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Fazit: Heroes of the Storm im Test - Die perfekte MOBA-Einstiegsdroge

Fazit der Redaktion

Maurice Weber: Heroes of the Storm ist ja eigentlich Ketzerei. Keine Items, keine Lasthits, wer braucht denn so ein Noobspiel? Aber solche neuen Wege tun dem Genre nicht nur gut, ich finde sie sogar notwendig, damit es sich wirklich weiterentwickeln kann. Denn warum sollte nur Platz für verschiedene Abwandlungen der ursprünglichen Dota-Mod sein? Und neben Dota und LoL ist ganz bestimmt noch Raum für zugänglichere Genrevertreter, ohne dass es automatisch in Verdummung ausartet. Blizzard hat clever die Schere an den richtigen Stellen angesetzt, um Neulingen weniger Lern-Hausaufgaben aufzubrummen, bis sie Spaß haben dürfen. Und das, ohne den Spaß selbst zu beschneiden.

Aber auch für Veteranen hat Heroes durchaus viel zu bieten: Als jahrelanger LoL-Spieler fand ich das Spiel anfangs vor allem wegen seiner abwechslungsreichen Karten interessant. Die bringen mal frischen Wind ins MOBA-Prinzip und sind hier Kern des Spiels, statt nur beiläufiges Anhängsel wie etwa die Zusatzmaps Twisted Treeline Crystal Scar bei League of Legends. Und tatsächlich hatte ich eine Menge Spaß mit den flotten Partien. Klar leidet die strategische Tiefe an manchen Stellen, die Talente bieten eben weniger Freiheit als die Items. Aber auch Heroes fordert vom Spieler gleichermaßen strategisches Denken und blitzschnelle Reaktionen. Es ist vielleicht vereinfacht, aber keineswegs anspruchslos.

Johannes Rohe: Ich finde MOBAs klasse! Teamplay ist der einzige Weg zum Sieg, taktische Möglichkeiten gibt es zuhauf, oft wogen die Matches spannend hin und her. Aber MOBAs sind auch unheimlich komplex. Mir fehlt einfach die Muße, um die gigantischen Einstiegshürden eines Dota 2 oder LoL zu überwinden, um hunderte Helden-, Skill- und Item-Kombinationen auswendig zu lernen und mich während meiner langen Lernphase regelmäßig wie eine Last für mein Team zu fühlen. Deshalb habe ich mich bislang mit dem Anschauen von Let's Plays begnügt, statt selbst Hand an die Maus zu legen. Bislang, denn jetzt gibt es Heroes of the Storm.

Blizzard macht mir den Zugang zur MOBA-Welt so einfach, wie es eben geht, ohne dass dabei der Anspruch komplett auf der Strecke bleibt. Ja, ich bin ein Noob, aber trotzdem kann ich mit meinem Helden etwas reißen, selbst wenn ich vorher nicht wochenlang ein Wiki studiert habe. Am besten aber gefällt mir, dass ich HotS zusammen mit Freunden spielen kann, die wesentlich besser und erfahrener sind als ich. Bei der Konkurrenz würde ich in so einem Fall in ein Profimatch gesteckt, hoffnungslos untergehen und mein Team mit in den Abgrund reißen. In Blizzards MOBA bleiben selbst Matches mit sehr heterogenen Teams ausgeglichen. Im direkten Vergleich fehlt es HotS vielleicht an Tiefgang, als Einstiegsdroge ist es aber nahezu perfekt.

Stefan Köhler: Heroes of the Storm ist für MOBAs, was Smash Bros. für Prügelspiele ist: Ein Best-of von Franchise-Helden und -Bösewichte, die sich gegenseitig vermöbeln. Ein Spiel, das die Einstiegshürden aus dem Genre entfernt und auch Anfängern eine Chance gibt. Und ein Spiel, in dem sich Profis trotzdem austoben und ihre Kontrahenten durch kluge Manöver und Entscheidungen ausspielen können. Dieser Balance-Akt ist pure Gameplay-Perfektion, wie sie nur wenige Entwickler beherrschen - Blizzard gehört ohne Frage auf diese Liste.

Die Entwickler können sich jetzt aber nicht ausruhen: Ein paar Bugs sind noch im Spiel, einige Helden und Talente müssen nochmal überarbeitet werden, und die Karten sind zwar abwechslungsreich, haben aber nichts mit Warcraft, Diablo oder Starcraft zu tun. Eine sträflich vertane Chance. Auch die eine oder andere Charaktermechanik darf noch erdacht werden, die die Konkurrenz noch nicht im Sortiment hat. Doch das ist Kritik auf hohem Niveau. Ich kann Heroes of the Storm derzeit wirklich jedem Spieler empfehlen. So kompromisslos spaßig, so einfach zu lernen, so facettenreich bei den spielerischen Möglichkeiten ist derzeit kein MOBA auf dem Markt.

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