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Remothered: Broken Porcelain könnte genau da gewinnen, wo Resident Evil 3 verliert

Wir haben uns das 2020 erscheinende Survival-Horrorspiel Remothered: Broken Porcelain angeschaut und erzählen euch von unseren Eindrücken.

von Géraldine Hohmann,
12.05.2020 19:30 Uhr

Remothered: Broken Porcelain ist die Fortsetzung des 2017 erschienenen Remothered: Tormented Fathers. Remothered: Broken Porcelain ist die Fortsetzung des 2017 erschienenen Remothered: Tormented Fathers.

Resident Evil 3 ist ein wirklich gutes Spiel - und hat mich dennoch enttäuscht. Die Reihe hat sich seit den 90er Jahren in zwei Genres gespalten: Auf der einen Seite stehen actiongeladene Feuergefechte wie in Resident Evil 5 und dem Resident Evil 3 Remake.

Dem gegenüber: nervenzerreißender Survival-Horror wie in Resident Evil 7 und dem Resident Evil 2 Remake. Ich liebe diese zweite Lesart von Resi-Horror, die mit dem Remake des dritten Teils einfach nicht ausreichend bedient wurde.

Und hier tritt 2020 Remothered: Broken Porcelain ins Rampenlicht, das mir genau die Art Survival-Horror verspricht, die Resident Evil 3 zu sehr in den Schatten verbannt. Ich habe erstes Gameplay gesehen, die Entwickler mit Fragen gelöchert und verrate euch, was Remothered: Broken Porcelain zum besseren Survival-Horror als Resident Evil 3 machen könnte. Mit Betonung auf »Könnte«.

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Was bietet Remothered: Broken Porcelain?

Ich spiele als Jennifer, Hausmädchen des Ashmann Inn - einer altmodischen Pension irgendwo im verschneiten Hinterland. Als Jennifer entdecke ich, dass sich hinter den Wänden des Hotels ein grauenhaftes Geheimnis versteckt - und bin plötzlich selbst alles andere als sicher.

Broken Porcelain drückt alle Knöpfe des Surival-Horrors: Ich bewege mich aus der Third-Person-Perspektive schleichend durch das Hotel, um meinen Verfolgern nicht in die Arme zu laufen. Im Gegensatz zum Vorgänger Remothered: Tormented Fathers bin ich nicht mehr nur noch mit einem Feind auf kleinstem Raum eingesperrt, sondern gleich mit dem ganzen wahnsinnig gewordenen Personal des Hotels. Einen Vorgeschmack auf die düstere Stimmung bekommt ihr im aktuellen Trailer:

Remothered: Broken Porcelain - Trailer 1:23 Remothered: Broken Porcelain - Trailer

Die von vielen Spielern kritisierten Quicktime-Events des Vorgängers sind passé, stattdessen schwinge ich aktiv Nahkampfwaffen wie Messer, die ich mir in einfachen Menüs selber crafte. Anders als im kampflosen und dadurch recht passiv-gleichförmigen Vorgänger entscheide ich jetzt aktiv selbst, wann ich zusteche - oder mich verstecke. Während einer Verfolgung aktiviere ich per Knopfdruck den Blick über Jennifers Schulter, um zu sehen, wer mir auf den Fersen ist:

Der zweite Teil der Remothered-Trilogie ist von der Handlung nur lose mit dem ersten Teil Tormented Fathers verknüpft, weshalb jeder getrost neu in die Reihe einsteigen kann. Die Horrorgeschichte will euch für rund 12 Stunden in den Bann ziehen. Innerhalb der Spielwelt könnt ihr zudem Collectibles einsacken.

Ob es sich bei denen um spannende Story-Häppchen wie die Audiologs in Bioshock oder doch nur schnöde Sammelbildchen handelt, verraten die Entwickler aber noch nicht.

Wie wird Remothered zur besseren Resident-Evil-Fortsetzung?

Wer sich die Steam-Reviews zu Resident Evil 3 anschaut, merkt schnell: So mancher Fan hat hier nicht bekommen, was er sich nach Resident Evil 2 versprochen hat. Resi 2 setzt voll auf Horror: Mit Herzrasen und nur einem Schuss in der Pistole drücke ich mich an die Wand des Westflügels dieser verdammten Polizeistation, die ich mittlerweile wie meine Westentasche kenne. Ich weiß genau, dass hinter der nächsten Ecke der Licker auf mich wartet, vor dem ich bei unserer letzten Begegnung schwer verletzt fliehen konnte - und dass mir das vielleicht kein zweites Mal gelingt.

Resident Evil 3 bricht mit dieser Art des Nervenkitzels. Denn die weitläufigen Areale und der Überfluss an Zombies und Munition nehmen der Serie den Horror und ersetzen ihn durch Action. Das war aufgrund der Vorlage zu erwarten und ist auch nichts per se schlechtes - außer eben, wenn man ein Spiel wie Resident Evil 2 erwartet hat.

