GameStar Plus Logo
Weiter mit GameStar Plus

Wenn dir gute Spiele wichtig sind.

Besondere Reportagen, Analysen und Hintergründe für Rollenspiel-Helden, Hobbygeneräle und Singleplayer-Fans – von Experten, die wissen, was gespielt wird. Deine Vorteile:

Alle Artikel, Videos & Podcasts von GameStar
Frei von Banner- und Video-Werbung
Jederzeit online kündbar

Mit deinem Account einloggen.

Shang-Chi: Wie gut ist der Marvel-Film um einen völlig neuen Kino-Helden?

Es gibt einen neuen Helden im Marvel Cinematic Universe: Wir verraten euch zum Kinostart am 2. September, wie gut uns Shang-Chi gefallen hat.

von Vali Aschenbrenner,
02.09.2021 07:52 Uhr

Nachdem wir zwei Jahre lang ohne neuen Marvel-Film auskommen mussten, folgt auf »Black Widow« bereits der nächste: »Shang-Chi« schlägt das nächste Kapitel des Kino-Universums um die Avengers auf und rückt dabei auch noch verhältnismäßig unbekannten Helden ins Rampenlicht.

Und dabei zeigt Marvel, dass sich selbst nach über 20 Filmen eine weitere Origin Story aufbereiten lässt. Gleichzeitig liefert »Shang-Chi« nicht nur einige der besten Actionszenen, sondern ebenso einen der besten Schurken des MCUs. Wir verraten euch, wie gut uns der neueste Marvel-Film gefallen hat.

Alle neuen Marvel-Filme   347     9

Mehr zum Thema

Alle neuen Marvel-Filme

Worum geht es in Shang-Chi?

Wer ist Shang-Chi überhaupt? Hier wollen wir mal nicht zu viel verraten, aber trotzdem für euch zusammenfassen, was ihr wissen solltet. Shang-Chi (Simu Liu) ist - wenig überraschend - der Held des neuesten Marvel-Films. Gemeinsam mit seiner besten Freundin Katy (Awkafina) schlägt er sich in San Francisco mit schlecht bezahlten Minijobs durch.

Eines Tages holt in jedoch seine Vergangenheit ein: Shang-Chis eigener Vater Xu Wenwu (Tony Leung), Anführer der mysteriösen Organisation »Zehn Ringe«, tritt aus den Schatten und stellt das Leben seines Sohnes auf den Kopf. Einen ersten Einblick liefert der Trailer:

Shang-Chi: Trailer zum Marvel-Film zeigt neue Helden und alte Schurken 1:58 Shang-Chi: Trailer zum Marvel-Film zeigt neue Helden und alte Schurken

Ein völlig neuer Held: Ja, »Shang-Chi« ist ein klassischer Origin-Story-Film. Noch einer. Und davon gibt es im Marvel Cinematic Universe ja mehr als genug. Die funktionieren mal besser (»Iron Man«, »Guardians of the Galaxy«), mal schlechter (»The Incredible Hulk«, »Captain Marvel«). Bei »Shang-Chi« bleibt Marvel aber nichts anderes übrig, auf ein altbekanntes Story-Konzept zurückzugreifen.

Denn der »Meister des Kung-Fu« ist selbst vielen Comic-Lesern nur bedingt ein Begriff. Jahrelang nahm Shang-Chi in der Vorlage eine eher untergeordnete Rolle ein - Auftritte in Film und Fernsehen waren ihm so gut wie nie vergönnt. Marvel kann also hier nicht einfach auf einen ähnlichen Stunt wie bei »Spider-Man: Homecoming« zurückgreifen und auf Vorkenntnisse der Zuschauer setzen.

Dass eine Origin Story um einen völlig neuen Kinohelden aber immer noch spannend ausfallen kann, beweist jetzt »Shang-Chi«. Denn der Plot konzentriert sich nicht nur auf den Hauptcharakter, sondern greift gleichzeitig auf unterschiedliche Figuren, Erzählperspektiven und Zeitebenen zurück. Und das funktioniert ganz hervorragend. Denn so wirkt das grundlegend sehr ähnliche und inflationär genutzte Konzept frisch und unverbraucht. »Shang-Chi« ist vertraut, aber doch neu.

Eins der großen Highlights von Shang-Chi: Die erste Kampfszene im Bus. Bildquelle: Disney/Marvel Eins der großen Highlights von Shang-Chi: Die erste Kampfszene im Bus. Bildquelle: Disney/Marvel

Der Schurke als heimlicher Star: Wer nach Thanos, the Vulture, Baron Zemo oder Killmonger mal wieder Lust auf einen richtig gelungenen Marvel-Bösewicht hat, ist bei »Shang-Chi« an der richtigen Stelle. Der neueste MCU-Film widmet Xu Wenwu sehr viel Leinwandzeit, beleuchtet dessen Vorgeschichte, Motivation und die komplexe Beziehung zu seinem Sohn Shang-Chi.

Tony Leung (bekannt aus Filmen wie »Hero«, »Hard Boiled« oder »The Grandmaster«) spielt dabei bedrohlich und beängstigend, lässt aber auch die menschliche Seite seines Charakters nicht zu kurz kommen. Falls euch außerdem interessiert, was es mit den Iron-Man-Gegenspielern »The Ten Rings« und dem Mandarin wirklich auf sich halt, liefert Shang-Chi euch endlich die längst überfällige Antwort. Der Film von Regisseur Destin Daniel bedient also auf diese Weise nicht nur neue Zuschauer, sondern auch Fans der ersten Stunde.

