frust entsteht, wenn ein Spieler mit überlegener Ausrüstung oder nervigen Mechaniken einfach nur anderen den Fortschritt zerstört.

GTA 6 sollte deshalb nicht braver werden. Aber es sollte klüger unterscheiden, welches Chaos Spaß macht und welches Chaos nur nervt.

Rockstar muss Anarchie erlauben, ohne Frust zu belohnen. Das gilt besonders für den nächsten Online-Part. Wenn ich eine Mission spiele, ein Fahrzeug ausliefere oder mit Freunden Unsinn mache, sollte das Risiko spannend sein, aber nicht permanent nach verschwendeter Lebenszeit riechen.

GTA 6 muss nicht nur größer werden, sondern angenehmer

Nach über 1.000 Stunden GTA Online wünsche ich mir für GTA 6 vor allem eines: dass Rockstar die richtigen Lehren aus seinem größten Erfolg zieht.

GTA Online hat schließlich bewiesen, wie stark eine Rockstar-Welt sein kann, wenn Spieler darin ihre eigenen Geschichten schreiben.

Das fliegende Motorrad Oppressor MK II ist bei vielen Spielern bis heute ziemlich unbeliebt. Das fliegende Motorrad Oppressor MK II ist bei vielen Spielern bis heute ziemlich unbeliebt.

Aber GTA 6 sollte aus diesem Erfolg nicht die bequemste Lehre ziehen. Nicht jedes System braucht Grind. Nicht jede Aktivität muss auf die nächste teure Anschaffung einzahlen. Nicht jedes neue Spielzeug darf das Balancing sprengen. Und nicht jede realistische Animation macht ein Spiel automatisch besser.

Was ich mir wünsche, ist im Grunde simpel: weniger Nebenjob, weniger Kampf gegen Menüs und Steuerung, weniger Frust und dafür wieder mehr spontaner Sandbox-Spaß.

Denn die besten Momente in GTA Online entstanden für mich nie, weil ich besonders effizient gespielt habe. Sie entstanden, weil ich losgefahren bin, eigentlich nichts Bestimmtes vorhatte und eine Stunde später eine Geschichte erlebt habe, die nur GTA erzählen kann.

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