Nicolas Cage ist im Laufe seiner illustren Schauspielkarriere zu einer wahren Meme-Maschine im Internet geworden. Schuld daran ist sein oftmals starkes Overacting, für das ihn die einen hämisch auslachen, während ein anderer Teil - zu dem ich gehöre - ihn dafür feiert. Nic C. ist für mich Kult, Punkt, aus, Ende.
Na ja, Ende noch nicht so ganz, sonst wäre das eine sehr kurze und inhaltslose Kolumne. Ich möchte euch einen Film empfehlen, bei dem ich mir ganz sicher bin, dass er jeden noch so großen Cage-Kritiker überzeugen wird. Und das Beste: Wenn ihr Netflix habt, könnt ihr den Film sofort danach starten!
Diesen Film kennt kein Schwein und das ist jammerschade. Denn das erstmalige Anschauen von Pig war eines meiner schönes cineastischen Erlebnisse der letzten paar Jahre.
Ey man, wo is' mein Schwein?
Während Jesse und Chester in der Kultkomödie aus dem Jahr 2000 ihr Auto suchen, sucht Nicolas Cage in der Haut des heruntergekommenen und einsam im Wald lebenden Robin Rob
Feld sein Schwein. Das ist nämlich ein Trüffelschwein, noch dazu ein sehr gutes, und außerdem Robs einzige soziale Bezugs … person?
Das Schwein wurde eiskalt entführt und Rob geht die Wutz suchen. Was folgt, ist eine beinharte Action-Orgie, die sogar John Wick wie einen lammfrommen Staubsaugervertreter wirken lässt. Rob ballert sich durch Horden an konkurrierenden Viehhirten und zerlegt eine ganze Kleinstadt auf der Suche nach seinem Schweinchen.
Alles, was ihr gerade gelesen habt, ist gelogen. Die Sache ist nämlich: Pig ist einer dieser Filme, bei dem ihr von Sekunde eins an denkt Ah, ich merke, worauf das hinausläuft. Ah, gleich passiert das und das. Ah, das ist die große Auflösung am Ende.
Und dann werdet ihr eiskalt immer und immer wieder eines Besseren belehrt, überrascht, schockiert, mitgerissen und zu Tränen gerührt - zumindest erging es mir so, aber ich weine in Filmen eh sau schnell und sogar recht gerne. Schnief …
2:30
Pig - Den fantastischen Film mit Nicolas Cage gibt's jetzt bei Netflix zu sehen
Deshalb möchte ich euch gar nicht so viel über die Handlung des Films verraten. Entführt wird das Schwein wirklich und Rob bricht in der Tat von seiner Waldhütte in die ihm so verhasste Zivilisation auf. Den Rest müsst ihr einfach selbst herausfinden, aber eines verspreche ich euch: Nicolas Cage zeigt eindrucksvoll, wie gut er schauspielern kann, wenn ihm das Drehbuch gefällt und er Bock hat.
Ich hoffe nur, dass Cage nicht nach Worten bezahlt wird (das habe ich einst auch für Mark Hamill in Star Wars - Episode 7 gehofft). Denn dann würde er sich von seiner Gage vermutlich nicht einmal einen ordentlichen Schweineschinken kaufen können.
Rob redet nicht gerne und nur dann, wenn es sein muss. Aber genau das macht seine schauspielerische Leistung in Pig meines Erachtens so grandios: Nicolas Cage ist kaum wiederzuerkennen, wie er leise murmelt, gebückt herumläuft und mit seinen Blicken und Gesten so viel mehr aussagt als mit tausend gebrüllten Worten.
Alles an diesem Film begeistert mich
Schaut euch ruhig mal den obigen Trailer an. Die Musik, die Kameraführung, die dichte Atmosphäre, der Cast - Pig ist einer dieser (leider) unbekannten Filme, die eindrucksvoll zeigen, was für Geschichten sich abseits von pompösem Effektgewitter in diesem Medium erzählen lassen.
Denn, auch das sei gesagt: Action gibt es hier keine. Dessen solltet ihr euch vorab bewusst sein. Pig hat ein langsames Erzähltempo, konzentriert sich auf die Figuren und lässt die Kamera gerne auch mal die Szenerie mehrere Sekunden lang einfach nur stillstehend einfangen. Das ist wunderbar entschleunigend! Und das Ende ist einfach nur bittersüß in Grautöne gehüllt, statt die Happy-End-Karte zu spielen.
Meine Begeisterung teilen bis heute auch viele professionelle Kritiker. Bei Rotten Tomatoes kommt Pig auf stolze 97 Prozent bei Kritikern und 84 Prozent beim Publikum. Bei Metacritic sind es ebenfalls sehr respektable 82 Punkte.
Habt ihr jetzt richtig Bock auf den Film bekommen? Ihr braucht dafür nur ein Netflix-Abo, denn dort gibt es den Film seit dem 11. September 2023 zum sofort Anschauen.
Habt ihr Pig bereits gesehen? Wenn ja, wie gefiel er euch? Konnte er euch auch so sehr begeistern wie mich oder hättet ihr mehr vom Film erwartet? Wenn ja, was genau hat euch gefehlt? Oder habt ihr nun durch meine Kolumne erstmals von dem Streifen erfahren und gebt ihm eine Chance? Schreibt mir eure Gedanken gerne in die Kommentare!
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