Für viele Fans gehört GTA: San Andreas bis heute zu den besten Teilen der Reihe. Nicht nur wegen der riesigen Karte, der drei Städte oder der Gang-Geschichte rund um CJ, sondern weil San Andreas mir stärker als viele spätere Teile das Gefühl gab, meinen Charakter wirklich zu formen ... also wortwörtlich.
Genau dieses Gefühl wünsche ich mir für GTA 6 zurück.
San Andreas machte CJ zu mehr als nur einer Spielfigur
CJ war nicht einfach nur eine Figur, die von Mission zu Mission lief. Er konnte zunehmen, abnehmen, Muskeln aufbauen, Kondition verbessern, seine Fahrkünste trainieren, besser mit bestimmten Waffen werden oder durch regelmäßiges Schwimmen seine Lungenkapazität steigern.
Viele dieser Werte verbesserten sich nicht durch klassische Level-ups, sondern dadurch, dass man bestimmte Dinge tatsächlich tat. Wer Fahrrad fuhr, wurde besser auf dem Fahrrad. Wer trainierte, wurde fitter. Wer häufig schoss, wurde sicherer mit der Waffe.
Genau dieses simple Prinzip machte für mich die offene Welt glaubwürdiger. San Andreas fühlte sich nicht nur groß an, sondern reaktiv. Das Spiel merkte sich, wie ich spielte, und CJ veränderte sich sichtbar oder spürbar dadurch.
Und genau so etwas würde GTA 6 meiner Meinung nach enorm guttun.
Nicht als überladenes Rollenspielsystem mit Skillbäumen, Zahlen und Optimierungszwang. GTA muss kein RPG werden. Aber ein bisschen mehr spürbarer Alltag, ein bisschen mehr körperlicher Fortschritt und ein bisschen mehr Verbindung zwischen dem, was ich tue, und dem, wie sich meine Figur entwickelt, könnten die Welt deutlich lebendiger machen.
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GTA 6 sollte diese Idee moderner zurückbringen
Gerade Vice City und Leonida schreien förmlich nach solchen Aktivitäten. Fitnessstudios, Strandläufe, Boxclubs, Tauchkurse, Bootsrennen, Straßenrennen, Angeltrips, Basketballplätze, Tennis, Golf, Kampfsport, illegale Wettkämpfe oder sogar wieder ein völlig absurder Triathlon irgendwo zwischen Strand, Sumpf und Highway.
San Andreas war in dieser Hinsicht erstaunlich verspielt. Man konnte trainieren, Fast Food essen, mit dem Fahrrad herumfahren, schwimmen, kämpfen, Nebenjobs erledigen und sogar an Triathlon-Events (für 100-Prozent-Fortschritt nötig!) teilnehmen.
Viele dieser Dinge waren nicht deshalb cool, weil sie für die Hauptstory zwingend nötig waren. Sie waren cool, weil sie der Welt zusätzliche Tiefe gegeben haben.
Wichtig wäre nur, dass Rockstar daraus keinen neuen Grind macht. Ich will nicht alle zwei Stunden Proteinriegel kaufen müssen, damit mein Charakter optimal funktioniert. Ich will auch nicht bestraft werden, weil ich mal ein paar Burger esse. Das wäre mir wohl zu realistisch! Der Reiz von San Andreas lag nicht in Zwang, sondern in Reaktion.
Die Welt hat auf mein Verhalten geantwortet.
Genau dieses Gefühl könnte GTA 6 moderner, glaubwürdiger und spielerischer wieder aufgreifen. Denn so beeindruckend GTA 6 technisch auch werden dürfte: Echte Immersion entsteht nicht nur durch schönere Gesichter, realistischere Animationen oder dichtere Straßen.
Sie entsteht auch dadurch, dass ich merke: Meine Figur gehört in diese Welt. Sie verändert sich durch das, was ich mit ihr mache.
San Andreas hat das vor über 20 Jahren schon verstanden. GTA 6 sollte sich daran erinnern.
Würdet ihr euch für GTA 6 wieder mehr spielerische Charakterentwicklung wie in San Andreas wünschen, oder soll Rockstar solche Systeme lieber weglassen?
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