Für wen ist Shang-Chi interessant?

Vorwissen empfehlenswert: Mittlerweile sind wir an dem Punkt angekommen, an dem so gut wie jeder neue Marvel-Film stark auf den vorangegangenen aufbaut. »Shang-Chi« ist da keine Ausnahme, auch wenn die Geschichte des Titelhelden losgelöster vom restlichen Universum funktioniert - ähnlich wie zum Beispiel »Black Widow«. Wir empfehlen euch, zumindest eure Kenntnisse bezüglich »Iron Man 3« aufzufrischen - denn hier könnte der ein oder andere Aspekt davon relevant werden.

Großes Action-Kino: »Shang-Chi« bietet einige der besten Action-Sequenzen das Marvel Cinematic Universe. Gerade Fans von Martial Arts und traditionellen Kampfkünsten kommen bei diesem Film auf ihre Kosten: Die Choreographien sind ausgeklügelt, die Kämpfe (meist) bodenständig und jeder Treffer schlägt spürbar ein. Gleichzeitig gibt es kein Schnittgewitter und die Kamera fängt das Geschehen nachvollziehbar und ohne Hektik ein.

Für einen Marvel-Film widmet sich Shang-Chi überraschend ausgiebig dem Schurken Xu Wenwu (Tony Chiu-Wai Leung) - und davon profitiert gesamte Geschichte. Bildquelle: Disney/Marvel Studios Für einen Marvel-Film widmet sich Shang-Chi überraschend ausgiebig dem Schurken Xu Wenwu (Tony Chiu-Wai Leung) - und davon profitiert gesamte Geschichte. Bildquelle: Disney/Marvel Studios

Stärken und Schwächen von Shang-Chi

Was uns an Shang-Chi gefallen hat:

  • Die Chemie zwischen den Helden: Trotz seines Fokus auf satte Action sind die Charaktere und die Dynamik zwischen ihnen ein großes Highlight von »Shang-Chi«. Die Dialoge zwischen Shang-Chi (Simu Liu) und Katy (Awkafina) fallen beispielsweise stets gewitzt und spaßig aus, während Xu Wenwu (Tony Leung) oder Xialing (Meng'er Zhang) eher dramatische Komponenten miteinbringen.
  • Der große Schurke: Der Film selbst widmet sich viel dem Helden, aber lässt auch seinen Schurken keineswegs zu kurz kommen. »Shang-Chi« beleuchtet ausführlich die Vorgeschichte und Motivation von Xu Wenwu (Tony Leung) und lässt uns trotz seiner diabolischen Taten zumindest teilweise mit ihm sympathisieren. Das gelingt nur wenigen Marvel-Schurken.
  • Die Story: Nein, die Handlung von »Shang-Chi« gewinnt definitiv keinen Innovationspreis. Dennoch kann man Regisseur Destin Daniel zugute halten, nach über 20 MCU-Filmen eine weitere Origin Story spannend und kurzweilig zu inszenieren. Auch wenn »Shang-Chi« gerade im letzten Drittel schwächelt, fällt die Geschichte unterhaltsam aus - was natürlich auch den durchweg guten Darstellern zu verdanken ist.
  • Die Action: »Shang-Chi« bietet viele Action-Szenen, überstrapaziert diese jedoch nicht. Stattdessen gibt es genügend Verschnaufpausen, sodass sich der Zuschauer auf jeden neuen Kampf freuen kann.
  • Präsentation und Repräsentation: »Shang-Chi« liefert Einblicke in die chinesische Mythologie und schneidet Themen wie Kultur, Glaube und Sprache an. In der Originalvertonung wechseln beispielsweise chinesische Dialoge nicht plötzlich ins Englische, stattdessen gibt es Untertitel - was bei konventionellem Hollywood-Kino eigentlich eher die Ausnahme darstellt. Bei »Shang-Chi« hat sich Marvel spürbar Mühe gegeben, viele chinesisch-amerikanische Elemente respektvoll und authentisch wiederzugeben.

Shang-Chi: Neuer Marvel-Held lässt im Trailer die Fäuste sprechen 2:05 Shang-Chi: Neuer Marvel-Held lässt im Trailer die Fäuste sprechen

Was uns an Shang-Chi nicht gefallen hat:

  • Shang-Chis Entwicklung als Charakter: So unterhaltsam Story und Action des neuen Marvel-Films ausfallen, so sehr stagniert der Titelheld. Shang-Chi selbst verfügt nämlich nicht gerade über den tiefgründigsten Charakter und bleibt zwischen den vielen (durchaus interessanten) Nebenfiguren verhältnismäßig blass. Entsprechend wenig Platz bleibt für seine Entwicklung oder einfach nur eine klassische Heldenreise.
  • Das große Finale: Zum Ende des Films geht »Shang-Chi« teilweise die Luft aus. Im letzten Drittel verläuft sich die Haupthandlung ein wenig im Sand und gibt seinen Charakteren zu wenig zu tun. Das eigentliche Finale verfällt dann wieder einem altbekannten MCU-Standard: Unsere Helden bekommen es mit einer gesichtslosen CGI-Armee zu tun. Hier trösten gelungene Effekte und fantastisches Kreaturendesign kaum über Marvel-08/15 hinweg.

1 von 2

nächste Seite


zu den Kommentaren (101)

Kommentare(101)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.