Jetzt mit Plus alles auf einer Seite lesen

Jahres-Abo
4,99€

pro Monat

12 Monate

Günstigster Preis
Zugang zu allen exklusiven Artikeln, Videos & Podcast-Folgen
Werbefreiheit auf GameStar.de & GamePro.de
Auf geht's
Quartals-Abo
5,99€

pro Monat

3 Monate

14% gegenüber Flexi-Abo sparen
Zugang zu allen exklusiven Artikeln, Videos & Podcast-Folgen
Werbefreiheit auf GameStar.de & GamePro.de
Auf geht's
Flexi-Abo
6,99€

pro Monat

1 Monat

Monatlich kündbar
Zugang zu allen exklusiven Artikeln, Videos & Podcast-Folgen
Werbefreiheit auf GameStar.de & GamePro.de
Auf geht's

Adventskalender 2019

Sniper Ghost Warrior Contracts im Test: Ein Spiel für Spezialisten

Die AA-Scharfschützensimulation hat keine packende Story und keine atemberaubende Grafik. Dafür gibt’s überwiegend spaßiges Gameplay und viel zu tun fürs Geld.

von Sascha Penzhorn,
26.11.2019 15:12 Uhr

Sniper Ghost Warrior Contracts verzichtet auf Open World, bietet aber trotzdem sehr große Areale. Sniper Ghost Warrior Contracts verzichtet auf Open World, bietet aber trotzdem sehr große Areale.

Jeder kennt dieses Problem: Ein Widersacher muss möglichst schnell und unauffällig beseitigt werden. Ihr braucht einen kreativen Profi mit schlagkräftiger Ausrüstung, der kalt, emotionslos und vor allem effektiv arbeitet. Doch ihr wollt nicht gleich sämtliche Ersparnisse in die Sniper Elite investieren. Und die Preisliste von Agent 47 ist viel zu verwirrend.

Dabei wollt ihr einfach nur mal ein paar böse Menschen spurlos verschwinden lassen, ohne viel Schnickschnack. Das kann doch nicht so schwer sein! Warum tut denn niemand was? Bezahlt auch ihr zu viel für Profikiller? Schluss damit! Zeit für Sniper Ghost Warrior Contracts!

Aufs Wesentliche reduziert

Das Spiel beginnt mit etwas seichter Story. Böse Menschen in Sibirien, die mit biologischen Waffen experimentieren. Politiker, die Reichtümer horten, während das Volk hungert. Typen, die ganz allgemein so fies sind, dass man sie alle bedenkenlos aus sicherer Entfernung mit dem Präzisionsgewehr umnieten darf, ohne sich irgendwie schlecht zu fühlen. Zu keinem davon bauen wir irgendein Verhältnis auf, das uns stärker motiviert, den entsprechenden Schurken endlich abzumurksen.

Abschüsse auf kurze Distanz wie hier sind keine große Kunst. Richtig anspruchsvoll wird es erst ab 300 Metern aufwärts. Abschüsse auf kurze Distanz wie hier sind keine große Kunst. Richtig anspruchsvoll wird es erst ab 300 Metern aufwärts.

Die Render-Sequenzen haben englische Sprachausgabe mit deutschen Bildschirmtexten und ruckeln teilweise so stark, dass wir uns vorkommen wie beim neuen Call of Duty: Modern Warfare. Die Handlung ist vollkommen uninteressant, was für ein Spiel dieser Art natürlich nicht unbedingt ein Beinbruch ist. Wer auf eine gute Geschichte steht, findet sie hier jedoch nicht.

