Mit Halo und Destiny hat sich US-Entwickler Bungie längst einen Namen in der Shooter-Szene und der gesamten Brache gemacht.
Jetzt enthüllt das traditionsreiche Studio den ersten neuen Titel seit dem Release von Destiny 2 vor acht Jahren: Marathon kommt!
Doch der neue Shooter birgt selbst für einen Giganten wie Bungie große Risiken. Wir haben die ersten Gameplay-Szenen analysiert und mit den Entwicklern gesprochen.
Was ist Marathon überhaupt?
Zunächst einmal die wichtigsten Infos schnell auf einen Blick:
- Genre: PvPvE Extraction-Shooter
- Setting: Sci-Fi
- Release: 23. September 2025
- Spielerzahl: Bis zu 18 pro Match, Teams von 1-3 Spielern
- Plattformen: PC (Steam), PS5, Xbox Series-Konsolen
Marathon ist angesiedelt auf dem Planeten Tau Ceti IV, wo eine menschliche Kolonie unter mysteriösen Umständen ausgelöscht wurde. In der Rolle von Söldnern mit künstlichen Cyber-Körpern durchforsten die Spieler die Überreste dieser Zivilisation nach wertvollen Items und Artefakten. Dabei kommt es zu Gefechten mit rivalisieren Squads und KI-Feinden.
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Was ist Marathon? Der neue Bungie-Shooter in 5 Gameplay-Minuten komplett erklärt
Marathon ähnelt in Sachen Spielprinzip Titeln wie Escape from Tarkov, Hunt: Showdown 1896 oder The Cycle.
Es gilt also, auf einer offenen Map möglichst viel Loot einzusacken, nebenbei Missionen zu erfüllen und dann lebendig an einem Extraktionspunkt wieder zu entkommen – wer stirbt, verliert seine Beute. So weit, so Genre-Standard.
Bleibt die Frage, was Marathon nun besonders macht!
Ein Runner mit Blade
In Marathon wählen Spieler vor dem Match einen von sechs Runnern aus, die Merkmale von Klassen oder auch Helden aus Shootern wie Apex Legends oder Valorant tragen. Jeder Runner kommt aufgrund seines biosynthetischen Körpers mit individuellen Fähigkeiten und Stärken daher.
Void kann sich beispielsweise kurz unsichtbar machen und ist ein Meister von Stealth-Taktiken. Glitch ist dank Mobilitäts-Implantaten besonders schnell und für Hit&Run-Taktiken geeignet. Lifeline erfüllt dagegen die Support-Rolle und versorgt Teamkollegen mit extra Schilden. Jeder Runner kann auch mehrfach pro Team ausgewählt werden.
Die künstlichen Körper sind dabei nichts weiter als Hüllen, in denen ein Bewusstsein geladen wird – stirbt ein Runner, landet sein Geist für das nächste Match in einem neuen Cyber-Organismus. In der Lore von Marathon spielen deshalb auch Themen wie Identitätsverlust eine Rolle.
Weniger Hardcore wagen
Game Director Joe Ziegler erklärt uns im Gespräch: »Wir wollen den zugänglichsten Extraction-Shooter überhaupt machen. Es soll sehr einfach zu erlernen sein und sich intuitiv steuern.«
Im Gegensatz zu Spielen wie Escape from Tarkov oder auch Gray Zone Warfare sollen sich Shooter-Spieler sofort zurecht finden und nicht mit zahlreichen komplexen Systemen überfordert werden. Ziegler dazu:
Viele Extraction-Shooter sind extrem taktisch und sehr langsam, man muss sich oft verstecken und so weiter. In unserem Spiel hast du sehr viele Optionen, es ist ein Mix aus Taktik und Action und man kann in bestimmten Situationen auch sehr aggressiv spielen.
Auch der Tod ist in Marathon weniger endgültig: Wer in Marathin stirbt, kann jederzeit im Matchverlauf von einem Mitspieler wiederbelebt werden – solange also ein Teamkollege am leben bleibt, bleibt also die Chance auf den Wiedereinstieg. Erst wenn das gesamte Squad außer Gefecht ist, ist wirklich Sense.
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Acht Jahre nach Destiny 2 enthüllt der legendäre Entwickler den nächsten großen Shooter: Marathon
Keine Angst vor der Gear-Pleite
Loadouts in Marathon sollen extrem vielfältig und sehr flexibel sein. Ausrüstung wie Schilde, Waffen, Cyber-Implantate, Granaten, Fallen und Werkzeuge können individuell zusammengestellt und auf die Helden-Fähigkeiten des jeweiligen Runners abgestimmt werden, um die eigene Teamkomposition und Ausrichtung festzulegen. Durch erfolgreiche Runs vergrößert sich das Angebot auf dem Schwarzmarkt.
