Mass Effect Legendary Edition: Entwickler erklärt, warum es kein Remake wurde

In einem Interview spricht Project Director Mac Walters darüber, warum Bioware sich für ein Remaster von Mass Effect entschieden hat.

von Stephanie Schlottag,
19.05.2021 15:55 Uhr

Die Mass Effect: Legendary Edition ist für viele Fans die Erfüllung eines Traums: Ein modernisiertes und technisch aufpoliertes Mass Effect, das Story und Inhalte weitgehend unangetastet lässt. Doch so mancher Spieler hätte sich stattdessen eine komplette Neuauflage der gesamten Trilogie gewünscht. In einem Interview erklärt Chef-Entwickler Mac Walters, warum ein Remake für ihn nicht in Frage kam.

Was ist der Unterschied zwischen Remaster und Remake? Ein Remaster ist eine technisch und grafisch verbesserte Version eines Spiels, die keine relevanten inhaltlichen Änderungen vornimmt - zum Beispiel wie bei Mass Effect oder Diablo 2: Resurrected. Ein Remaster läuft auch weiterhin auf der ursprünglichen Engine.

Ein Remake geht da noch weiter und baut das Spiel sozusagen nochmal ganz von vorne auf. Hier erwarten euch oft auch neue oder veränderte Inhalte und eine neue Engine. Resident Evil 2 und Mafia haben zum Beispiel Remakes erhalten, Gothic soll ebenfalls komplett neu aufgelegt werden.

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Warum Mass Effect kein Remake bekam

Walters erklärt im Interview, dass es im Studio durchaus eine Diskussion gab, ob Mass Effect nun ein Remaster oder ein Remake bekommt. Es habe aber nicht lange gedauert, sich einig zu werden:

"Ich kann euch erklären, was wir uns dabei gedacht haben. Zuallererst: ME2 und ME3 sind auch heute noch wirklich gute Spiele. Der zweite Teil ist eins der am besten bewerteten Spiele überhaupt. Wir haben sie uns angeschaut und gesagt, warum sollten wir das neu machen?"

Zum ersten Mass Effect mussten sich die Entwickler allerdings mehr Gedanken machen. Das Spiel erschien 2007 für die Xbox, 2008 auch auf PC und PS3. Entsprechend war es auch spürbar mehr gealtert als die Nachfolger:

"Bei Teil 1, auf der anderen Seite, okay, da kann man argumentieren, dass man das machen könnte. Aber wir haben alle drei Spiele als eine Trilogie auf der selben Engine, den selben Plattformen entwickelt, wie legt man nur eins neu auf und vermeidet, dass es sich dann wie ein Fremdkörper anfühlt?"

Für Walters machen gerade die Ecken und Kanten den Charme von Mass Effect 1 aus:

"Es gibt da all diese komischen kleinen Dinge und so. Manches davon ist die Magie. Es sind nicht immer nur die Dinge, die wir richtig gemacht haben, die den Leuten gefallen. Manchmal sind es die Dinge, bei denen wir ein bisschen daneben lagen, aber dann wird es liebenswert."

Genau dieser Wunsch, den Zauber von Mass Effect zu bewahren, dürfte auch der Grund sein, warum ihr den Mako noch mit der alten Steuerung fahren dürft (wenn ihr es euch denn antun wollt). Oder warum ihr die langen Aufzugfahrten zwar überspringen könnt, aber eben nicht müsst. In 13 Jahren hat sich bei vielen Spielern ein Citadel-großer Nostalgieberg aufgebaut - und durch zu viele Änderungen hätten die Entwickler diese Spieler verprellen können.

»Die Magie war schon da, wir wollten nur dafür sorgen, dass sie auch richtig durchschimmern kann«, fasst Walters zusammen. Übrigens ließ er sich auch auf Nachfrage nichts zur Zukunft von Mass Effect entlocken. Das komplette Interview mit Electric Playground könnt ihr euch hier auf Youtube anschauen:

Link zum YouTube-Inhalt

Ganz unverändert ist die neu aufgelegte Trilogie übrigens nicht: Besonders Tali-Fans dürfte ein lang gehegter Wunsch erfüllt werden. Wie gut das Remaster mit all den Grafik-Verbesserungen läuft, erfahrt ihr in unserem Technik-Check.

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