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Seite 2: Mission: Impossible - Phantom Protokoll - Von der Impossible zur Funny Mission

Daumen drücken

Trotz des Fokus auf guter Laune hat Bird den eigentlichen Kern der Reihe nicht vergessen. Trotz Spaß und Action liegt das Hauptaugenmerk weiterhin auf der Spionagearbeit. Was Fans der Vorlage "Kobra, übernehmen Sie" gefallen wird: Stärker noch als im dritten Teil geht es hier um Teamwork. Waren die beiden ersten Filme fast reine Soloauftritte für Cruise, steht er hier nicht mehr primär im Mittelpunkt. Cruise brilliert zwar einmal mehr als vollends glaubwürdiger Extremsportler, doch sein Team ist dieses Mal ebenso wichtig.

Simon Pegg spielt den lustigen Benji, der erst seit kurzem im Außeneinsatz arbeitet und Hunt vergöttert. Er ist jedoch nicht bloß Witzfigur, sondern spürbar nervös, da es für ihn die erste große Mission ist. Kollegin Jane (Paula Patton) ist attraktiv, darf aber mehr sein als nur gut auszusehen. Sie bekommt die emotionale Mitte des Films, da ihr Freund erschossen wurde und sie nun auf Rache sinnt. Übrig bleibt Brandt (Jeremy Renner), der als undurchsichtiger Neuzugang ein Risiko darstellt. Bis zu einer entscheidenden Szene weiß man nicht, auf welcher Seite er steht. Für Hunt reichlich zu tun, denn er muss somit auf Benji aufpassen, Jane bei Vernunft und Brandt im Auge halten.

Mission: Impossible - Phantom Protokoll - Deutsche 2:14 Mission: Impossible - Phantom Protokoll - Deutsche

Rot ist tot

Murphys Gesetz ist ein amüsanter Gegner, doch leider sind es die menschlichen nur eingeschränkt. Nyqvist, der einen ähnlichen Bösewicht 2011 schon in Atemlos - Tödliche Wahrheit gab, bekommt zu wenige Szenen. Er läuft davon, brüllt Befehle ins Funkgerät und sieht grimmig drein, ist aber nie wirklich präsent. Nach einer langen, phänomenalen Sequenz in Dubai fällt auch das Finale mit ihm überraschend schwach aus. Für sich stehend ist das Finale eine gute Actionszene, doch sie ist kleiner als viele davor und unvorteilhaft gesetzt. In Teil 3 kämpfte Hunt gegen einen älteren Mann mit Plauze, hatte da aber eine Bombe im Kopf. Hendricks sieht im neuen ähnlich gemütlich aus, verdrischt den fitten Hunt aber scheinbar mit Leichtigkeit (dass Cruise nur zwei Jahre jünger ist als Nyqvist, sieht man ihm nicht an). Fragwürdig ist auch, wieso in den Eröffnungstiteln bereits Szenen des ganzen späteren Films gezeigt werden. Nur halb gelungen ist es, Hunts Hochzeit vom Ende des dritten Teils aufzugreifen.

Beeindruckend: Tom Cruise hat die Stunts am Hochhaus Burj Khalifa in schwindelnder Höhe selber gedreht. Beeindruckend: Tom Cruise hat die Stunts am Hochhaus Burj Khalifa in schwindelnder Höhe selber gedreht.

Filmisch gibt es nichts zu bemängeln. Wie schon die ersten drei Teile ist auch dieser vortrefflich in Szene gesetzt. Die Action ist sauber und übersichtlich eingefangen, Sets und Effekte sind gelungen. Rätselhaft ist, dass Teil 4 keinen eigenen visuellen Stil bietet. Die ersten drei Filme von Brian De Palma, John Woo und J.J. Abrams sehen jeweils unterschiedlich aus, 4 aber genauso wie der von Abrams. Es ist ein gutes Realfilm-Debüt für Bird, aber eins, das noch keine optische Handschrift erkennen lässt. Wer sich anhand der Vorschauen übrigens Hip-Hop oder andere auf jung getrimmte Musikelemente erwartet, irrt. Auch wenn Cruise auf dem Poster wie Eminem auf dem Weg zur 8 Mile aussehen mag und jener im Trailer rappte, setzt Bird lieber auf klassische Filmmusik.

Fazit

Christian Mester: Auftrag erfüllt - auch der vierte Mission: Impossible ist ein hervorragender Actionfilm geworden. Tom Cruise zeigt sich wieder einmal in Bestform und liefert genau das, was man sich erwünscht: neue unmögliche Einbruchssequenzen, Spionage mit modernster Hightech und gut gemachte Action. Teil 4 übertrifft den dritten dabei in jeder Hinsicht und überrascht im gewählten Ton. Waren die ersten drei Teile fast ausschließlich ernst, will der neue hauptsächlich Spaß machen. Das gelingt ihm gut.

(Zusammen mit den Kollegen des Filmmagazins bereitsgesehen.de stellt GameStar wöchentlich einen neu im Kino angelaufenen Film vor.)

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