Auch Erdbeben, Rattenplagen und der eiskalte Winter bedrohen regelmäßig unser Dorf. Zum Glück kündigt uns das Spiel solche Bedrohungen rechtzeitig an, sodass wir Zeit für entsprechende Vorbereitungen haben und nicht unfair überrascht werden.
Steht zum Beispiel im nächsten Winter ein besonders aggressiver Blizzard an, müssen wir unbedingt genügend Nahrung und Feuerholz vorrätig haben, um die Kälte zu überstehen. Tun wir das nicht, produzieren unsere Dorfbewohner aus lauter Unzufriedenheit weniger Nachschub oder verhungern sogar.
Diese Gefahren aus der Spielwelt sind das große Alleinstellungsmerkmal von Northgard. Während der Siedlungsbau und die Kämpfe angenehm simpel gehalten sind, hält uns die allgegenwärtige Bedrohung aus der Natur pausenlos auf Trab, ohne uns von den eigentlichen Questzielen abzuhalten.
Game of Clans
Im Verlauf der Kampagne schließen sich unserem Helden Rig nach und nach neue Hauptmänner aus allen sechs Clans im Spiel an. In jedem Kapitel steuern wir deshalb eine andere Fraktion und so lernen wir ganz nebenbei ihre unterschiedlichen Spezialfähigkeiten kennen. Der Hirsch-Clan startet zum Beispiel mit zusätzlichen Rohstoffen, die Krieger des Bären-Clans dagegen verlieren im Winter keine Angriffskraft.
Die Kampagne dient also auch als eine Art Clan-Tutorial und mit dem darin erlangten Wissen starten wir auch in den anderen Online- und Offline-Modi von Northgard durch. Dort können wir in Solo- oder Mehrspieler-Partien gegen KI-Gegner oder menschliche Mitspieler antreten.
Northgard bietet dabei erfreulich viele Einstellungsmöglichkeiten. Wir dürfen unseren Clan, die Kartengröße, die Feindseligkeit der Spielwelt, den Spielmodus (zum Beispiel Free-for-All, Duell oder 3 versus 3), die Siegbedingungen und den Kartentyp festlegen. Bei Letzterem gibt es zwar insgesamt sieben Map-Arten zur Auswahl, allerdings unterscheiden diese sich nur minimal in ihrer Optik. Bäume, Wiesen und Felsen bestimmen einfach in jeder Karte das Bild von Northgard.
Nicht perfekt, aber stimmig
Ohnehin gewinnt das Spiel sicher keinen Schönheitspreis. Die Spielwelt ist zu detailarm und besteht im Sommer fast ausschließlich aus den tristen Farben grau, braun und dunkelgrün. Im Winter ist dagegen einfach alles weiß. Die witzige Comic-Optik und der beinahe schon düstere, aber dennoch passende Soundtrack sorgen trotzdem für eine stimmungsvolle Wikinger-Atmosphäre. Wirklich nervig sind allerdings manche Schlechtwettereffekte von Northgard, zum Beispiel wenn dichter Nebel unsere Sichtweite unnötig stark eingeschränkt.
Der Vorteil der recht simplen Präsentation ist aber, dass Northgard technisch sehr anspruchslos und selbst zum Spielen auf Notebooks geeignet ist. Auf unserem Testsystem (Intel Core i5-4670 @ 3,4 GHz, Geforce GTX 970, 8 GB RAM) lief das Spiel aber auch in Full HD und mit maximalen Details stets mit flüssigen 60 fps.
Aus dem Geheimtipp ist also ein überzeugendes Aufbau-Strategiespiel geworden. Mit der Konkurrenz in der Größenordnung von Die Siedler, Tropico oder Anno kann Northgard es zwar nicht ganz aufnehmen, doch gerade für Genre-Einsteiger ist es bestens geeignet.
Besonders erfreulich ist außerdem, dass die Entwickler von Shiro Games Northgard weiterhin ausbauen und verbessern wollen. Für die kommenden Monate haben sie auf Steam bereits regelmäßige Patches, sowie neue Spielmodi und weitere Clans angekündigt. Wir sind jetzt schon gespannt, wie Northgard nach den nächsten 20 Updates aussieht.

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