Zwischen GTA 5 und GTA 6 liegen inzwischen mehr als 13 Jahre. Von Stillstand kann bei Rockstar trotzdem keine Rede sein. Mit GTA Online hat Rockstar sein letztes großes Spiel über Jahre erweitert, umgebaut und immer wieder neu ausprobiert. Neue Heists, Unternehmen, Fahrzeuge, Immobilien, Missionen und Systeme haben aus dem ursprünglichen Multiplayer-Modus einen riesigen Langzeit-Spielplatz gemacht.
Genau deshalb ist GTA Online heute mehr als nur ein alter Online-Modus. Es ist auch ein riesiges Experimentierfeld dafür, was in einem modernen Grand Theft Auto funktioniert und was GTA 6 besser nicht wiederholen sollte.
Ich habe mehr als 1.000 Stunden in GTA Online verbracht. Und je länger ich gespielt habe, desto klarer wurde mir: Rockstar muss für GTA 6 nicht einfach nur größer denken, sondern klüger.
Über 1.000 Stunden zwischen Chaos, Grind und genialen Momenten
Hinweis: Wenn ich im Folgenden von GTA 6 spreche, meine ich vor allem den nächsten Online-Part beziehungsweise das langfristige Multiplayer-Erlebnis, das Rockstar vermutlich rund um GTA 6 aufbauen wird.
Ich habe Heists gespielt, Firmen aufgebaut, Autos gesammelt, Lagerhäuser gefüllt, Liefermissionen gefahren, Millionen verdient, Millionen wieder versenkt und mich vermutlich viel zu oft gefragt, warum mein Charakter gerade an einer Tür hängen bleibt, statt einfach hindurchzugehen!
Und trotzdem bin ich immer wieder zurückgekommen. Denn wenn GTA Online funktioniert, dann funktioniert es wie kaum ein anderes Spiel: eine spontane Verfolgungsjagd, ein völlig eskalierter Heist, ein fremder Spieler, der plötzlich hilft statt nervt.
Genau solche Momente sind der Grund, warum mich GTA Online auch nach all den Jahren immer wieder zurückgeholt hat. Aber je länger ich gespielt habe, desto klarer wurde auch: GTA 6 muss aus diesem Erfolg die richtigen Lehren ziehen.
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GTA 6 darf nicht wieder zum Nebenjob mit Preisschild werden
GTA Online ist über die Jahre immer größer geworden. Neue Immobilien, neue Unternehmen, neue Missionen, neue Fahrzeuge, frische Möglichkeiten. Das Problem war für mich nie die Menge an Inhalten. Im Gegenteil, denn kaum ein anderes Online-Spiel wurde so lange und so konsequent erweitert.
Das eigentliche Problem war, dass sich viele dieser Aktivitäten irgendwann ähnlich anfühlten. Neue Unternehmen bedeuteten oft wieder Ware beschaffen, Ware verkaufen, Cooldowns beachten und die nächste Produktionskette optimieren. Die Namen änderten sich, die Gebäude wurden größer und die Gewinne höher – die grundlegende Aufgabe blieb jedoch oft dieselbe.
Dazu kommt, dass viele der spannendsten neuen Inhalte in GTA Online eng mit hohen Preisen verbunden sind. Neue Autos, aktuelle Immobilien, neu hinzugefügte Waffen oder Spezialfahrzeuge kosten oft Millionen Dollar. Grundsätzlich ist das nachvollziehbar. Schließlich hat Rockstar GTA Online über Jahre hinweg kostenlos mit neuen Inhalten versorgt und musste gleichzeitig langfristige Ziele für die Spieler schaffen.
Problematisch wurde es für mich erst, als Geld immer stärker zum Mittelpunkt vieler Aktivitäten wurde. Wer neue Inhalte möglichst schnell erleben wollte, landete oft wieder bei denselben lukrativen Methoden, um möglichst effizient möglichst viel Geld zu verdienen. Nicht weil Rockstar mich direkt dazu zwang, sondern weil das Spiel viele seiner Belohnungen und Fortschrittssysteme rund um diese eine Währung aufgebaut hat.
Genau hier muss GTA 6 aus meiner Sicht die richtige Balance finden. Langfristige Ziele gehören zu einem Online-Spiel dazu. Aber sie sollten den Sandbox-Gedanken ergänzen und nicht verdrängen. Ich möchte nicht das Gefühl haben, jede Aktivität nach ihrer Auszahlung pro Stunde bewerten zu müssen.
Ich will in GTA 6 nicht ständig das Gefühl haben, effizient sein zu müssen. Ich will losfahren, etwas entdecken, in Schwierigkeiten geraten und am Ende eine Geschichte erlebt haben, die nicht nur deshalb passiert ist, weil mir ein Spielsystem gerade die beste Auszahlung pro Stunde versprochen hat.
Die Steuerung muss endlich moderner und direkter werden
Der zweite Punkt ist für mich fast genauso wichtig wie der Grind: GTA 6 muss sich besser spielen!
Das ist kein Problem, das Rockstar erst mit GTA Online geschaffen hat. Aber nach mehr als einem Jahrzehnt wurde besonders deutlich, an welchen Stellen das Fundament von GTA 5 heute an seine Grenzen stößt.
GTA Online hat mich oft nicht wegen der Gegner, Missionen oder anderen Spieler genervt, sondern wegen Kleinigkeiten. Träge Bewegungen. Hakelige Deckung. Fummelige Menüs. Seltsame Animationen. Zu viele Tastendrücke für einfache Aktionen. Und dieses typische Rockstar-Gefühl, dass die Figur manchmal erst kurz überlegen muss, bevor sie tut, was ich will. Oft habe ich meine Figur ungewollt erst dreimal im Kreis bewegt, bevor ich den Snack in meinem Büro endlich zu greifen bekam.
Natürlich basiert GTA Online noch immer auf einem Spiel aus dem Jahr 2013. Genau deshalb konnte Rockstar über viele Jahre beobachten, welche Systeme gut altern und welche heute nicht mehr zeitgemäß wirken.
Aber genau darin liegt für GTA 6 die Chance: Rockstar baut einige der glaubwürdigsten Welten der Branche. Jetzt muss sich auch das eigentliche Spielen direkter, sauberer und moderner anfühlen.
GTA 6 darf realistisch wirken. Es darf Gewicht haben. Aber es muss aufhören, sich in hektischen Momenten so anzufühlen, als kämpfe ich gegen Animationen, Menüs und Eingaben gleichzeitig.
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