Wer sich für Horrorspiele interessiert, kommt auch dieses Jahr nicht an Resident Evil oder Silent Hill vorbei. Aber das Spielejahr 2026 hat auch noch viele weitere Schätze zu bieten. Deshalb habe ich meine Kollegen Magdalena, Miffy und Dennis zusammengetrommelt, um euch unsere Geheimtipps vorzustellen, die dieses Jahr erschienen sind und die vielleicht etwas unter dem Radar fliegen.
Nur Heiko hat sich nicht an das Briefing gehalten. Er empfiehlt euch einen Horror-Tipp, der schon fünf Jahre auf dem Buckel hat. Aber wenn der GameStar-Chefredakteur schon mal freiwillig über Horror schreibt (ich schwöre, ich halte ihn nicht gefesselt in einer Abstellkammer des Münchner Büros gefangen!), dann drücke ich beide Regel-Augen zu. Und seine Empfehlung ist auch wirklich zeitlos.
Viel Spaß beim Gruseln! Und lasst eure Geheimtipps gerne in den Kommentaren da!
Silver Pines
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Silver Pines spielt sich wie das Baby von Twin Peaks und Silent Hill – und hat das Potenzial zum Horror-Geheimtipp 2026
Entwickler: Wych Elm | Publisher: Team17| Release: 8. Oktober 2026 | Sub-Genre: Survival Horror
Natalie: Ich werde so lange von Silver Pines schwärmen, bis es jeden Horror-Fan erreicht hat! Denn der Survival-Horror mit ungewöhnlichem 2D-Noir-Look ist mein persönliches GOTY 2026.
Ihr werft euch den Ermittlermantel von Privatdetektiv Red Walker über und begebt euch auf die Suche nach dem Musiker Eddie Velvet. Aber natürlich ist in Silver Pines nichts, wie es zunächst scheint. Der Großteil der Bevölkerung wurde zwar aus der Küstenstadt evakuiert – allein seid ihr trotzdem nie. Wenn ihr nicht gerade skurrilen Gestalten begegnet, die euch kryptisches Geschwafel an den Kopf werfen, kämpft ihr gegen unheimliche Monster, die sich aus den Schatten pellen.
Silver Pines ist ein Liebesbrief an das Genre. Es bedient sich spielerisch und atmosphärisch ganz klar bei großen Vorbildern wie Silent Hill, Alan Wake oder auch Twin Peaks. Aber es bringt eben auch genug eigene Ideen und Charme mit. Besonders die Metroidvania-Ansätze für die Erkundung haben mich in Ekstase versetzt.
Silver Pines ist langsamer Horror. Es entfaltet sich nach und nach – verschlingt euch aber förmlich, wenn ihr bereit seid, euch vom Spiel treiben zu lassen. Ich kann es kaum noch erwarten, für meinen zweiten Durchgang und das wahre Ende in die neblige Stadt zurückzukehren.
Silver Pines auf SteamNoch mehr Informationen und Schwärmereien lest ihr übrigens in meiner Kolumne zu Silver Pines:
The Last Transmission
Entwickler: Hidden Veil Studios | Publisher: Hidden Veil Studios | Release: 23. April 2026 | Sub-Genre: Psycho-Horror
Dennis: In The Last Transmission sitzt ihr komplett allein in einer abgelegenen Funkstation und müsst alle 30 Minuten das Wetter protokollieren. Dazwischen lauscht ihr merkwürdigen Funksprüchen, tippt eure Beobachtungen auf einer alten Schreibmaschine ab und bekommt irgendwann ziemlich unheimliche Anrufe.
Besonders fies ist die bedrückende Atmosphäre: Wenn ihr aus dem Fenster schaut, zieht draußen ein gewaltiger Sturm auf und hinter den Wolken zeichnen sich plötzlich seltsame Formen ab. Auch das verlassene Haus auf der anderen Seite des Sees wird mit der Zeit immer unheimlicher. Das Ganze setzt dabei nicht auf billige Jump Scares, sondern vielmehr auf beunruhigende Geräusche und das ständige Gefühl, dass irgendetwas ganz gewaltig nicht stimmt.
Spielerisch ist das alles ziemlich simpel, aber gerade diese Mischung aus langweiligem Arbeitsalltag und unerklärlichen Ereignissen macht den Reiz aus. Nach rund zwei Stunden ist der Spuk zwar schon wieder vorbei, aber bis dahin dürfte euch das Spiel einige ziemlich Schauer über den Rücken jagen.
