Auf der vorherigen Seite habt ihr gelesen, warum Steel Ball Run der optimale Einstieg in das bizarre Franchise ist – obwohl es sich um den siebten Teil einer Story handelt. Nachstehend liefere ich euch 5 Gründe, warum ihr JoJo’s auf keinen Fall verpassen dürft.
5 Gründe, JoJo's Bizarre Adventure zu schauen
1. JoJo’s ist Kunst
Und ich spreche hier von klassischer Kunst. Der eigenwillige Stil ist euch sicher schon aufgefallen. Schöpfer Hirohiko Araki hat zwei große Einflüsse:
- Klassische Kunst, vor allem Bildhauerei
- Mode, im Speziellen Haute Couture
Vor JoJo’s hatte ich mit Mode nichts am Hut, aber dank der wilden Outfits kann ich mich gar nicht daran sattsehen. Diese beiden Einflüsse merkt man der Geschichte – egal ob Anime oder Manga – stets an und das grenzt sie von allem anderen ab.
Immer wieder finden sich Referenzen an klassische Kunst, wie etwa Michelangelo (hier ein Vergleich auf Reddit) oder Posen aus Modemagazinen.
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Und wenn das noch nicht reicht: 2009 stellte Hirohiko Araki im Pariser Louvre aus. Einige Kunstwerke seht ihr auf Wikiart. Der Schöpfer hat klassische Kunst mit Manga/Anime verheiratet – und das ist einzigartig.
2. JoJo’s ist Meme-Kultur
Als 2012 Part 1 namens Phantom Blood
animiert wurde, kam die westliche Welt erstmals so richtig in den Genuss des Franchise. Und gerade weil JoJo’s ohne Kontext so skurril wirkt (na gut, eigentlich auch mit Kontext), haben sich schnell Memes verbreitet. Heute gibt es dazu ganze Communitys.
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In Japan gehört JoJo seit 1986 zur Kultur und steht laut Wikipedia aktuell auf Platz 15 der meistverkauften Manga-Franchise aller Zeiten – über Kultklassikern wie Berserk oder Vagabond. Die meisten Verkäufe stammen dabei aus dem Land der aufgehenden Sonne, Japan.
Und dann sind da noch die schier unendlichen JoJo-Referenzen in anderen Medien (via JoJowiki). Es sind dermaßen viele, aber hier sind ein paar Highlights aus dem Gaming-Bereich:
- In Cyberpunk 2077 könnt ihr im Fotomodus euren Charakter diverse JoJo-Posen einnehmen lassen.
- In der Dark Souls-Reihe kämpft ihr gegen einen Tarkus, eine Anspielung auf einen Antagonisten aus Part 1.
- In Europa Universalis IV gibt es Achievements namens »Golden Wind« und »Stardust Crusaders« – beides Titel der Parts 5 respektive 3.
Das zeigt, für wie viele Menschen JoJo's eine Inspiration war und immer noch ist.
3. JoJo’s ist wie Doctor Who
Ihr seid Whovian? Klasse, denn dann kommt euch das Konzept von JoJo’s sehr entgegen. Ein Franchise läuft nicht seit 40 Jahren, ohne sich frisch zu halten oder neu zu erfinden, daher hat sich sein Schöpfer wohl von der legendären britischen Sci-Fi-Serie beeinflussen lassen. Jeder Part …
- … ist in weiten Teilen in sich geschlossen.
- … hat einen neuen JoJo (Protagonist).
- … hat ein neues Set an Nebenfiguren.
- … folgt einem anderen Subgenre. Part 1 ist Gothic Horror, Part 2 ist ein Indiana Johnes-eskes Abenteuer, Part 3 eine Heldenreise um den halben Globus, Part 4 ein Murder Mystery in einer japanischen Kleinstadt und so weiter.
Hinzu kommt, dass die Geschichten zwar einer größeren Handlung folgen, die Episoden für sich genommen aber oft einen Antagonisten mit eigenen Fähigkeiten abhandeln.
