Es ist schwer zu sagen, ob Battlefield 6 sich wirklich in einer Krise befindet. Ja, die Spielerzahlen sind seit Release zumindest auf Steam massiv eingebrochen – von einstmals 747.000 gleichzeitig aktiven Personen auf gerade mal 34.000. Damit erreicht Battlefield 6 aktuell nicht mal die Hälfte der Leute, die ein Arc Raiders im Schlepptau hat.
Auf der anderen Seite würden sich viele Studios nach über 30.000 Fans die Finger lecken; ein Marvel Rivals hat aktuell auch nicht mehr. Letztlich spielen hier viele Faktoren mit rein, beispielsweise wie viel Geld die verbliebenen Spielerinnen und Spieler denn einbringen. Und was für eine Überleitung, denn Battlefield 6 soll vor allem mit einem Geld verdienen: Skins.
YouTuber Swaguley ist sich sicher: Hier liegt der eigentliche Hund begraben. Dass sich Battlefield 6 für viele abspringende Fans einfach nicht so recht nach Battlefield anfühle, hänge stark mit dem Look der unterschiedlichen Fraktionen und Soldaten zusammen – so seine These.
Um die zu belegen, hat er via Reddit eine Umfrage erstellt, die einige interessante Ergebnisse zutage fördert.
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Sabotiert Battlefield 6 seine eigene Atmosphäre?
Erstmal die These in aller Ausführlichkeit: Battlefield sei – so Swaguleys Meinung – immer schon eine ziemlich bodenständige Soldatenfantasie gewesen, mit weitgehend realistischen Uniformen, Fraktionen, Waffen und Designs. Gerade Battlefield 4 habe es zum Beispiel geschafft, Russen, USA und China durch unterschiedliche Farbkodierungen einerseits unterscheidbar, andererseits aber auch authentisch wirken zu lassen. Und dieser »Realismus« (mit dicken Anführungszeichen, wir reden hier schließlich von einem Arcade-Geballer) sei wichtig für die Atmosphäre, die viele Fans überhaupt erst ins Geschehen zieht.
Seit Battlefield 2042 – so weiterhin Swaguleys These – habe DICE sich von diesem Anspruch wegbewegt. Statt echter Fraktionen und Nationen bekamen wir sogenannte No-Pat-Militärs, die dann auf beiden Seiten kämpfen, mit bunten Klamotten, die mit militärischer Funktionalität nichts mehr zu tun haben. Battlefield 6 gebe uns zwar auf dem Papier die NATO, aber die Skins, Uniformen und Co. für sämtliche Fraktionen seien bunt zusammengewürfelter Unfug, der sich auch optisch nicht voneinander unterscheiden lasse.
Die Wurzel allen Übels will Swaguley schnell gefunden haben: Fortnite. Der immense Erfolg von Fortnites überdrehten Outfits stifte Call of Duty und Battlefield manisch dazu an, irgendwie daran anzuknüpfen. Bei CoD ist das ja schon seit Jahren eine große Debatte, in Battlefield nun aber eben auch.
In der Umfrage spannt Swaguley ein 8-stufiges Spektrum, um den ... Abgedrehtheitsgrad (das Wort haben wir gerade erfunden) eines Spiels abzubilden. Auf 1 steht quasi klassisches Battlefield mit sehr »realistischen« Skins und Uniformen, in der Mitte bei 5 in etwa das, was gerade bei Battlefield 6 abgeht und dann ganz am Ende auf 8 Fortnite.
Link zum Reddit-Inhalt
Laut Swagley zieht ein Großteil der über 2.000 Teilnehmenden die Grenze irgendwo zwischen 3 und 4. Er selbst fasst zusammen, ab wann die Leute in seinen Augen raus sind:
- Wenn Skins Fantasie-Kram enthalten, also beispielsweise Dino-Helme oder Ninjas oder Samurai.
- Wenn Skins traditionelle Uniformen mit erfundenen Teilen, Mustern und Farbkombinationen mischen.
- Wenn Skins quasi das Setting wechseln, also beispielsweise eine Ritterrüstung in Battlefield.
- Übertriebener Krams wie Skull-Masken, Paintball-Ausrüstung und so weiter.
Klar, er räumt völlig korrekt ein, dass seine Stichprobe natürlich nicht die Gesamtheit der Battlefield-Community abbildet, die ja demographisch nicht deckungsgleich mit der aktiven Reddit-Sparte sein dürfte. Aber trotzdem: Über 2.000 Stimmen sind zumindest eine statistisch relevante Zahl, die belegt, dass vielen Menschen das Setting eben doch wichtiger ist, als es auf den Servern manchmal den Anschein hat.
Was DICE und die Battlefield Studios letztlich aus dem ganzen Feedback machen, erfahren wir wahrscheinlich in ein paar Tagen, denn die umstrittene erste Season neigt sich allmählich dem Ende. Wir halten euch auf dem Laufenden!
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