Ich geb’s zu: Ich war nie Xbox-Jünger. Mir haben die Exklusiv-Titel nie getaugt. Dennoch bin ich durchaus begeistert von Phil Spencers Aussage, jeden Bildschirm zu einer Xbox machen zu wollen.
Wie heißt es so schön? »Go big or go home«.
In einem Interview mit The Verge sagte Spencer außerdem Folgendes:
Wir denken wirklich darüber nach, Hardware zu entwickeln, die sich aufgrund ihrer einzigartigen Aspekte an Gamer verkauft.
Der Microsoft Gaming-CEO sprach von »unique hardware«. Mir kam sofort ein Xbox-Handheld in den Sinn.
Nintendo macht’s vor – seit 30 Jahren
Nintendo produziert Handhelds seit über 30 Jahren und zwei der drei erfolgreichsten Konsolen aller Zeiten sind portabel. Immerhin ranken sich auch Gerüchte um einen Sony-Handheld, weil der Markt und die Nachfrage offensichtlich da sind.
Logisch, dass Microsoft ein Stück vom Kuchen abhaben will. Doch mir drängt sich da eine Frage auf.
Wieso hat Microsoft nicht schon eher eine Xbox auf die Hand herausgebracht?
Haben sie sich vom Misserfolg der PSP Vita und dem Mutant Wii U abschrecken lassen? Möglich, aber dadurch war der Markt für andere Handhelds, die PC-Gaming simulieren, offen.
Und das sind nur die, die mir spontan einfallen.
Man könnte als Argument anführen, dass Xbox mit Handhelds so gar keine Erfahrung hat. Das wiederum hat Sony 2004 nicht von der PSP abgehalten. Auch Valve hatte kaum Erfahrung mit Hardware und rüttelte mit dem Steam Deck den Markt auf.
Es gibt keinen besseren Zeitpunkt als jetzt
Um’s auf Deutsch zu sagen: Windows auf Handhelds ist bescheiden. Das Betriebssystem ist nicht dafür gemacht (eine Ansicht, die Phil Spencer im Interview übrigens teilt).
Es ist zu umständlich, zu kleinteilig und zu aufgeblasen für das, was Handhelds eigentlich tun sollen: schnelles und einfaches Zocken für unterwegs bieten.
Nicht ohne Grund schielt Ayaneo auf SteamOS bei seinem neuen Handheld.
Mit seiner Erfahrung und seinem Wissen kann Microsoft den Handheld-Markt jetzt aufräumen.
Phil Spencer hat mit seiner Aussage vom Anfang des Artikels eine Art »Xbox Anywhere« bereits in Aussicht gestellt – da würde ein Handheld in die Strategie passen.
Hier könnte Microsoft die Konkurrenz hinter sich lassen:
- ✅ Software: Ein abgespecktes Windows für Handhelds würde nur die nötigsten Features besitzen – und ein solches OS kann nur Microsoft liefern.
- ✅ Bedienkonzept: Ein entsprechendes OS könnte besser auf die Bedienung in der Hand ansprechen. Beim Steam Deck war unser Tester Alex nämlich nicht einwandfrei zufrieden.
- ✅ Game Pass: Eine native App gibt es für andere Handhelds immer noch nicht und das könnte ein Alleinstellungsmerkmal sein.
Mein Kollege Jusuf war von der Handheld-Idee nicht angetan. Als Besitzer eines Steam Decks wünscht er sich lieber Support durch Microsoft in Form des Game Pass auf bereits existierenden Handhelds.
Microsofts stärkstes Argument bliebe dennoch eine Art »Xbox Anywhere«. Den Game Pass haben sie bereits mit der Gießkanne verteilt, Exklusiv-Spiele kommen auf Switch und PS5.
Wenn Microsoft will, könnten sie Xbox einfach über alles stülpen und überall hin verteilen und wären somit auch im Spiel – wortwörtlich.
Bevor uns allerdings möglicherweise in ein paar Jahren ein Xbox-Handheld ins Haus steht, rückt die Ankündigung um eine Nintendo Switch 2 immer näher.
Natürlich könnte sich die »unique Hardware« am Ende auch als neuer Controller entpuppen, der für Mai dieses Jahres vermutet wird (ebenfalls The Verge). Bis wir zu sehen bekommen, was Phil Spencer angeteast hat, werden sicherlich noch einige über Windows auf ihrem Handheld schimpfen.
Was glaubt ihr, hat Microsoft in den kommenden Jahren vor? Wird wirklich bald jeder Bildschirm eine Xbox? Oder glaubt ihr, dass heißer gekocht als gegessen wird?

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