Aber Achtung: Parts überspringen ist unter Fans nicht gern gesehen! Das ist am Ende natürlich trotzdem kein Problem, aber lasst es mich so sagen: Die einzigartige Energie, die JoJo's innewohnt, gibt es in jedem Part, trotz all der Unterschiede. Die Essenz geht also nie verloren.
4. JoJo’s hat eine deutsche Synchro à la Bud Spencer und Terence Hill
Lange Zeit galt JoJo’s als nicht lokalisierbar. Das liegt vor allem daran, dass die Vorlage im japanischen viel inneren Monolog und Erklärungen hat, die schlichtweg langweilig sind. Hinzu kommen One-Liner und skurrile Situationen, die sich nicht so leicht in die deutsche Sprache übertragen lassen.
Deshalb haben die Verantwortlichen für die deutsche Synchro das einzig Richtige getan: Wie schon zu Zeiten von Bud Spencer und Terrence Hill haben sie viel selbst hinzugedichtet – und das macht die Synchronisation nicht minder zu einer der besten, die wir in unserem Land je produziert haben. Natürlich inklusive bekannter Stimmen und viel Spaß an der Arbeit.
Die Lokalisierung durch Regisseur Patrick Keller und seinem Team hebt die Geschichte noch einmal auf ein neues Level – in jedem einzelnen Part. Hier entstand eine Synchronisation von Fans für Fans. Aber Obacht, es wird bizarr!
Ein kleines Best-of hört ihr im Video. Seid jedoch vor Spoilern gewarnt.
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5. JoJo’s ist bizarr
Was soll ich euch erzählen? Wenn euch Dinosaurier im Wilden Westen nicht überzeugen, dann vielleicht Bösewichte, die ihre Gegner in Föten verwandeln, verrückte Künstler, die den Körper einer Spinne ablecken, um sie zu studieren oder Kerle, die durch den Erdboden tauchen können wie durch Wasser.
JoJo’s Bizarre Adventure darf auch als Befreiungsschlag gegen das enge Korsett der japanischen Gesellschaft verstanden werden. Verrückte Kleidung und schamlose Posen sind nicht das, was man dort erwartet.
Da kann es auch schon mal sein, dass sich mitten im Anime die Farben ändern, weil es einfach besser passt. Das ist eine Praktik, die Mangaka Hirohiko Araki selbst aus der Taufe gehoben hat, wie er in seinem Buch »Manga in Theory and Practice« schreibt (via Amazon).
In der Geschichte ist erlaubt, was Spaß macht. Mangaka Araki schreibt sich immer wieder in eine Ecke, um einen verrückten Trick nach dem anderen aus dem Hut zu zaubern. Physik spielt keine Rolle, aber innerhalb der Welt ergeben die Lösungen immer Sinn. Die Rule of Cool
steht hier klar im Fokus.
JoJo’s ist viel weniger Anime, als es aussieht
Arakis einzigartiger Stil ist euch sicher schon ins Auge gefallen. Natürlich ist JoJo’s ein Anime, aber vertraut mir, wenn ich euch sage, dass es sich viel weniger danach anfühlt. Der Beweis bin ich, der als Neuling damals durch JoJo's erst zu Anime gefunden hat – und das fast ganz ohne Vorwissen.
Einen Vergleich zu finden, ist schwierig. Wirklich einzigartige Werke gibt es heutzutage kaum noch; irgendwie war alles schon mal in irgendeiner Form da.
JoJo ist da die Ausnahme.
An all die, die es nicht kennen: Ich hoffe, ich konnte euch neugierig machen. Ich könnte ein ganzes Buch über JoJo’s schreiben, weil ich mit diesem Artikel immer noch nur an der Oberfläche kratze. 40 Jahre eines noch laufenden Franchises wollen erst mal abgedeckt sein.
Bis Netflix die nächsten Teile zu Part 7 fallen lässt, habt ihr insgesamt 190 Episoden über sechs Parts verteilt, um die Zeit zu überbrücken.
An all die, die es kennen: Seid ihr mit Steel Ball Run soweit zufrieden? Welcher ist euer liebster Part? Welcher ist euer liebster JoJo?
Schreibt es gerne in die Kommentare, ich freue mich drauf, mit euch zu feiern!







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