Im Jahr 2001 waren Vampire noch cool. Blade schnetzelte sich durch die Nachtclubs und Bram Stoker’s Dracula hatte mir wochenlang Albträume beschert, nachdem ich meine Eltern dazu überredet hatte, den Film abends anschauen zu dürfen. Die Blutsauger waren düster, brutal und noch war nicht vorherzusehen, dass Vampire eines Tages frenetisch Bella!
schreien und geschminkt durch den Wald rennen würden.
Sprich: 2001 war die Welt der Vampire noch in Ordnung. Genau in dieser Zeit erschien mit Legacy of Kain: Soul Reaver 2 ein Spiel, das meinen Spielegeschmack geprägt hat wie nur wenige andere. Bald kehren beide Soul-Reaver-Titel als Remaster zurück und glaubt mir: Ihr könnt euch auf was gefasst machen!
Mit 23 Jahren, da fängt das Leben (wieder) an!
Schaffen wir mal flugs den ganzen bürokratischen Kram aus dem Weg, damit ich gleich in gebotener Ausführlichkeit über die Spiele schwärmen kann.
Wann erscheint das Remaster? Legacy of Kain: Soul Reaver 1 und 2 Remastered erscheint am 10. Dezember 2024 auf Steam, bei GOG, im Epic Store und für PlayStation sowie die Xbox.
Was soll der Spaß kosten? Auf dem PC sind es 28,99 Euro, auf den beiden Konsolen hingegen 29,99 Euro (seht ihr, PC-Gaming ist günstiger, hehe).
Gibt es auch einen Trailer? Den gibt es! Hier, tankt eine Ladung Atmosphäre, bevor es endlich mit meiner Ode an Soul Reaver losgeht:
1:24
Legacy of Kain Soul Reaver 1 & 2: Die Actionspiele bekommen nach über 20 Jahren ein Remaster
Du brauchst keinen Unterkiefer, um grandios zu sein!
Zwei Dinge begeistern sowohl mein 11-jähriges als auch mein 34-jähriges Ich. Zum einen ist es die schaurig-finstere Stimmung, die in der Welt von Soul Reaver allgegenwärtig ist. Wenn ich eine Stunde durch Nosgoth gelaufen bin, möchte ich mich am liebsten für ein erholsames Schläfchen in den Sarg legen.
Zum anderen bin ich großer Fan des Helden
Raziel. Und die Anführungszeichen stehen da aus gutem Grund, denn ebenso finster wie die Ruinen von Nosgoth ist auch die Seele der Hauptfigur. Raziel hat aber gute Gründe, warum er so schlechte Laune hat: Er wurde von seinem ehemaligen Meister Kain in den Energiestrudel namens Abyss geworfen und durch den Sturz entsetzlich entstellt. Deshalb ernährt er sich nicht mehr von Blut, sondern direkt von den Seelen seiner Opfer! Tja, wer kann, der kann …
Der unterkieferlose Raziel vermag aber nicht nur prima Kinder zu erschrecken, er kann auch in bester Action-Adventure-Manier durch die atmosphärische Spielwelt laufen, hüpfen, klettern, rätseln und natürlich kämpfen.
Mit seinem namensgebenden Schwert Soul Reaver teilt Raziel gegen zahlreiche Monster aus, die ihm auf den Pelz rücken. Die Kämpfe habe ich als sehr anspruchsvoll in Erinnerung und ich bin gespannt, ob die Remaster-Entwickler bei Aspyr in Sachen Schwierigkeitsgrad und Zugänglichkeit Anpassungen vornehmen, um auch heutige Gewohnheiten vieler Spielefans abzudecken.
Sinn und Zweck für Raziels Reise ist naheliegend: Er möchte Rache an Kain nehmen. Erwartet in Sachen Storytelling bitte keine moderne Triple-A-Produktion. Soul Reaver 1 und 2 erzählen ihre Handlung primär durch das Leveldesign und zumeist sehr statische Cutscenes, die auf großes Tamtam verzichten. Aber hey, genau das wünsche ich mir für das Remaster, eine richtig große Portion Nostalgie!
Hier, ich habe unser damaliges Test-Video aus dem Archiv gekramt:
PLUS-Archiv
1:54
Legacy of Kain: Soul Reaver - Test-Video zum herrlich stimmungsvollen Vampirspiel
Das Design der fremdartigen Levels zählt für mich bis heute noch immer zum Besten des Genres. Klassische Fantasy trifft auf realistisches Mittelalter und viktorianische Architektur - Nosgoth blutet Atmosphäre aus jedem Pixel!
Außerdem hat das Spiel noch einen besonderen Clou: Auf Knopfdruck wechselt Raziel zwischen der materiellen Ebene auf die spektrale Ebene. Dadurch verändert sich die Welt vor seinen Augen und die Zeit bleibt stehen, was nicht nur wundervoll aussieht, sondern auch wichtig für das Lösen von Rätseln und viele andere Situationen ist.
Ihr merkt schon: Ich liebe Soul Reaver bis heute und sollte das Remaster technisch in einwandfreiem Zustand erscheinen, breche ich am 10. Dezember sofort wieder nach Nosgoth auf.
Ich habe eine Bitte an euch
Soul Reaver 1 und 2 waren zwar Kritikerlieblinge, verkauften sich aber nie so gut, wie es sich der damalige Publisher Eidos erhofft hatte. Zwar gab es mit Legacy of Kain: Blood Omen 2 und Defiance noch zwei Nachfolger. Doch da die ebenfalls keine Kassenschlager waren, verpasste man Kain, Raziel und Co. eine Silberkugel und bis heute liegt die Serie brach.
Das ist in meinen Augen wirklich sehr schade. Wenn ihr auch ein Herz für stimmungsvolle, düstere und anspruchsvolle Action-Adventures habt, dann schaut euch das Remaster von Soul Reaver 1 & 2 zumindest mal an! Vielleicht kann es ja auch euer Interesse wecken und wenn nicht, habt ihr Raziel mit eurer Aufmerksamkeit trotzdem ein bisschen glücklicher gemacht.
Spielerisch können die beiden Urahnen selbst nach 23 Jahren Pause noch immer mit vielen ihrer heutigen Sprösslinge mithalten, dessen bin ich mir sicher. Und sollte das Remaster großen Anklang finden, wer weiß, ob es nicht am Ende doch wieder weitergeht mit Raziel und seiner Suche nach Vergeltung!
In 23 Jahren, also im Jahr 2047, beginne ich, inzwischen beleibter und ergrauter Großmoff der GameStar, eine Kolumne dann hoffentlich wie folgt:
Im Jahr 2024 waren Vampire nicht mehr cool. Der neue Blade-Kinofilm kam einfach nicht in die Puschen und Redfall hatte mir wochenlang Albträume beschert, weil einfach alles an diesem Spiel grauenhaft war. Die Blutsauger waren blutleer, unbeliebt und noch war nicht vorherzusehen, dass Vampire schon kurz darauf dank des zurückgekehrten Soul Reaver und des doch viel besser als befürchteten Bloodlines 2 wieder angesagt sind.
Ja, richtig gelesen: Als Vampir-Fan bin ich immer noch zwiegespalten, was Vampire Bloodlines 2 angeht. Aber ach, ich hoffe weiterhin das Beste und zur Not habe ich ja dann bald Soul Reaver, um mich darüber hinwegzutrösten!
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