Die Marathon-Entwickler versprechen dabei größtmögliche Fairness: Wer häufig stirbt und deshalb mit leergeräumtem Inventar dasteht, bekommt von den Ingame-Fraktionen gesponserte Kits gestellt. »Nackte Runs nur mit einem Messer sind bei uns nie nötig – außer du entscheidest dich ganz aktiv dafür«, kommentiert Game Director Joe Ziegler.
Equipment ist aber letztlich nur die halbe Miete: »Egal wie toll du ausgerüstet bist, Spieler mit Skill, Teamwork und einer guten Strategie werden immer im Vorteil sein«, heißt es von Bungie.
Die große Robo-Bedrohnung
Auf den Maps von Marathon trifft man nicht nur auf feindliche Spieler, sondern auch KI-Gegner diverser Parteien. Und die werden kein stumpfes Kanonenfutter sein, versprechen die Entwickler:
Es gibt zum Beispiel die Roboter der UESC, eine der Hauptfraktionen. In ihr verhalten haben wir viel Zeit investiert. Spieler werden überrascht sein, wie clever sie sein können. Wir haben viel aus Destiny gelernt und die KI legt jetzt nochmal eins drauf. Sie sind eine echte Bedrohung in der Welt von Marathon!
Die Jagd nach Loot auf der fremden Alienwelt soll außerdem durch dynamische Wetterwechsel, Ingame-Events und eine noch geheime Endgame-Komponente mit extrem schweren Herausforderungen dauerhaft abwechslungsreich und unvorhersehbar bleiben. Und natürlich ist bereits neuer Season-Content mit frischen Runnern und Maps in Arbeit.
Riskantes Manöver eines Shooter-Giganten
Das Problem von Marathon könnte aber viel grundlegender sein als Gameplay, Gear oder Grind. Denn der Markt der Extraction-Shooter ist hart umkämpft und alles andere als eine sichere Bank.
Marathon muss sich deshalb einer harten Realität stellen: Die Ankündigung eines neuen Hero-Extraction-Shooters wird bei den meisten Fans aktuell mehr Achselzucken als Euphorie auslösen – Bungie hin oder her.
Dabei spielt die Qualität letztlich erstmal gar keine Rolle, sondern der »Pitch«. Kann man einem Shooter-Fan in ein bis zwei Sätzen vermitteln, warum er unbedingt Marathon kaufen sollte und nicht Arc Raiders von den The-Finals-Machern, das neu angekündigte Wildgate oder einen der vielen anderen Alternativen?
Und »kaufen« ist ganz buchstäblich gemeint, denn Marathon wird nicht Free2Play, der Preis steht bislang nur noch nicht fest. Die Marketing-Abteilung von Sony wird aus allen Rohren feuern müssen, damit die Gaming-Szene ausgerechnet beim neuen Bungie-Shooter wirklich aufhorcht.
Dazu kommt, dass der Grafikstil von Marathon mit seiner reduziert-blockigen Cartoon-Optik zwar durchaus cool aussieht, aber auch einige Spieler direkt verschrecken könnte. Ja, die Ästhetik ist einzigartig und hebt Marathon aus der Masse heraus, wird aber Fans ziemlich sicher spalten.
Friedhof der Extraction-Shooter
Dass Bungie überhaupt auf einen Extraction-Shooter setzt, ist aber schon an und für sich ein Risiko. Zahllose Vertreter des Genres verschwanden die letzten Monate und Jahre von der Bildfläche – meist aus mangelndem Interesse.
So ging 2023 der deutsche Hunt-Rivale The Cycle offline, Sega beerdigte seinen großen Extraction-Shooter Hyenas noch vor Release und Battlefield fiel mit Hazard Zone brutal auf die Nase.
Indie-Alternativen wie Dungeonborne oder Marauders krebsen bei Spielerzahlen im zweistelligen Bereich herum und wenn Exoborne einen neuen Trailer raushaut, herrscht kollektives Grillenzirpen.
Langer Rede kurzer Sinn: Extraction-Shooter sind aktuell für ihre Schöpfer vielmehr Fluch als Segen. Kann Bungie diesen Fluch brechen?
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