The Last Transmission auf SteamTales of Fear – Episode Zero
Entwickler: MediaTale | Publisher: MediaTale | Release: 01. September 2026 | Sub-Genre: Mystery
Magdalena: Tales of Fear – Episode Zero ist eines meiner Horror-Geheimtipps 2026, einfach weil es sich anfühlt, als würdet ihr selbst eine Folge von »X-Factor: Das Unfassbare« spielen. In drei spielbaren Fällen erlebt ihr unterschiedliche Geschichten und müsst am Ende wie im Serien-Vorbild herausfinden, welche Erzählungen tatsächlich auf wahren Begebenheiten beruhen und welche frei erfunden sind.
Die Fälle reichen von einer außer Kontrolle geratenen KI über eine Begegnung mit einer mysteriösen Kreatur in einem Maisfeld, bis hin zu einem Zug, der eigentlich längst abgefahren sein müsste. Genau diese Mischung aus übernatürlichem Horror, mysteriösen Ereignissen und der Frage, was wirklich passiert ist, macht den Reiz aus.
Ihr seid nicht nur Zuschauer einer Gruselgeschichte, sondern mittendrin und könnt selbst auf Spurensuche gehen. Und das Beste überhaupt: Tales of Fear – Episode Zero ist kostenlos spielbar auf Steam. Jede der drei Geschichten dauert ca. 30 Minuten, für alle drei braucht ihr also 90 Minuten. Wer also schon immer mal eine Folge von X-Factor selbst erleben wollte, kann hier quasi nichts falsch machen.
Tales of Fear auf SteamTenebris Somnia
Entwickler: Andrés Borghi, Saibot Studios | Publisher: New Blodd Interactive | Release: 16. Oktober 2026 | Sub-Genre: Retro-Survival-Horror
Natalie: Tenebris Somnia ist im Kern ein klassisches Survival-Horrorspiel mit zweidimensionalem Retro-Look. Tenebris Somnia ist aber auch ein Kurzfilm – denn die Zwischensequenzen wechseln plötzlich zu realen Schauspielern, praktischen Effekten und tollen Kostümen, die der abstrakten Pixel-Optik Leben einhauchen und mein Kopfkino ankurbeln.
Als Julia erforsche ich das mysteriöse Verschwinden ihres Ex-Freundes Ivan, der sich offensichtlich mit einem okkulten Freundeskreis angelegt hat. Seine Wohnung wird plötzlich zu einer Albtraumwelt voller Erinnerungen, die er eigentlich verdrängen möchte.
Tenebris Somnia erfüllt mich mit Nostalgie, weil es mich an Klassiker wie Clock Tower erinnert, schlägt aber gleichzeitig eine kreative Brücke in die Moderne mit seinem ungewöhnlichen Multi-Media-Ansatz. Falls ihr nach einem cozy Horrorspielchen mit angenehmem Grusel-Faktor sucht, dann seid ihr hier an der richtigen Adresse.
Tenebris Somnia auf SteamWarum der Perspektivwechsel von 2D zum Realfilm für mich mehr als nur ein lustiges Gimmick ist, erzähle ich euch übrigens in meiner Kolumne:
Dive or Die – Children of Rain
Entwickler: Drop Rate Studio | Publisher: Dear Villagers | Release: 21. Juli 2026 | Sub-Genre: Survival Horror / Management
Miffy: Ich liebe Darkest Dungeon und Dave the Diver. Wenn es euch auch so geht, dann werft unbedingt einen Blick auf Dive or Die, denn es vereint beide Spiele zu einem Lovecraft-Horror-Fest.
In dem düsteren Survivalspiel verwaltet ihr zum einen eine Gruppe von Überlebenden, die ihr mehr oder weniger selbst zusammenstellt. Von der Menschheit ist nämlich nicht mehr viel übrig geblieben, seit ein nie enden wollender schwarzer Regen die Welt komplett geflutet hat. Aus einstigen Bergspitzen wurden Inseln, zu denen ihr Schützlinge entsendet, um Material zu sammeln. Während ihr hofft, dass die lebendig und reichlich bepackt zurückkehren, stürzt ihr euch selbst in die Tiefen des neuen Ozeans.
Ihr taucht zum einen ebenfalls nach Ressourcen und Nahrung. Zum anderen versucht ihr, einen Ausweg aus der misslichen Lage zu finden. Denn verantwortlich für diese Apokalypse ist eine Gottheit, die ihr den Regenmacher nennt, und ihr hofft, irgendwo am Grund Antworten zu finden, wie ihr ihn besänftigen könnt.
