Aller guten Open Worlds sind drei
Auch zwischen den Open Worlds könnt ihr so wechseln, denn Rise of the Ronin bietet insgesamt sogar drei, die ich hintereinander besuche: Die Hafenstadt Yokohama, die damalige Hauptstadt Edo (heute Tokio) und die alte Kaiserstadt Kyoto. Hier zeigen sich auch am stärksten die Parallelen zu Assassin’s Creed oder Ghost of Tsushima.
Denn anders als zum Beispiel ein Elden Ring bietet Rise of the Ronin eine moderne Standard-Open-World à la Ubisoft. Das heißt im Klartext: Gebiete befreien, Truhen bergen, Elitegegner abmurksen, Bauern in Zufallsevents vor Wegelagerern oder Wölfen schützen, an Schreinen beten, Katzen streicheln oder Minispiele wie berittenes Bogenschießen und Gleiter-Parcours in der Luft meistern.
Diese Formelhaftigkeit merkt man den drei Hubs durchaus an - abseits von ein paar Tieren, vereinzelten NPCs, Ressourcen und Questgebern kommt die Welt karg daher und bietet kaum Geschichten oder Geheimnisse am Wegesrand, die nicht mit einem Marker versehen sind. Dass selbst solche Open-World-Standardkost mich noch bei der Stange hält, liegt in diesem Fall am großartigen Kampfsystem und den vielen Waffen oder Tools, die den Aktivitäten im Vergleich zu anderen Open-World-Titeln mehr Tiefe verleihen.
Ein bombastisches Kampfsystem
Rise of the Ronin brilliert bei seinem Kampfsystem - gerade, weil durch die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade nun auch jene Zugang finden, die sich bisher am knüppelharten Nioh oder Sekiro die Zähne ausgebissen haben. Durch das »Wie« werden die seelenlosen Außenposten plötzlich wieder spannend.
Meine Ronin-Dame verfügt über insgesamt zwei Nahkampf- und Fernkampfwaffen, die ich jederzeit austauschen kann. Hinzu kommen noch unterschiedliche Kampfstile pro Waffe, die zum einen bestimmte Kombos ermöglichen und zum anderen je nach Gegner unterschiedlich effektiv sind. Ich fokussiere mich zum Beispiel auf Geschicklichkeit und schnelle Stiche und tänzle so um meine Gegner herum - oder ich knüpple sie mit wuchtigen, brutalen Schlägen nieder.
Allein dadurch entsteht eine beeindruckende Vielfalt im Kampf, je nachdem, ob ich Odachi, Katana, Langschwert, Ochsensäbel, Doppelklingen und so weiter schwinge. Wie bei Sekiro reicht Ausweichen zudem meist nicht aus, um meine Gegner effizient in die Knie zu zwingen und ordentlich Schaden austeilen, muss ich ihr Ki brechen - sozusagen die Ausdauerleiste.
Ein Samurai-Rollenspiel
Abseits der Story-Entscheidungen dürft ihr euren Ronin auch spielerisch im Detail anpassen:
- Loot: Über Missionen und das Erkunden der Welt verdient ihr euch Ausrüstungsteile und neue Waffen mit unterschiedlichen Boni, Perks und Spielstilen. Kombiniert ihr Sets, wird der Effekt gesteigert. Damit ihr sonst nicht rumlauft wie ein Clown, dürft ihr optisch aber einen anderen Stil obendrauf wählen.
- Kampfstile: Je nach Waffe stehen euch wiederum unterschiedliche Stile zur Verfügung, die ihr entsprechend ausrüstet und wechselt. Das beeinflusst darüber hinaus die möglichen Spezialangriffe und Kombos und fällt je nach Gegner unterschiedlich effizient aus.
- Fertigkeiten: Levelt ihr auf, dürft ihr in mehrere Fähigkeitenbäume investieren, die jeweils andere Skills steigern. Der Stärkebaum fördert direkte Angriffe, der Geschicklichkeitsbaum Ninja-Techiken wie Schleichen oder Shuriken und der für Intelligenz zum Beispiel euren Umgang mit Tinkturen oder eure Überzeugungskraft in Gesprächen.
- Bindungen: Entscheidungen, Gespräche oder Geschenke festigen eure Beziehung mit bestimmten Figuren, was euch zusätzliche Belohnungen, Hintergrundinfos oder Aufträge einbringt.
Das Ki der Gegner erschöpft ihr über perfekte Paraden samt Konterfunken, die kurzzeitig aus dem Gleichgewicht bringen und mir ein Fenster zum Gegenangriff bieten. Selbst auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad müsst ihr das Timing lernen, habt aber ein gnädigeres Zeitfenster zur Verfügung.
Damit ist aber noch längst nicht alles über die Kämpfe gesagt. Per Greifhaken zieht ihr Feinde zum Beispiel an euch heran oder schleudert explodierende Fässer oder Krüge mit Gift auf sie. Auch eure Waffen dürft ihr mit solchen Statuseffekten versehen und darüber hinaus noch Fernkampfwaffen wie Pistolen, Gewehre oder Pfeil und Bogen und Spezialtools wie einen Flammenwerfer einsetzen.
Über unterschiedliche Fähigkeitenbäume investiert ihr im Spielverlauf Punkte, um euren Spielstil zu erweitern und zu individualisieren - beispielsweise, indem ihr Luftattentate ermöglicht für lautloses Vorgehen, kritische Angriffe im direkten Gefecht steigert oder lieber in eure Redekunst investiert, sodass ihr einen Konflikt manchmal sogar komplett vermeiden könnt.
Bekommt ihr gar nicht genug von aktueller Soulslike-Kost findet hier hier übrigens eine Liste mit den momentan besten Vertreter des von Dark Souls inspirierten Genres.
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