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Hitman 3 im Test: Mordsmäßig gut, aber kompliziert

Hitman 3 brilliert im Test als herausragendes Stealth-Spiel. Aber ihr solltet wissen, was ihr für 60 Euro bekommt. Und was nicht.

von Dimitry Halley,
19.01.2021 19:06 Uhr

Hitman 3 im Test-Video - Ein grandioses Erlebnis, aber wir müssen reden 14:26 Hitman 3 im Test-Video - Ein grandioses Erlebnis, aber wir müssen reden

Hitman 3 ist ein tolles Schleichspiel. Können wir direkt so abhaken. Riesige exotische Areale, in denen Auftragskiller 47 nach Lust und Laune den perfekten Hit plant. Kronleuchter sabotieren, Bomben platzieren, Wachen in die dunkle Ecke locken, sich als Gärtner verkleiden, unachtsame Leute von der Brüstung schubsen - und das dann in Dubai, England, Rumänien, Argentinien, China und der mit Abstand ausgefallensten Location überhaupt: einer abgeranzten Berliner Disco.

Wer schon Hitman (2016) und Hitman 2 (2018) mochte, darf sich hier freudig die Hände reiben. Doch Halt! Wir müssen reden. Bevor ihr jetzt nämlich direkt 60 Euro auf die Ladentheke knallt und dazu noch Gummienten-Sprengstoff und Klaviersaiten kauft, solltet ihr sehr genau wissen, was ihr mit Hitman 3 bekommt - und was nicht.

Und damit meinen wir nicht nur den üblichen Hitman-Deal: Dass ihr die immer gleichen Missionen wieder und wieder spielen müsst, um das volle Potenzial der Stealth-Sandbox zu entfalten. Gilt auch für Hitman 3, klar, aber hier geht's um was anderes. Denn streng genommen bekommt ihr mit Hitman 3 eher ein Missionspaket als eine waschechte Fortsetzung. IO Interactive erweitert 47s Reise um tolle spannende Locations, keine Frage. Doch die jüngste Hitman-Trilogie endet mit einem Best Of der größten Hits (hehe), statt ein völlig neues Album zu kredenzen.

Wie lange beschäftigt Hitman 3?

Hitman 3 ist ziemlich kurz. Selbst für Hitman-Verhältnisse. Die sechs neuen Missionen beenden Profis in rund fünf bis sechs Stunden - und die letzte Mission bietet keine große Killer-Sandbox, sondern lediglich einen enttäuschend schlauchigen Epilog. Abseits der Kampagne kehren auf der einen Seite zwar die sogenannten Escalation Contracts zurück (also Remixe bekannter Schauplätze mit anderen Zielpersonen), auf der anderen Seite fehlen größere Extras, die Hitman 2 noch hatte: beispielsweise die Sniper-Missionen oder der Ghost-Multiplayer.

Die gesamte Trilogie in Hitman 3 spielen:
Aktuell herrscht auf dem PC ein bisschen Chaos bezüglich des Imports von Hitman (2016) und Hitman 2 in Hitman 3. Denn theoretisch sollt ihr am Ende alle drei Spiele in Hitman 3 zocken können und alle bisherigen Errungenschaften, Freischaltungen und Spielstände importieren. Zumindest wenn ihr die Vorgänger besitzt. Die zeitlich begrenzte Epic-Exklusivität macht derzeit aber all denen einen Strich durch die Rechnung, die Hitman 2 via Steam gekauft haben, weil ihr die alten Level nicht im Epic Store aktivieren könnt. IO Interactive arbeitet allerdings an einem Fix und verschenkt zumindest im Release-Zeitraum das erste Hitman. Mehr zu diesem ganzen Wirrwarr gibt's in der offiziellen Anleitung der Entwickler.

Ihr werdet also hauptsächlich die Kampagne spielen. Und deshalb gilt noch mehr als beim Vorgänger das altbekannte Mantra: Wer Hitman 3 bloß einmal fix durchspielt, verpasst den eigentlichen Reiz. Es geht nicht um das »Ob«, sondern das »Wie«. Folgt ihr strikt den optionalen Tutorial-Hilfestellungen, dann erledigt Agent 47 die Zielpersonen pro Auftrag ohne größere Herausforderungen. Die spannendere Frage ist: Könnt ihr eine Hackerin in einer unterirdischen chinesischen Hochsicherheitsbasis auch erledigen, ohne euch ein einziges Mal zu verkleiden? Und nur mit dem Scharfschützengewehr? Oder ganz ohne Waffen?

Hitman 3: Erstes Gameplay zeigt die neuen mörderischen Möglichkeiten im Sequel 2:59 Hitman 3: Erstes Gameplay zeigt die neuen mörderischen Möglichkeiten im Sequel

In jedem Level startet Auftragskiller mit seiner Zielperson - und der völligen Freiheit, wie er sein Attentat ausführen will. Im alten Adelsanwesen des britischen Dartmoor können wir uns zum Beispiel durchs Gebüsch auf das Grundstück schleichen, das Küchenpersonal ausknocken und uns so Zutritt verschaffen. Oder wir geben uns als Detektiv aus, um ausgerechnet für unsere Zielperson einen Mordfall zu lösen. Damit wir sie danach ermorden können. Großartig. Jede Location bietet solch einzigartige Signature Kills, also speziell inszenierte und besonders kreative Abmurks-Lösungen, deren Entdeckung und Ausführung euch ein jedes Mal ein herrlich diabolisches Vergnügen bescheren.

