Nach dem katastrophalen Start des ambitionierten Actionspiels Mindseye, das mit Bugs, schwachen Kritiken und enttäuschenden Verkaufszahlen zu kämpfen hatte, sucht das Studio nun nach Schuldigen – und geht dabei sogar auf die eigenen Entwickler los.
Sabotage
statt Selbstkritik
Statt die Ursachen für die technischen und inhaltlichen Schwächen von Mindseye bei sich selbst zu suchen, spricht Leslie Benzies, der Chef des Entwicklerstudios Build a Rocket Boy, von einer gezielten Sabotage.
Wie IGN von Studio-internen Quellen erfahren hat, wandte sich der Chef Anfang Juli erstmals persönlich per Videocall an die Belegschaft, um die unsichere Situation anzusprechen. Seine Botschaft lautete: Mindseye soll nicht aufgegeben, sondern mit Updates und einem möglichen Relaunch gerettet werden.
9:21
Mindseye im Test: Diese Open World ist einfach nur zum Glotzen
Doch statt Selbstkritik zu üben, machte Benzies erneut »interne und externe Saboteure« für das Desaster verantwortlich – eine Richtung, die Co-CEO Mark Gerhard schon vor Release öffentlich eingeschlagen hatte. Gerhard sprach damals von einer »konzertierten Aktion«, die das Studio und das Spiel gezielt in Verruf bringen sollte.
Was genau Leslie Benzies mit »internen und externen Saboteuren« meint, bleibt bislang offen. Konkrete Beispiele, Beweise oder Namen nannte der Studio-Chef offenbar nicht.
Kündigungswelle nach dem Flop
Ob nun Saboteure schuld waren oder nicht – die Folgen für die Entwickler sind jedenfalls drastisch: Nach IGN-Informationen erhielten rund 300 Entwickler in Großbritannien sogenannte »at-risk«-Mails – also offizielle Warnungen, dass ihre Jobs akut gefährdet sind.
Auch das Tochterstudio PlayFusion, das erst Ende 2024 übernommen wurde, ist betroffen. Dort arbeitet das Team eigentlich an einem eigenen Shooter namens Ascendant, doch auch hier herrscht nun Unsicherheit über die Zukunft.
Die Stimmung bei Build a Rocket Boy ist jedenfalls angespannt: Viele Entwickler – von QA über Level-Design bis hin zu Artists – suchen bereits öffentlich nach neuen Jobs, die internen Quellen berichten von massiver Unsicherheit.
Zwar verspricht die Führungsetage einen »Redemption Arc« für Mindseye, inklusive Roadmap und Multiplayer-Modus, doch ob das Team nach den angedrohten Entlassungen überhaupt noch handlungsfähig ist, bleibt fraglich.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.