Für Dive or Die ist übrigens auch eine kostenlose Demo verfügbar, falls ihr jetzt neugierig seid.
Dive or Die auf SteamRoad to Jukai
Entwickler: Endflame | Publisher: tinyBuild | Release: 2027 | Sub-Genre: Psycho-Horror / Simulation
Magdalena: Okay ja, streng genommen ist Road to Jukai noch gar nicht draußen. Aber aktuell kann man auf Steam schon an einem öffentlichen Playtest teilnehmen und der hat mir in der knappen Stunde Spielzeit definitiv Lust auf mehr gemacht. Deswegen schreibe ich jetzt einfach einen kleinen Text darüber. Wer will mich aufhalten!
Road to Jukai gehört zu einer meiner liebsten Horror-Arten: Alltags-Horror. Ihr übernehmt als Taxifahrer eine Nachtschicht und kutschiert sechs Nächte lang merkwürdige Fahrgäste durch einen abgelegenen Wald, in dem offenbar auch die Toten noch einiges zu erzählen haben.
Mit jeder Fahrt werden die Begegnungen unheimlicher und die Geschichten der Menschen, die in euer Taxi steigen, verstörender. Das Spiel setzt auf eine beklemmende Atmosphäre, japanischen Geisterhorror und das ungute Gefühl, dass hinter jeder Kurve etwas lauern könnte. Gerade die ungewöhnliche Idee, den ganz normalen Alltag eines Taxifahrers mit übernatürlichem Horror zu verbinden, macht Road to Jukai für mich so interessant. Außerdem gabs in dem Playtest zum Spiel für mich den krassesten Jump Scare 2026. Habe mich davon immer noch nicht erholt.
Road to Jukai auf SteamMoldrise
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Moldrise: In diesem Horrorspiel aus Deutschland treibt euch ein hartnäckiger Fußpilz in den Wahnsinn
Entwickler: Raffaele Picca | Publisher: Raffaele Picca | Release: 20. Juli 2026 | Sub-Genre: Psychologischer Horror, »Metroidbrainia«
Natalie: Hat es euch schon mal so stark an eurem Fuß gejuckt, dass ihr am liebsten die Wände hochgelaufen wärt, weil ihr es nicht anders aushaltet? Dann habt ihr schon mal etwas mit dem Protagonisten von Moldrise gemeinsam! Der hat nämlich einen fiesen Fußpilz – und der will nur eines von ihm: »Klettere hoch aufs Dach!«
Moldrise ist ein Horrorspiel, das man der Kategorie »Metroidbrainia« zuordnen könnte. Das bedeutet, dass der Fortschritt nicht durch Ausrüstung oder Charakter-Fähigkeiten erlangt wird, sondern durch das Wissen des Spielenden. Meine Aufgabe ist zwar denkbar einfach – ich muss nur die Treppe hochlaufen, um auf das Dach meines Wohnhauses zu gelangen – aber unterwegs stellen sich mir unterschiedlichste Hindernisse in den Weg.
Mal ist die Treppe versperrt. Mal brauche ich einen Schlüssel für eine Tür. Oder ein geheimes Passwort, damit der komische Nachbar aus 16B mir eine wichtige Information verrät. Dabei muss ich auch immer auf meine Bedürfnisse (Hunger, Durst und Infektion) achten. Steigt eins davon aufs Maximum, ist der Run vorbei. Aber ich bin jetzt ein Stückchen schlauer.
Moldrise hat kleine Roguelite-Elemente, weil ich mein Wissen in den neuen Run mitnehmen kann und mir damit neue Vorteile erspielen kann. Ich habe bisher nur einen »normalen« Durchlauf des Spiels gemacht – die Steam-Errungenschaften verraten mir aber, dass es hier noch so viel mehr zu entdecken gibt! Außerdem gab es vor Kurzem noch ein großes Update, das unter anderem ein neues Ende hinzugefügt hat. Moldrise erzählt vielleicht nicht die krasseste Story oder tischt mir die schlimmsten psychologischen Abgründe auf, aber es ist definitiv eins der kreativsten Horrorspiele des Jahres.
Moldrise auf SteamBrokenLore: Don't Lie
Entwickler: Serafini Productions | Publisher: Wired Productions / Serafini Productions | Release: 10. September 2026 | Sub-Genre: Psycho-Horror
Magdalena: Mit BrokenLore: Don’t Lie ist Entwickler Serafini Productions mal wieder ein Psycho-Horror-Erlebnis gelungen, das euch mit seiner Atmosphäre und Story packt, statt euch mit Jump Scares zu erschrecken. Ihr schlüpft in die Rolle von Junko, einer jungen Frau, die sich als Hikikomori weitgehend von der Außenwelt abgeschottet hat.
