Um mich aufzuraffen, muss ich meine Aktivitäten tracken. Die nackten Zahlen und persönlichen Erfolge schütten bei mir reichlich Dopamin aus und sagen: »Das war gut, mach das nochmal.«
Bislang habe ich zur Schweinehundsbekämpfung eine Smartwatch um das Handgelenk geschnallt. Das Problem dabei: Wenn sie den ganzen Tag meinen Arm ziert, bleibt kein Platz für die klassische Uhr. Die trage ich nämlich viel lieber.
Also habe ich mich inzwischen mit den Nachteilen eines smarten Rings arrangiert. In meinem Fall klappt es.
Smart Ring statt Smartwatch
Es gibt einen Grund, warum meine Augen immer wieder zur Apple Watch schweifen: LTE.
Was ist der große Vorteil? Sollte auf der Laufstrecke etwas passieren, kann ich im Ernstfall über die Smartwatch Hilfe rufen. Das Smartphone muss während des Laufens somit nicht im Säckel oder in einer kleinen Tasche verstaut werden. Ohne Ballast läuft es sich deutlich bequemer.
Allerdings kommt die überwiegende Mehrheit der Geräte leider ohne LTE-Option aus. Und diese große Anzahl an Smartwatches will ebenfalls für GameStar Tech getestet werden.
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Ich habe mich also unbewusst daran gewöhnt, das Smartphone beim Laufen mitzuführen. In Verbindung mit dem Oura Ring 4 werden dabei die für mich wichtigsten Parameter in der App ausgewertet.
- Distanz: Wie viele Kilometer beträgt die (neue) Strecke?
- Pace: Wie schnell war ich pro Kilometer?
- Herzfrequenz (Schnitt, Max): Wie anstrengend war es heute für mich?
Der Ring erkennt das Laufen übrigens ganz automatisch, was ebenfalls auf das Intervalltraining zutrifft. Praktisch, denn nach dem Aufwärmen kann ich direkt durchstarten. Zudem trägt sich der Ring ziemlich bequem, und nach der kurzen Eingewöhnungszeit nehme ich ihn am Finger überhaupt nicht mehr wahr.
Die Akkulaufzeit von knapp fünf Tagen zahlt ebenfalls auf das Komfort-Konto ein.
Schlaf und Wohlbefinden
Die eigentliche Königsdisziplin smarter Ringe liegt jedoch nicht im Sportbereich. Tatsächlich misst der Oura Ring 4 (und andere Modelle) den Schlaf sehr akkurat. Das kann wiederum ausschlaggebend für meine sportliche Leistung sein.
Wenn ich eine unruhige und wenig erholsame Nacht hinter mir habe, ist es mitunter nicht der ideale Tag, um die Laufdistanz zu erhöhen. Das sagt in der Regel auch das eigene Körpergefühl.
In der Vergangenheit war das jedoch nicht immer der Fall. Trotz der eindringlichen Warnung des Rings wollte ich es wissen und habe gerade einmal ein Drittel (4 Kilometer) der eigentlichen Bestleistung geschafft. Der Frust darüber schlägt hart auf das eigene Gemüt.
Habt keinen falschen Eindruck: In erster Linie gibt mein Körpergefühl den Takt vor. Im Zweifel wird die errechnete Tagesform des Rings als zusätzlicher Diskussionspunkt herangezogen. Werden kleine Brötchen gebacken oder die Rennschuhe ausgepackt?
Abseits der sportlichen Steigerung sind die Gadgets vor allem dann spannend, wenn man sich zunächst mit dem eigenen Schlafverhalten auseinandersetzen möchte. Das erfordert natürlich ein grundsätzliches Interesse.
Die spannendsten Details werden dabei erst nach vielen Monaten sichtbar:
- Zu welcher Uhrzeit habe ich die letzten sechs Monate am besten geschlafen?
- Was hat den größten Einfluss auf meinen Schlaf, was den geringsten Einfluss?
- Wie wirkt sich ein an mich angepasster Schlafrhythmus auf mein Wohlbefinden und meine körperliche Stressresistenz aus?
Wenig überraschend führt bei mir schon eine geringe Menge Alkohol zu einem sehr unruhigen Schlaf. Zwei Gläser Wein hemmen meinen REM-Schlaf, erhöhen meinen Ruhepuls und senken meine Herzfrequenzvariabilität (HRV) rapide.
Kurzum: Ich schlafe schlecht und bin am nächsten Tag wenig belastbar. Der Ring zeigt mir das unverblümt schwarz auf weiß. Der direkte Vergleich zu einer normalen Nacht ist oft ein heilsamer Schock.
Im folgenden Video habe ich die Stärken und Schwächen von smarten Ringen im Detail zusammengefasst.
16:02
Smart-Ring als Alternative zur Smartwatch? Das müsst ihr unbedingt vorher wissen!
Wo es 2026 noch immer hakt
Ich vermisse keine Smartwatch. Das liegt einerseits an meinen Aktivitäten, andererseits gefällt mir der Anblick einer klassischen Uhr.
Beim Kraftsport mit Hanteln käme mir aber kein Ring um den Finger. Hier stört das Gadget mehr, als dass es hilft. Zumal Smartwatches, wie die von Garmin, dafür die weitaus bessere Wahl sind.
Beim Tracken der Schritte rate ich auch 2026 noch immer von den smarten Ringen ab. Zumindest, wenn der Zähler möglichst genau sein soll. Trotz 3D-Beschleunigungssensor und cleverer Algorithmen können sie mit den Uhren nicht mithalten.
Beim Wandern lasse ich sowieso nichts auf die Smartwatch kommen. Hier sind die Funktionen und Spielereien einfach genial. Ein Ring ohne Display stinkt dagegen nicht ansatzweise an.
Zum Thema Abonnement: Ich bin nicht stolz darauf, aber für den ganzen gesundheitlichen Benefit zwackt mir Oura jeden Monat 6 Euro vom Konto ab. Was ich von dieser Entwicklung halte, habe ich bereits gesagt.
Nach Alternativen, die zu mir passen, wird bereits aktiv geschaut.
Meiner Meinung nach haben sich die kleinen Health-Gadgets bis heute durchaus gemausert und werden stetig besser. Akkulaufzeit, Genauigkeit, Funktionsumfang – die Hersteller optimieren die Geräte bis ins letzte Detail. Dahinter steckt immerhin ein riesiger Markt: die Gesundheit.
Ob die teure Anschaffung letztlich den Nutzen rechtfertigt, lässt sich nicht eindeutig sagen. Dafür sind wir alle zu unterschiedlich. Während mich nackte Zahlen auf die Laufstrecke peitschen, finden andere ihren Ansporn ganz ohne elektronisches Gerät. Und beides ist vollkommen in Ordnung.




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