Manche Ankündigungen verschwinden für Jahre in der Versenkung und tauchen dann doch wieder auf. Project Awakening ist so ein Fall.
Der Entwickler Cygames hat das Fantasy-Rollenspiel 2016 angeteasert, ließ danach kaum etwas von sich hören – und hat sich jetzt in einem Interview mit dem japanischen Magazin Famitsu zu Wort gemeldet: Das Spiel existiert noch, und laut Studio nimmt es endlich sichtbar Form an.
Was in den vergangenen zehn Jahren passierte
Erstmals angekündigt wurde Project Awakening im August 2016 auf der Cygames-Next-Veranstaltung in Tokio, damals noch namenlos und nur als »hochklassiges Konsolenspiel« beschrieben.
Erste Gameplay-Schnipsel gab es 2018 hinter verschlossenen Türen auf der E3 zu sehen, offiziell vorgestellt wurde das Spiel kurz darauf im Rahmen einer PlayStation-Lineup-Tour: als Open-World-Action-RPG mit High-Fantasy-Setting, Nahkampf-Fokus und optionalem Koop, für die PS4. Genrekollegen wie Monster Hunter und Dragon's Dogma nannten die Entwickler damals als Inspiration.
1:42
Project Awakening - Spektakulärer Drachenkampf im ersten Trailer zum PS4-Rollenspiel
Danach wurde es lange sehr still: Für eine Demo namens Project Awakening: Arise gab es 2019 eine Alterseinstufung, veröffentlicht wurde sie nie. 2021 zeigte Cygames im Rahmen einer Tech-Konferenz noch einmal neues Material samt der hauseigenen Cyllista-Engine. Danach tauchte das Spiel lediglich in den Geschäftsberichten von Mutterkonzern CyberAgent auf.
Anlässlich des 15-jährigen Bestehens von Cygames hat sich Studio-Präsident Koichi Watanabe gegenüber der Weekly Famitsu ausführlicher geäußert. Zum Stand von Project Awakening sagte er:
»Die Entwicklung schreitet natürlich kontinuierlich voran. Was ich im Moment sagen kann, ist, dass das Projekt wirklich langsam Form annimmt. Jeder im Team arbeitet jeden Tag mit dem festen Gefühl, dass die Dinge zusammenkommen.«
Auf die Nachfrage, ob Welt und Stil aus dem Trailer von 2018 noch aktuell seien, wurde er konkreter:
»Wenn ihr fragt, ob es exakt dasselbe ist, würde ich sagen: ein bisschen anders. Die grundsätzliche Richtung bleibt weitgehend gleich, aber im Laufe der Entwicklung haben wir immer wieder neue Elemente ergänzt und weiter daran gefeilt.«
Nebenbei bestätigte Watanabe im selben Interview, dass zwei weitere lang verschollene Cygames-Projekte noch leben: Das Taktik-Mobile-Game Lost Order befindet sich demnach in der finalen Entwicklungsphase, und auch am Fantasy-Actionspiel Garnet Arena: Mages of Magicary wird weitergearbeitet.
Wechsel zur Unreal Engine 5
Parallel zum Famitsu-Interview hat sich das japanische Magazin CGWorld mit gleich drei Cygames-Führungskräften unterhalten, darunter Tomino Kimihiro, der die Konsolen-Design-Abteilung leitet.
Die wichtigste technische Neuigkeit: Project Awakening wird nicht mehr auf der hauseigenen Cyllista-Engine gebaut, sondern auf der Unreal Engine 5, im Dienst eines erklärten Ziels namens »Hyper-Photorealismus«.
Tomino Kimihiro beschreibt den aktuellen Stand so:
»Wir befinden uns jetzt in einer Phase, in der die Produktion wirklich an Fahrt aufnehmen wird. Das Team besteht aus Mitarbeitenden, die von Anfang an dabei sind, sowie aus Kolleginnen und Kollegen, die nach Abschluss der Arbeiten an Relink dazugestoßen sind. Es ist ein Großprojekt, bei dem Tokio und Osaka als eine Einheit zusammenarbeiten.«
Beim Kampfsystem greift Cygames laut Studio auf Erfahrung aus Granblue Fantasy: Relink zurück, allerdings mit spürbar geringerem Tempo. Angriffe sollen mehr Gewicht bekommen und insgesamt taktischer wirken als im schnellen Action-Rollenspiel von 2024.
Wer erinnert sich noch an den Trailer von 2018? Und wer von euch hatte Project Awakening bereits komplett abgeschrieben? Und traut ihr Cygames nach dem Erfolg des eher missionsbasierten Action-Rollenspiels Granblue Fantasy: Relink zu, mit einem waschechten Open-World-Actionspiel nachzulegen? Lasst es uns gern unten im Kommentarbereich wissen!
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.