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Remothered: Broken Porcelain will meinen Hunger nach Survival-Horror ähnlich wie Resident Evil 2 stillen. Das Spiel sperrt mich in ein mysteriöses, mörderisches Haus voller Geheimnisse. Es wird zwar auch einige Locations um das Ashmann Inn herum geben, aber den Großteil des Spiels verbringen wir in den Fluren des Hotels und seinem zugehörigen Restaurant.

Begrenzte Ressourcen - in dem Fall selbst gebastelte Messer statt Schusswaffen - und ein beengtes Setting, in dem man sich aber auf absurde Weise zuhause fühlt - so habe ich meinen Survival-Horror am liebsten. Remothered verspricht mir die Erfüllung meiner (Alb-)Träume, will aber nicht bloß ein Horror-Best-Of sein.

Im Menü craften wir uns einfache Nahkampfwaffen oder Objekte zur Ablenkung. Im Menü craften wir uns einfache Nahkampfwaffen oder Objekte zur Ablenkung.

Wo geht Remothered eigene Wege?

In unserem Interview erzählt Game Director Chris Darril, dass er Inspiration in altem, nostalgischen Horror findet. Wie alt? Nun, Heldin Jennifer zum Beispiel trägt ihren Namen als Referenz zum PS2-Horrorspiel Rule of Rose und dem SNES-Klassiker Clock Tower, der als Pionier des Survival-Horrors gilt. Hier wurden wir vom makaberen »Scissor-Man« durch ein unheimliches Herrenhaus gejagt:

Als weiteres Horror-Vorbild diente den Entwicklern Alfred Hitchcock, denn ebenso wie in zum Beispiel Psycho von 1960 erzählt Broken Porcelain eine lebensnahe Geschichte von Horror, der jedem von uns jeden Tag so passieren könnte.

"Wir haben eine Linie [zwischen alltäglichem und übernatürlichem Horror]. Wir spielen damit, diese Linie zu überschreiten, aber ohne unseren Hauptfokus zu verlieren, das Spiel auf realen Ereignissen aufzubauen. [...]
Wir möchten erzählen, dass man keine Angst vor Monstern und Kreaturen haben sollte, sondern vor etwas, das völlig unerwartet passieren und jeden von uns betreffen könnte. Das Leben selbst kann voller Überraschungen sein - gut wie böse."

Tatsächlich dreht sich ein Teil der Handlung um das Psychopharmakon Phenoxyl - eine Anspielung auf das reale Medikament Phenoxypropazine, das in den 50er- und 60er-Jahren gegen das posttraumatische Stresssyndrom verschrieben wurde und zu schrecklichen Nebenwirkungen führte. Im makaberen Spiele-Teaser, der als Werbung für das Medikament aufgezogen wurde, bekommen wir bereits einen Eindruck, welchen Einfluss es in Broken Porcelain spielen wird:

Tiefe Story statt billiger Jumpscares

Das Team will mit Remothered auf durchgehende Spannung setzen, statt auf billige Schockmomente, wie Game Director Chris Darril erzählt:

"Was wir vermeiden wollen, ist ein einfaches klischeehaftes Horrorspiel - Jumpscare, Jumpscare, Jumpscare. Wir möchten einen durchgehenden Horror erzählen, wir bieten eine Achterbahnfahrt von Anfang bis Ende. Es wird vielleicht einige Jumpscares geben, aber sie werden nicht geskriptet sein, sondern in 90 Prozent der Fälle in Realtime, als Teil der Handlung."

Ohne den großen Twist des Vorgängers verraten zu wollen, wird auch Broken Porcelain nicht davor zurückschrecken, überraschend harte und erwachsene Themen anzusprechen, die in Spielen nur selten erzählt werden.

Ob das am Ende funktioniert, lässt sich nach meinem 30-minütigen Einblick nur mutmaßen. Einige der Kritikpunkte des Vorgängers werden klar adressiert: Die repetitive Katz-und-Maus-Mechanik mit Quicktime-Events wird durch taktisches Schleichen und echten Nahkampf ersetzt, was hoffentlich für mehr Abwechslung sorgt.

Die Grafik von Broken Porcelain erreicht zwar kein AAA-Niveau, sieht aber dank besserem Motion Capture und kleinen Details wie Wölkchen, die Jennifers Atem in kalter Umgebung formt, lebendiger aus als im Vorgänger. Broken Porcelain verspricht einem Horror-Fan wie mir also viel - im Laufe des Jahres erfahren wir, ob es dem gerecht wird.

Warum 2020 generell ein spannendes Jahr für Horror-Liebhaber werden könnte, erklärt Kollegin Elena in ihrer Kolumne zu den Grusel-Ankündigungen bei Xbox 20/20.

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