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Lamplight City im Test - Detektiv unter Dampf

Als Ex-Cop löst ihr im steampunkigen Adventure fünf verworrene Fälle und versucht, einen Serienmörder dingfest zu machen, der euren ehemaligen Partner auf dem Gewissen hat.

von Gloria H. Manderfeld,
11.10.2018 11:05 Uhr

Lamplight City vermischt klassische Noir-Stoffe mit Steampunk.Lamplight City vermischt klassische Noir-Stoffe mit Steampunk.

Einst waren Miles Fordham und Bill Leger nicht nur Freunde, sondern auch das Top-Ermittlerduo der Polizei von New Bretagne, einer aufstrebenden Hafenstadt in der neuen Welt. Doch seit Bill bei einem Routinefall ums Leben kam, muss Miles mit der Abneigung seiner ehemaligen Kollegen kämpfen und schlägt sich fortan als Privatdetektiv durch - mitsamt eines echten Problems.

Bills Stimme steckt seit dessen Tod in Miles' Kopf und versucht, den Ex-Kollegen durch pausenlose Kommentare dazu zu bringen, seinen Mörder zu finden. Gezwungen, diesen Umstand vor seiner Ehefrau und den wenigen verbliebenen Freunden geheim zu halten, verbringt Miles seine Tage zwischen Ermittlungen und Drogenrausch.

Rätsel lieber leichtgewichtig

Blöd nur, dass die fünf in Lamplight City auf euch und Miles wartenden Fälle seine volle Aufmerksamkeit bräuchten: Ihr ermittelt quer durch alle gesellschaftlichen Schichten und in den vier sehr unterschiedlichen Stadtvierteln von New Bretagne.

Im Armenviertel Chomondeley hilft uns ein Obdachloser mit seiner Aussage.Im Armenviertel Chomondeley hilft uns ein Obdachloser mit seiner Aussage.

Egal, ob ihr in einem Bordell, einer schmierigen Spelunke, im Büro eines Parlamentsabgeordneten oder einem herrschaftlichen Anwesen landet, überall müsst ihr im klassischen Point-and-Click-Stil die Umgebung abgrasen und Gegenstände sowie Dokumente aufspüren.

Wichtige Hinweise findet ihr selten an offensichtlichen Stellen, auch das Stöbern in Bücherregalen, Schränken und zunächst unzugänglichen Orten lohnt sich. Mehr als die rechte Maustaste braucht ihr bei der Suche jedoch nicht, der Cursor verändert sich je nach möglicher Interaktion automatisch.

Daneben lest ihr im Notizbuch nach, welche Aufgaben im aktuellen Fall anstehen, was für Informationen ihr gesammelt habt und welche Verdächtigen ihr bereits finden konntet. Anders als in den meisten vergleichbaren Adventures gibt es allerdings kein Inventar. Findet ihr für den Fortschritt des Spiels wichtige Gegenstände, nutzt Miles diese automatisch, sobald ihr den passenden Hotspot anklickt.

Arbeiter beim Protest gegen den Bau eines neuen Luftschiffs.Arbeiter beim Protest gegen den Bau eines neuen Luftschiffs.

Komplexes Kombinationstüfteln bleibt deshalb beim Fälleknacken genauso auf der Strecke wie knifflige Rätsel. Herausforderungen im Stil von Deponia oder Die ungelösten Fälle von Sherlock Holmes treten zugunsten der umfangreichen Gespräche in den Hintergrund, was den Genre-Gesamtanspruch spürbar drückt.

Klicken ist Silber, Reden ist Gold

Entscheidende Informationen bekommt ihr vor allem in den hervorragend vertonten (auf englisch) Dialogen mit Zeugen, Angehörigen und anderweitig Beteiligten. Für alle, deren Englisch nicht fließend genug für Nuancen ist, gibt es deutsche Untertitel, die bis auf Wortspiele meist eine akkurate Übersetzung bieten.

Ein echtes Highlight sind Bills trocken-sarkastische Kommentare zu allem und jedem, aber auch die Interaktion mit den sehr unterschiedlichen Bewohnern von New Bretagne macht Spaß. Ein Anwalt mit extremer Furcht vor Bakterien, eine spiritistische Nanny und ein Chorleiter im Opiumrausch sind nur drei Beispiele des sehr bunten Reigens an Gestalten, mit dem es Miles Fordham täglich zu tun hat.

Eure Hauptarbeit besteht darin, Zeugen zu befragen.Eure Hauptarbeit besteht darin, Zeugen zu befragen.

Es hängt zudem stark von eurem Umgang mit dem Gegenüber ab, ob ihr tatsächlich bei den Ermittlungen weiterkommt. Manche Zeugen geben erst unter deutlichem Druck wichtige Informationen preis, andere verärgert ihr mit zu bohrenden Fragen so nachhaltig, dass sie euch gar nicht mehr helfen wollen. Dabei kann ein Fall auch schlicht unlösbar werden! Ihr müsst also bei jeder Unterhaltung abwägen, wie ihr euch verhaltet, und ob ihr gleich jedem Unbekannten auf die Nase bindet, dass ihr ein Ermittler seid.

Hier hilft nur das Anlegen mehrerer Speicherstände, falls ihr in einer Sackgasse gelandet seid! Ihr könnt auch wider besseres Wissen den falschen Verdächtigen in den Knast bringen, die auffindbaren Hinweise reichen für mehrere Verdächtige aus. Allerdings müsst ihr dann im Verlauf der Story auch mit den auf euch wartenden Konsequenzen klar kommen: Versemmelt ihr zu viele Fälle nacheinander, können sogar das Kittchen oder die Irrenanstalt warten, da Miles' desolater geistiger Zustand seinem Umfeld nicht entgangen ist...

Eine Welt zum Dampfen

Neben den abwechslungsreichen Fällen stellt das großartig ausgeführte Setting eine der echten Stärken des Spiels dar. Die im Hintergrund der Ermittlungen weiterlaufende Entwicklung der Spielwelt wird mit Zeitungsartikeln, NPC-Gesprächen und den Meinungen eurer Gesprächspartner inszeniert, sodass man in eine glaubhafte, vielschichtige Steampunk-Welt eintaucht.

Einen Dschungel in der Großstadt findet ihr an der Uni von New Bretagne.Einen Dschungel in der Großstadt findet ihr an der Uni von New Bretagne.

Neben dem allgegenwärtigen Klassenkampf werden auch fehlende Frauenrechte, Armut, Korruption und gesellschaftlicher Wandel durch fortschreitende Dampf-Mechanisierung immer wieder thematisiert. Hier zeigt sich die ganze Routine von Autor Francisco Gonzalez, der bereits in A Golden Wake und Shardlight interessante Spielewelten präsentiert hat.

Kombiniert mit der unaufdringlichen, gelungenen Soundkulisse und den routiniert gemalten 2D-Szenenbildern ist Lamplight City ein Kleinod für Spieler, die sich nicht mit zu vielen Rätseln aufhalten wollen und sich lieber auf hervorragende Geschichten konzentrieren wollen.

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