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Kingdom Under Fire 2 im Test: Stellenweise unterhaltsamer als Keuchhusten

Die Mischung aus MMORPG und Echtzeitstrategie macht gelegentlich Laune, sorgt aber auch für viel Langeweile. Ein Spielbericht.

von Sascha Penzhorn,
03.01.2020 17:35 Uhr

Kann das Strategie-MMORPG Kingdom Under Fire 2 im Test überzeugen? Kann das Strategie-MMORPG Kingdom Under Fire 2 im Test überzeugen?

Schickt mir Petra kurz vor Weihnachten eine Nachricht. Ob ich zwischen den Jahren etwas Geld verdienen möchte. Also bereite ich mich vor: Erdnussbutter, ein Zwerghamster, ein extralanges Papprohr und meine Webcam.

»Ich bin bereit«, schreibe ich zurück. »Gut. Hier ist ein Key für Kingdom Under Fire 2.« Ha! In diesem Augenblick freue ich mich noch, weil mein erster Job fürs neue Jahr wohl doch nicht so schmutzig werden würde, wie erwartet. Ich hatte ja keine Ahnung!

Gender-Lock und Google Translate

Als die Festtage überstanden sind, werfe ich zum ersten Mal das Spiel an und wähle zwischen fünf spielbaren Klassen. Die sehen aus wie in jedem Onlinespiel, das seine Wurzeln in Korea hat: Ein Typ mit Schwert und zwei Pistolen, der eindeutig Mitglied einer Boyband ist. Ein anderer Typ mit Schwert, das aber größer ist als er selbst. Drei Mädels mit Bogen und/oder magischen Fähigkeiten, allesamt mit spitzen Ohren. Das Budget für Bekleidung wird von Figur zu Figur immer geringer.

In der Gruppe machen wir alles ohne jede Anstrengung dem Erdboden gleich. In der Gruppe machen wir alles ohne jede Anstrengung dem Erdboden gleich.

Die Geschlechter sind je Klasse fest vorgegeben. Ist mir aber ohnehin egal, denn ich wähle den Kollegen mit dem extragroßen Schwert. Der ist ein Berserker und laut Beschreibung besonders leicht spielbar. Finde ich gut, wir Spielejournalisten können ja alle nix.

In der Charakteranpassung kann ich das Gesicht meines Helden verändern und ihm Grübchen am Kinn oder spitzere Wangenknochen verpassen. Vermutlich, damit er in einer Schlacht mit zehntausend Monstern besser aus der Menge hervorsticht. Irgendwelche Optionen für Körper, Proportionen und Krempel gibt es nicht.

Dafür startet jetzt ein richtig mieses Intro. Dort ist die Sprachausgabe so synchron mit den Lippenbewegungen der Figuren wie in den Martial-Arts-Filmen in der VHS-Sammlung meines Vaters. Vor allem ist die (ausschließlich) englische Sprachausgabe aber verdammt schlecht. Und zwar nicht mal unfreiwillig lustig schlecht sondern einfach nur schlecht schlecht. Dazu gibt's englische Untertitel, die eindeutig der Google-Übersetzer (v)erbrochen hat. Ich breche das Spiel ab und stelle die Sprache auf Deutsch um.

Die weiblichen Spielfiguren haben allesamt spitze Ohren und nichts zum Anziehen. Die weiblichen Spielfiguren haben allesamt spitze Ohren und nichts zum Anziehen.

Schöner mit Weihnachtsgrippe

Während ich das Spiel neu starte, huste ich mir eine Lunge aus dem Hals. Bei mir in Nottingham geht das gerade um. Fieber, Triefnase, der Kopf wie in Watte gepackt. Ich habe mir für die Arbeit einen astreinen Dumpfschädel eingefangen. Immerhin: Die deutschen Texte im Spiel sind vom ersten Moment an okay, wenn auch offenbar ohne jeden Kontext übersetzt.

Ich prügle mich durch ein Tutorial, in dem Hunderte Monster gegen ebenso viele Soldaten kämpfen. Das ist spektakulär, läuft performancemäßig aber allenfalls mittelprächtig. Ich pflüge mit dem Zweihänder durch die Gegnerhorden, die aufgewirbelt und weggeschleudert werden wie Spielzeug. Linke und rechte Maustaste für leichte und schwere Angriffe und Kombos, ab und zu auch mal ein Spezialangriff über die Zifferntasten oder blocken und ausweichen über die Umschalt-, respektive Leertaste.

Die riesigen Schlachten sind zwar echt spektakulär, kommen ab einer gewissen Anzahl Einheiten aber auch ins Ruckeln. Die riesigen Schlachten sind zwar echt spektakulär, kommen ab einer gewissen Anzahl Einheiten aber auch ins Ruckeln.

Bogenschützen verschießen Brandpfeile, riesige Belagerungsskorpione legen ganze Landstriche in Schutt und Asche. Ein Obermonster überragt die Festungsmauern um gut das Doppelte. Hier ist richtig was los! Meine GTX 1070 pfeift auf dem letzten Loch. Genau wie meine Lunge. Eine knöcherige Hand klopft an mein Fenster. Ich schaue hinaus und starre in das augenlose Antlitz des Sensenmanns. Der steht vor meinem Haus, grinst mir zu und will mich nach draußen locken. Ich ziehe die Vorhänge zu, werfe ein paar Paracetamol ein und spiele weiter. So furchtbar krank bin ich dann doch nicht.

Plötzlich MMORPG

Nach dem Tutorial gibt es erst mal arg viel Gequatsche in langweiligen Textboxen. Irgendwelche bösen Mächte haben das Königreich überrannt, alles ist verloren, bladibla, das ist mir alles egal, weil ich zu diesem Zeitpunkt null Bindung zur Spielwelt oder irgendwelchen Figuren habe. Und so mies die Sprachausgabe ist, gibt's außerhalb der Zwischensequenzen gar keine Vertonung für die Unterhaltungen, die kaum öder und belangloser sein könnten.

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