»Was ist eigentlich aus Magic geworden?«, frage ich mich gerade, als ich nach Jahren wieder einen Fuß in die digitale Arena von Magic: The Gathering Arena setzte.
Früher dominierten Engel, Drachen oder Vampire das Spielfeld. Doch 2025 ist offenbar alles anders: Das Aggro-Deck, das mir am meisten Angst einjagt, ist nicht etwa ein Haufen wütender Goblins – sondern eine Armee aus Kaninchen. Selesnya Rabbits
heißt der neue Schrecken der Standard-Formate.
Dieses Deck ist gar nicht süß
Es ist ein vertrautes Gefühl, die ersten Karten wieder zu ziehen. Kreaturenzauber spielen, ein bisschen Removal hier, vielleicht einen Planeswalker da – alles wie früher. Doch schon in den ersten Matches werde ich eines Besseren belehrt: Die Meta hat sich verschoben. Kein Wunder, wenn man drei Jahre lang nicht mehr gespielt hat.
Doch immer wieder taucht ein Deck auf, das ich nicht auf dem Schirm hatte – Selesnya Rabbits
. Ein wahrer Albtraum, der auch noch extrem geradlinig zu spielen ist, sodass selbst Anfänger problemlos Veteranen wie mich überrollen können.
Was steckt hinter diesem Deck? Die Selesnya-Farben (Grün und Weiß) stehen traditionell für effiziente Kreaturen und auch für Token-Strategien. Doch die Killerkaninchen-Variante bringt das Ganze auf ein neues Level.
Mit Karten, die viel zu süße Namen wie Hoppeldihopp
tragen, überschwemmt das Deck das Board in Windeseile mit kleinen, aber gefährlichen Kreaturen. Unterstützt von Buffs und cleveren Tricks, wachsen die Kaninchen schnell über sich hinaus.
Im Zentrum des Decks stehen Karten wie:
- Finneas, Ace Archer: Ein legendärer Kaninchen-Lord, der nicht nur andere Rabbits stärkt, sondern auch Card-Draw ermöglicht, sobald ihr genügend Power auf dem Feld habt.
- Valley Questcaller: Gibt allen Rabbits +1/+1 und sorgt für Scry-Effekte, wenn neue Kreaturen ins Spiel kommen.
- Hop to It (Hoppeldihopp): Ein effizienter Token-Generator, der drei 1/1 Rabbit-Tokens aufs Feld bringt, perfekt für schnelle Board-Präsenz.
- Pawpatch Recruit, Burrowguard Mentor, Regal Bunnicorn: Günstige Kreaturen, die entweder schnell Druck machen oder mit der Anzahl eurer Kreaturen wachsen.
Die Strategie basiert darauf, möglichst früh viele Kreaturen ins Spiel zu bringen, diese mit Buffs zu verstärken und so das Spieltempo zu diktieren. Viele der Rabbits profitieren zudem von diversen Token-Mechaniken, +1/+1-Countern und gelegentlichen Lifegain-Effekten.
3:15
Magic: The Gathering gewährt einen ersten Blick auf die kommenden Final-Fantasy-Karten
Wie spielt sich das Deck?
Selesnya Rabbits ist extrem schnell und druckvoll. Wenn ihr Glück beim Mulligan habt, kann ab Zug zwei oder drei das Board so voll sein, dass der Gegner ins Schwitzen kommt. Dank Karten wie »Hop to It« und »Pawpatch Recruit« habt ihr praktisch immer Nachschub und die Buffs sorgen dafür, dass eure Tokens und kleinen Kreaturen schnell zu einer echten Bedrohung werden.
Ein typischer Spielverlauf:
- Turn 1: Günstige Rabbit-Kreatur wie Pawpatch Recruit oder Seasoned Warrenguard.
- Turn 2: Valley Questcaller oder Burrowguard Mentor, um das Board zu verstärken.
- Turn 3:
Hop to It
für drei neue Rabbit Tokens. - Ab Turn 4: Überrennen, Buffs stapeln, Card-Draw durch Finneas oder Knight-Errant of Eos, um nicht aus dem Tritt zu kommen.
Das Deck kann auch im Midgame noch mithalten, da es mit Card-Draw und Board-Präsenz nachlegen kann. Schwächen hat es klassisch gegen Mass-Removal oder sehr schnelle Burn-Decks, aber durch die schiere Masse an Kreaturen können auch diese Hürden oft überwunden werden.
Und plötzlich war ich selbst Teil der Kaninchenplage
Ja, ich bin schwach geworden. Nach Tagen, in denen ich immer wieder mal von den süßen Häschen überrannt wurde, stand ich plötzlich selbst mit flauschigen Tokens auf dem digitalen Schlachtfeld. Zum Glück hat meine langjährige MTG-Arena-Karriere einen ordentlichen Vorrat an Wildcards hinterlassen, sonst hätte ich mich wohl noch länger geziert.
Bereut habe ich es aber nicht: Die Lernkurve ist so flach wie ein frisch gemähter Rasen, die ersten Siege so süß wie Karottenkuchen. Mich ärgert nur ein wenig, dass sich das Deck wirklich wie im Autopilot spielt – so richtig nachdenken muss ich nicht. Ein typisches Aggro-Deck halt.
Ob ich dabei bleibe? Wer weiß. Vermutlich zieht es mich bald wieder zu Midrange oder Control - die neuen Final-Fantasy-Karten habe ich mir tatsächlich noch gar nicht näher angeschaut. Aber eines steht fest: Es fühlt sich verdammt gut an, selbst mal das nervigste Deck zu spielen, vor dem alle warnen.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.