Expertenfazit: Der erste Patch zu Sons of the Forest stimmt uns optimistisch für die Zukunft

Weckt der großartige erste Patch falsche Hoffnungen oder bescheinigt er dem Early-Access-Titel eine rosige Zukunft? Wir analysieren die Neuerungen.

Der erste große Patch für Sons of the Forest ist da - und macht Hoffnung für den Early Access. Der erste große Patch für Sons of the Forest ist da - und macht Hoffnung für den Early Access.

Der erste Patch für Sons of the Forest ist da und die Spieler sind begeistert: neue Bau-Elemente und Gegenstände, frische Story-Details, ein erster kleiner Bosskampf. Während viele vorwiegend mit Bugfixes gerechnet haben, macht das Spiel stattdessen in allen Bereichen einen ordentlichen Schritt vorwärts.

Grund genug, einen genaueren Blick auf die neuen Inhalte zu werfen, ein erstes Expertenfazit zu ziehen und die Signalwirkung des Patches zu analysieren. Handelt es sich hierbei um einen positiven Trend, der dem Spiel eine rosige Zukunft bescheinigt, oder lediglich um die Nachgeburt eines sehr kurzfristig beschlossenen Early-Access-Starts?

Eine komplette Liste aller Änderungen und der hervorstechenden Highlights findet ihr in unserem Patch-Überblickt mit Patch Notes.

Ein Musterbeispiel für Early Access - oder weckt der Patch falsche Hoffnungen?

Angesichts des kurzfristigen Umstiegs auf einen Early-Access-Launch liegt natürlich die Vermutung nahe, dass viele der Inhalte schon länger in der Pipeline gewesen sind, zum Stichtag aber schlicht noch nicht fertig gereift waren.

Dafür spräche zum Beispiel, dass das nun nachgelieferte Fernglas bereits im Vorfeld von Dataminern in den Spieldateien entdeckt wurde. Gleichzeitig war aber weder der Eispickel Teil des Patches, noch der Hängegleiter oder Bosskampf Teil des Leaks.

Natürlich gibt es immer halbfertige Inhalte in einem Entwicklerstudio. Taucht man aber tiefer in die Patchnotes, dann wirken sie doch an vielen Stellen maßgeschneidert auf die Community. Diese hatte sich in den ersten beiden Spielwochen insbesondere kritisch über Story-Lücken, die langen Laufwege und fehlende Bosskämpfe geäußert.

Fernglas in Aktion Mit dem neuen Fernglas können wir die Kannibalen nun auch aus sicherer Entfernung beobachten, ohne dass sie gleich ausflippen.

Überwäldigend Der Hängegleiter bringt uns ruckzuck ans andere Ende der Insel.

Mehr Timmy Tim Leblancs Buch hat einen neuen Klappentext spendiert bekommen und verrät nun noch mehr zu seiner Person.

Auch vermisste man Tore für Schutzwälle und Schlösser für Türen, fand aber äußerst kreative Lösungen für diese Lücken. Beides wurde nun aber nachgereicht, zusammen mit zahlreichen weiteren gewünschten Features und Fehlerkorrekturen.

Die Tatsache, dass die ersten neuen Story-Inhalte speziell den wilden Fan-Theorien über die Identität der feindlich gesonnenen Person in silberner Weste den Wind aus den Segeln nehmen, spricht ebenfalls für ein reaktives Update. Ganz nach dem Motto: »Sorry Leute, aber der Antagonist ist nicht Megan aus The Forest.«

Mehr Klarheit und Komfort

Betrachten wir die vorgenommenen Änderungen in ihrer Gesamtheit, ergibt sich ein rundum gelungenes Bild und man merkt, wie nah die Entwickler ihr Ohr am Puls der Community haben.

So lassen sich etwa die unterschiedlichen Müdigkeitsgrade der Koop-Spieler nun durch die mehr als verdoppelte Erholungsrate im Sitzen (anstatt die bis zu acht Spieler alle ins Bett zu beordern) besser handhaben. Andererseits brennen Feuer schneller ab und der Schrotflinten-Schaden wurde halbiert, weil beides den Survival-Faktor unverhältnismäßig senkte.

Der neue Bosskampf erfüllt nicht nur einen Fan-Wunsch. Im gleichen Rahmen wird auch die Verwirrung über den Verbleib der gesuchten Milliardärsfamilie gelindert - Hier werden also gleich zwei Mutanten mit einer Klappe geschlagen.

Wenn ihr das Ganze in Aktion sehen wollt, haben wir für euch eine Aufnahme parat. Wer Spoiler vermeiden will, schließt ab der zweiten Hälfte aber lieber die Augen.

Sons of the Forest: Wir bezwingen den neuen Boss und lüften ein wichtiges Story-Geheimnis 2:32 Sons of the Forest: Wir bezwingen den neuen Boss und lüften ein wichtiges Story-Geheimnis

Dazu gibt es häufigere und klarere Missionseinblendungen, die uns nach dem Auffinden unseres Teams eben wieder in Richtung der gesuchten Familie und von dort weiterschicken. Man merkt, dass das Entwicklerteam bei Endnight seit dem Vorgänger deutlich gewachsen und gereift ist. Viele Entscheidungen wirken elegant und zeitnah mit den Bedürfnissen der aktuellen Spielerschaft verknüpft.

Wenn das Studio dieses Tempo hält (und der neue 14 Tage-Timer im Hauptmenü lässt darauf schließen), dann könnte Sons of the Forest seine Early-Access-Stützräder deutlich früher abstreifen als noch der Vorgänger. Ganz abgesehen davon, dass ein solches öffentliches Aushängen der nächsten Patch-Karotte ein cleverer Schachzug ist, um die Vorfreude und Motivation der Fans weiter lodern zu lassen.

Fazit der Redaktion

André Baumgartner
@playtyper

Endnight hat mich mit diesem Update wirklich von den Socken gehauen. Zu sehr war ich geprägt von anderen Early-Access-Spielen, die ihre Inhalte über Monate und Jahre sehr langsam auf uns herabträufeln und die ursprüngliche Käuferschaft nur zu gern am langen Arm verhungern lassen.

Man denke nur an die ausladenden Update-Zyklen eines Valheims oder die neunjährige EA-Phase eines 7 Days to Die. Selbstverständlich zeichnet ein Patch alleine noch keinen eindeutigen Trend, aber ich denke, ich lehne mich nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn ich es einen verdammt starken Auftakt nenne.

zu den Kommentaren (19)

Kommentare(19)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.