Und weil wir gerade so schön am Motzen sind, machen wir auch gleich mit unserem zweiten großen Kritikpunkt weiter: Das Spiel ist kein Hingucker. Die Texturen sind matschig, die Grafikeinstellungen dürftig. Es gibt Settings wie »Nachbearbeitung«, »Shading« und »Shader-Qualität« mit Einstellungsmöglichkeiten von niedrig bis sehr hoch. Einstellungsmöglichkeiten für Ambient Occlusion oder Anti-Aliasing-Filter fehlen. Das macht Sniper Ghost Warrior Contracts nicht zwingend hässlich, wegen seiner überwältigenden Grafikpracht werdet ihr es aber wohl nicht installieren.

Immerhin: Mangels hoch aufgelöster Texturen nimmt das Teil trotz seiner fünf riesengroßen Karten nur bescheidene zwölf GB auf eurer Festplatte ein und läuft auch auf mittelprächtiger Hardware ruckelfrei - zumindest außerhalb der Filmsequenzen. Immerhin sind die Karten optisch abwechslungsreich gestaltet. Und ja - man kann tatsächlich Spaß damit haben!

Viele Lösungswege

Okay, es ist keine Liebe auf den ersten Blick. Aber wenn man aus einem halben Kilometer Entfernung einen Kill hinlegt, dann macht das Laune. Das liegt einerseits daran, dass es … nun, interessant aussieht, wenn die Kamera dem Geschoss folgt und zeigt, wie es mit dem Ziel kollidiert. Zum anderen fühlt es sich ganz einfach gut an, weil Kills gegen bewegliche Ziele auf sehr große Distanz Übung und Fingerspitzengefühl erfordern.

Zwischen den Missionen rüsten wir unseren namenlosen Jäger aus. Zwischen den Missionen rüsten wir unseren namenlosen Jäger aus.

Unser Projektil fliegt nicht einfach exakt geradeaus, sondern sinkt auf jedem Meter etwas, wird vom Wind beeinflusst und findet sein Ziel nicht, wenn wir einfach nur stur mit dem Fadenkreuz draufhalten. Unser justierbares Zielfernrohr und die Wind-Anzeige im HUD machen den Kampf auf große Reichweite komfortabler, ohne ihn zu sehr zu vereinfachen.

Nebenher legen wir Minen aus und verursachen dann ordentlich Krach, um Feinde aufzuschrecken und in ihr Verderben zu locken. Auch Drohnen und ferngesteuerte Geschütze gehören zu unserem Repertoire. Wer es persönlicher mag, schleicht sich direkt an Feinde heran und beseitigt sie mit dem Messer oder einer Pistole mit Schalldämpfer.

Natürlich stehen auch die obligatorischen Benzinkanister, Fässer mit Giftgas und explodierende Fahrzeuge herum, falls wir es mal eine Ecke lauter mögen. Das ist besonders dann hilfreich, wenn wir von einem Gegner oder einer Kamera entdeckt werden oder eine Leiche allzu sichtbar herumliegen lassen und nicht wegräumen.

Sniper Ghost Warrior Contracts ist stellenweise ganz hübsch, haut aber nicht um. Alles wirkt etwas verwaschen und weichgezeichnet, Anpassungsmöglichkeiten für Anti-Aliasing gibt es nicht. Sniper Ghost Warrior Contracts ist stellenweise ganz hübsch, haut aber nicht um. Alles wirkt etwas verwaschen und weichgezeichnet, Anpassungsmöglichkeiten für Anti-Aliasing gibt es nicht.

Wenn die Alarmsirenen schrillen, ist sofort die Hölle los! Verstecken wir uns jetzt nicht sofort, war es das schlimmstenfalls Als letzte Rettung hilft dann höchstens noch der Griff zum Sturmgewehr oder zu ein paar Handgranaten. Und dazu kommt es durchaus öfter, denn statt einfach nur gemütlich Ziele auszuschalten, müssen wir auch immer wieder mal feindliche Basen infiltrieren und dort Dinge mitgehen lassen. Für den Adrenalinkick sorgt hier vor allem der Sound - überall krachen Schüsse, Soldaten brüllen durcheinander und die Sirenen heulen überall um uns herum.