Was taugt der VR-Modus?
Für den VR-Modus gibt's eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte zuerst: Ihr könnt ihn ausschließlich auf der PlayStation spielen. Aber laut GamePro-Kollege Kai macht er ziemlich viel Laune. Mehr dazu im Hitman-Test der GamePro-Kollegen.

Die altbekannte Killer-Sandbox

Mit jeder beendeten Mission schalten wir neue Zugänge und Gadgets frei, die den Wiederspielwert zusätzlich erhöhen. Im Dubaier Wolkenkratzer Burj Al Ghazali kraxelt 47 beim ersten Anlauf beispielsweise noch mühsam an der Außenfassade entlang. Später könnt ihr dann direkt als Küchenpersonal starten. Neu in Hitman 3: Bestimmte Abkürzungen lassen sich jetzt auch direkt in der Mission dauerhaft freischalten. Entriegelt ihr in Dubai etwa eine Leiter, ist sie beim nächsten Playthrough bereits heruntergelassen. Eine äußerst willkommene Komfortverbesserung.

Die Schauplätze: Dubai Hitman infiltriert einen Dubaier Wolkenkratzer, um Partygäste um die Ecke zu bringen.

England In den Sümpfen Dartmoors schleicht sich 47 in ein altes Anwesen. Und löst Mordfälle!

Deutschland In Berlin entdeckt 47 neben einer alten Tanke eine Underground-Disco.

China In den Straßen Chongqing nehmen wir an illegalen Experimenten teil. Und beenden sie.

Argentinien Das luxuriöse Weingut erinnert an die erste Mission aus Blood Money.

Rumänien Die letzte Mission ist eher ein linearer Epilog. Und mehr verraten wir nicht.

Stichwort »Gadget«: Neben Klassikern wie Sprengstoff, Gift, Dietrich oder Tranquilizer-Knarre besitzt 47 jetzt auch eine handliche High-Tech-Kamera, mit der er Geräte in der Spielwelt hackt. Also beispielsweise Fenster aus der Distanz abdunkelt. Oder Hinweise scannt. Das klingt vielleicht in der Theorie nett, entpuppt sich in der Praxis aber als überflüssige Zusatzbeschäftigung. Zumal die Wachleute nicht mal darauf reagieren, wenn 47 wie ein 12-jähriger Amateur-Influencer mit der Kamera in ihrer streng geheimen Basis rumrennt. Hinter dieser Kamera steckt aber eigentlich ein grundlegenderes Problem: Hitman 3 hat spielmechanisch kaum Neues zu bieten.

Alle Tricks von Hitman (2016) funktionieren fünf Jahre später noch exakt genauso. Inklusive der kleinen Anpassungen durch Hitman 2 - etwa dass Wachen euch jetzt hinter sich erkennen, wenn sie vor einem Spiegel stehen. Jeder Zivilist, jedes Wachpersonal, jeder Feind lässt sich mit einer einzigen geworfenen Münze in den Untergang locken. Platziert ihr eine Waffe auf dem Boden, könnt ihr damit jeden noch so taffen Leibwächter einfach aus dem Verkehr ziehen, weil er sich mit der Knarre ins Fundbüro aufmacht und seine Zielperson schutzlos allein lässt.

Die Schießereien bleiben so fummelig und unpräzise wie in den Vorgängern - ihr wollt sie allein schon deshalb vermeiden, weil sie schlicht keinen Spaß machen. Und die Maus- und Tastaturbedienung ist nach wie vor gnadenlos überfrachtet. Ihr benötigt zum regulären Steuern von 47 Strg, Shift, W, A, S, D, F, H, X, die Leertaste, I, Q, E, G, R, Y, F1, Escape und die Maustasten. Uff! Nichts davon macht Hitman 3 zu einem schlechten Spiel, zumal ihr optional einfach zur deutlich besseren Gamepad-Bedienung wechseln könnt. Aber wer die beiden Vorgänger gespielt hat, klappert die Herausforderungen des neuen Teils so mühelos und routiniert ab, dass sich selbst in brenzligen Situationen kaum Nackenhärchen gen Himmel recken.

Das Schießen in Hitman 3 macht relativ wenig Spaß. Aber ist schließlich auch nicht 47s Königsdisziplin. Das Schießen in Hitman 3 macht relativ wenig Spaß. Aber ist schließlich auch nicht 47s Königsdisziplin.

Wieso nicht mal ein paar neue Gegnertypen einführen? Die sich nur mit bestimmten Gadgets ausknocken lassen, die wir uns erst verdienen müssen? Oder feindliche Agenten, die 47 aktiv auf der ganzen Map suchen gehen?

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