Doch als ihre verdrängte Vergangenheit zurückkehrt, verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Erinnerung und ihre vertraute Umgebung verwandelt sich zunehmend in einen Albtraum. Ihr erkundet ihre Wohnung, entdeckt Hinweise auf ihre tragische Geschichte und müsst euch gleichzeitig vor einer unsichtbaren Präsenz in Acht nehmen.
Dabei hat mich besonders abgeholt, wie das Spiel Junkos Isolation und ihre inneren Ängste in eine bedrückende Atmosphäre übersetzt. Wenn ihr also auch nach einem Horror-Erlebnis sucht, dass sich irgendwie wie ein kleines Kunstwerk anfühlt, ist BrokenLore: Don’t Lie das Richtige für euch. Kleiner Tipp noch: Spielt vor Don’t Lie am besten noch BrokenLore: Don’t Watch, denn die beiden Spiele hängen indirekt miteinander zusammen.
BrokenLore: Don't Lie auf SteamMole
Entwickler: Off Black Creations | Publisher: Oro Interactive | Release: 15. Juni 2026 | Sub-Genre: Psychologischer Horror, Walking Sim
Natalie: Mole hat mich komplett überrumpelt. Schließlich habe ich mich auf ein dreckiges, klaustrophobisches Simulator-Erlebnis eingestellt, bei dem ich selbst mit anpacken und eine riesige Bohrmaschine bedienen muss, die sich unaufhaltsam in die Eingeweide der Erde eingräbt. Das Gameplay ist schön haptisch und rau, was meinen Stresslevel komplett durch die Decke jagt – vor allem dann, wenn ich hastige Schritte hinter mir höre.
Überraschenderweise verbirgt sich unter dieser harten, mechanischen Schale eine unerwartet intime und sanfte Geschichte. Mole spielt plötzlich mit großen Themen wie Trauer, Verlust, Glaube und Hoffnung. Dieser krasse Kontrast fühlt sich an wie eine Ohrfeige. Das kalte, schmutzige Industrie-Setting wird plötzlich ein Heim für herzzerreißende Emotionen, die unaufhaltsam aus mir heraussprudeln.
Wenn ihr also auch in der einen Sekunde um euer Leben rennen, euch in der nächsten die Augen aus dem Kopf heulen und dann noch ein bisschen über das Leben philosophieren wollt, dann ist dieses knapp fünf Stunden lange Erlebnis perfekt für euch.
Mole auf SteamInscryption
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Inscryption: Dieses grimmige Spiel erntet gerade Traum-Reviews bei Steam
Entwickler: Daniel Mullins Games | Publisher: Devolver Digital | Release: 19. Oktober 2021 | Sub-Genre: Roguelite Deckbuilder
Heiko: Ich mag keinen Horror – egal ob in Büchern, Filmen oder Spielen. Mir erschließt sich einfach nicht, warum man sich freiwillig Angst einjagen lässt. Ich kann mich auch nicht mehr erinnern, wer oder was mich trotzdem zu Inscryption gebracht hat. Vermutlich war’s ein »Spiel das!« von irgendeinem heimtückischen Kollegen, gepaart mit dem Versprechen, dass es ein cooles Sammelkartenspiel wie das von mir geliebte Slay the Spyre sei.
Inscryption auf SteamUnd irgendwie war es das ja auch, aber eben noch so viel mehr! Euer Horrortrip beginnt in einer abgeranzten Hütte, in der euch euer sadistischer Gastgeber zu einem Kartenspiel auf Leben und Tod zwingt. Verliert ihr, geht’s euch an den Kragen … und ihr wacht wieder in der Hütte auf.
Klingt nach Standard-Roguelite, ist aber viel mehr. So viel mehr! Deswegen wäre jedes weitere Wort ein Wort zu viel. Ja, im Kern baut ihr hier wie in Slay the Spyre euer Deck und werdet von Run zu Run besser. Nur dass Pony-Island-Designer Daniel Mullins währenddessen noch euer Gehirn frittiert und es bei jedem Spielstart neu explodieren lässt.
Wenn ihr euch darauf einlasst, dann schickt euch Inscryption auf einen Psychotrip, der mit wirklich nichts auch nur ansatzweise vergleichbar ist, was ihr jemals gespielt habt.
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