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Inhaltsverzeichnis

Seite 2: Spieleförderung in Deutschland - 50 Millionen Euro pro Jahr, aber »nicht für Shooter«

Ko-Produktionen auf dem Weg zum AAA-Standort

Dass in Deutschland nicht von heute auf morgen AAA-Games aus dem Boden sprießen werden, ist allen Beteiligten klar. Deshalb haben sich die Entwickler eine Sonderregel ins Konzept geschrieben: Sie wollen nicht nur Spiele fördern, die komplett aus Deutschland stammen, sondern auch Ko-Produktionen. Ubisoft arbeitet schon jetzt so, dass ein Studio im Lead ist und viele andere Studios als Ko-Produzenten anleitet. Anders wären Großproduktionen wie Assassin's Creed oder The Division nicht zu stemmen. Benedikt Grindel, Geschäftsführer von Ubisoft Blue Byte, kommentiert:

"Im Bereich der Großproduktionen sind wir noch sehr klein aufgestellt. Aber gerade wir von Ubisoft haben gute Erfahrungen damit in anderen Ländern gemacht. Ko-Entwicklungen holen Projekte nach Deutschland, schaffen neues Know-How und Jobs."

Voraussetzung für eine Förderung in Ko-Produktion ist: Der Sitz des Entwicklers muss in Deutschland sein und der Kulturtest erfüllt werden. Was schnell nach einer »Lex Ubisoft« klingt, soll angeblich für viele Publisher interessant sein. Malte Behrmann, früher Mitgründer des deutschen Entwickler-Verbandes, findet die Aufnahme von Ko-Entwicklung wichtig für den Standort:

"Das wichtigste an diesem Konzept ist, dass wir eine ausdrückliche Regelung für Ko-Produktionen haben. Dass wir das von vornherein mitplanen, ist viel besser, als wenn es nicht geregelt wird."

Spiele-Entwickler aus Deutschland über Fallstricke, Probleme und Erfolge (Plus-exklusiv)

Gemischte Signale aus der Politik

Dass die 50 Millionen Euro im ersten Jahr durchkommen, ist natürlich noch gar nicht gesetzt. Denn dafür muss erst die Politik ins Boot geholt werden und einen Beschluss darüber fassen. Mit einer schnellen Lösung sollte man daher nicht rechnen, warnt Felix Falk:

"Ich glaube kaum, dass wir die Förderung schon im Haushaltsplan 2019 durchbekommen. Wir geben zwar unser Bestes, aber die Verhandlungen dafür laufen ja schon."

Ein Hindernis könnte auch die neue Digitalministerin darstellen: Dorothee Bär setzt sich zwar schon lange für Spiele in Deutschland ein - hat aber für ihr »Digitalministerium« nur 31 Mitarbeiter, die noch nicht mal alle eingestellt sind. Realistisch ist also eher, dass Spieleförderung erst 2020 richtig durchstarten kann.

Ein positives Signal hat zumindest Martin Rabanus, kultur- und medienpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion gesetzt: Er verriet bei der Eröffnung der Gamesweek Berlin, dass 50 Millionen Euro auch die Höhe sind, mit der bei den Koalitionsverhandlung gerechnet wurde:

"Es ist kein zu großes Geheimnis, wenn ich verrate, dass wir bei den Koalitionsverhandlungen an eine Spieleförderung für den Standort Deutschland in Höhe von ungefähr 50 Millionen Euro gedacht haben."

Eines schließt er allerdings aus: Dass die Förderung auch Shootern zukommen soll: "Argumente, denen zufolge auch Shooter als förderfähig angesehen werden könnten, haben mich bisher nicht überzeugt."

In Berlin arbeitet das neue Ubisoft-Studio an Far-Cry-Inhalten - also solchen, die Martin Rabenus nicht förderfähig hält. In Berlin arbeitet das neue Ubisoft-Studio an Far-Cry-Inhalten - also solchen, die Martin Rabenus nicht förderfähig hält.

Das wiederum hört die Industrie natürlich nicht gern. Ubisoft hat zum Beispiel im vergangenen Jahr ein Studio in Berlin eröffnet, das als Ko-Entwickler an Far Cry arbeitet. Istvan Tajnay, der Leiter des Studios, glaubt nicht, dass das am Ende im Gesetzesbeschluss stehen wird:

"Ich bin mir sicher, dass unser Verband die Politik mit Argumenten überzeugen kann, dass Gewalt in Videospielen keine schädlichen Auswirkungen hat."

Zumindest nicht auf Erwachsene, und Far Cry richtet sich als USK-18-Produkt explizit an solche. Es bleibt also spannend, wer am Ende Recht behält: Industrie oder Politik?

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