Der merkwürdigste Publisher, den wir kennen: Das ist PlayWay

PlayWay finanziert über 100 Spiele, ist an Dutzenden Firmen beteiligt und feiert beachtliche Erfolge mit Billigware. Doch so kann es nicht ewig weitergehen.

Playway unterstützt eine Menge Spieleprojekte - rechts die Hauptfigur des Bum Simulator. Playway unterstützt eine Menge Spieleprojekte - rechts die Hauptfigur des Bum Simulator.

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Moment, das ist von PlayWay? Und das auch? Und das? Als wir uns vor einigen Jahren erstmals mit dem polnischen Publisher beschäftigten, waren wir regelrecht sprachlos, wieviele Spiele von PlayWay kamen.

PlayWay ist der größte Publisher, den fast niemand kennt - so sinnierten wir damals.

Das bizarre Bunker-Aufbauspiel Mr. Prepper? PlayWay. Der Twitch-Hit House Flipper, der sich inzwischen über zwei Millionen Mal verkauft hat? PlayWay. Der kommerziell erfolgreiche und auch spielerisch nicht üble Car Mechanic Simulator 2021? PlayWay. Das überraschend ernstzunehmende UBOAT, das wir im GameStar-Test lobten als die Simulation, die U-Boot-Fans verdienen? PlayWay.

Dazu all die Simulatoren - der Gold Rush Simulator, der Cooking Simulator, der Thief Simulator, der Bum Simulator (nicht zu verwechseln mit dem Bus Simulator), der Ultimate Fishing Simulator und viele, viele mehr. Alles PlayWay.

Der polnische Publisher ist ein wahnsinnig umtriebiges und weit verzweigtes Unternehmen, beteiligt an Dutzenden kleineren Publishern und polnischen (Indie-)Studios. Ein Riese, der aus ganz vielen Zwergen besteht.

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Auf unser Radar ploppte PlayWay jedoch erst, als man sich vom, sagen wir mal, Simulatorenproduzenten mit überschaubaren Ansprüchen hinüber wagte ins Aufbauspiel-Genre. Aus Polen schwappte eine ganze Welle neuer Aufbauspiele: Builders of Egypt, Builders of Greece, Aztec Empire (jetzt Aztecs: The Last Sun), Orc Warchief, City of Atlantis und und und.

Wir wurden hellhörig. Und das solltet ihr auch werden, nämlich im Podcast: Natalie hat sich ins PlayWay-Imperium eingearbeitet und ergründt gemeinsam mit Micha die Hintergründe des Publishers.

Und die Veränderungen, die PlayWay offensichtlich anstrebt. Denn während der Name vor einigen Jahren noch ziemlich unbekannt war, hat er sich inzwischen rumgesprochen - jedoch nicht als Qualitätsmerkmal. PlayWay läuft Gefahr, als Billigbude abgestempelt zu werden, die mit luftigen Ideen um sich wirft, nur um Wunschlisten-Klicks auf Steam abzustauben.

Deshalb verändert PlayWay Titel mitten in der Entwicklung, verschiebt schlechte Spiele zu Unterlabels, die nicht »PlayWay« heißen, und bemüht sich, die Erfolge mit dem Car Mechanic Simulator, House Flipper & Co. hervorzuheben, um Investoren anzusprechen.

Denn Erfolg hat PlayWay durchaus, der Umsatz der Firma hat sich seit 2017 versechsfacht. Nur: Damit es so weitergehen kann, muss Erfolg planbarer werden. Und da wird's schwierig...

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