Von dumm bis übermenschlich

Das Spielerlebnis variiert sehr stark mit dem Schwierigkeitsgrad. Auf dem niedrigsten Level schleichen wir uns recht gemütlich an Patrouillen heran und erledigen sie mit dem Messer, bevor sie je auf uns aufmerksam werden. Das eignet sich vor allem für Spieler, die für Präzision keine Geduld haben und lieber mit dem Feind auf Tuchfühlung gehen - auch wenn eine allzu offene Auseinandersetzung mit zu vielen Gegnern natürlich nie lange gutgeht.

Auf höheren Schwierigkeitsgraden müsst ihr entsprechend geschickter agieren, denn hier werdet ihr oft schon auf große Distanz entdeckt. Hier achten Gegner auf jede Bewegung und jedes Geräusch und treffen zielsicher auf weite Entfernung. Stellenweise legen sie dabei regelrecht paranormale Fähigkeiten an den Tag - erspäht euch ein Feind, wissen für gewöhnlich auch direkt all seine Kollegen exakt, wo ihr euch versteckt haltet.

Besiegte Wachposten können wir fleddern, wegzerren und verstecken. Die verwaschenen Charaktertexturen gibt’s auf höchster Detailstufe. Besiegte Wachposten können wir fleddern, wegzerren und verstecken. Die verwaschenen Charaktertexturen gibt’s auf höchster Detailstufe.

Wirklich frustrierend wird es aber nie - dafür sorgen einerseits regelmäßige Checkpoints, falls wir doch mal das Zeitliche segnen. Andererseits kann man die unterschiedlichen Missionen auf jeder Karte auch nie wirklich komplett vermasseln. Machen wir ein gesuchtes Ziel mal auf uns aufmerksam und lassen es dann entkommen, verschanzt es sich an anderer Stelle und wird womöglich noch besser geschützt als bei unserem ersten Anlauf.

Wir können die Sache aber nicht so hart verbocken, dass sie jemals unrettbar verloren geht. Recht so! Allein das Extrahieren nach einem perfekten Einsatz ist wenig spannend. Wenn man alle Feinde beseitigt hat und quälend langsam zum Missionsende latschen muss, kann man immerhin noch mal in aller Ruhe das gerade Erlebte Revue passieren lassen. Schnellreise ist während der Exfiltrierungsphase nämlich nicht erlaubt. Menno!

Motivation durch Upgrades

Für jedes Problem gibt es unterschiedliche Lösungen, für besonders geschicktes Vorgehen (zum Beispiel einen Boss ausschalten, ohne den Alarm auszulösen) gibt's extra dicke Belohnungen.

Überhaupt bekommen wir für jede erledigte Aufgabe reichlich Spielwährung, mit der wir neue Schießprügel, Waffen-Skins und diverse Charakter-Upgrades (bessere Panzerung und Regeneration, Resistenz gegen Gas, Nachtsicht uvm.) freischalten. Und mit zusätzlichen Fähigkeiten, Gegenständen und Upgrades erweitern sich auch unsere Möglichkeiten, Missionsziele zu erreichen.

Das erhöht den Wiederspielwert. Wer alle Hauptziele auf allen fünf Karten absolvieren möchte, muss je nach Schwierigkeitsgrad und Vorgehensweise zehn bis 15 Stunden einplanen. Mit optionalen Zielen und Herausforderungen spielt ihr entsprechend länger. Und das ist für den Kaufpreis von aktuell 30 Euro doch gar nicht übel.

Mission erledigt – jetzt müssen wir extrahieren, bevor wir von Feinden überrannt werden. In der Ferne leuchtet der goldene Strahl der Erlösung. Mission erledigt – jetzt müssen wir extrahieren, bevor wir von Feinden überrannt werden. In der Ferne leuchtet der goldene Strahl der Erlösung.

1 von 3

nächste Seite



Kommentare(39)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.

Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen oder schließen