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Seite 3: Squad im Test - Der Militär-Shooter für alle, die es ernst meinen

Knackpunkt Kommunikation

Squad setzt Kommunikation nicht nur voraus, es basiert quasi vollständig darauf. Wer nicht kommuniziert, kann nicht erfolgreich spielen. Das ist vollkommen anders als in Battlefield, das auch für einsame Wölfe oder Sprach-Muffel noch funktioniert.

Squad klappt nur reibungslos, wenn die Teamzusammensetzung stimmt. Hat unser Squadleader eine leise Ahnung von dem, was er da tut? Passt die Abstimmung mit den anderen Gruppenleitern, sodass aus unseren Einzelaktionen so etwas wie eine choreographierte Angriffsstrategie wird? Oft reicht ein fehlerhaftes Rad im Getriebe, um einen ganzen Plan zunichte zu machen. Auch das ist der Realismus, mit dem man in Squad leben muss.

Wenn wir verletzt sind, bandagieren wir uns und unsere Kameraden, um Blutungen zu stoppen. Voll hochheilen kann aber nur die Medic-Klasse. Wenn wir verletzt sind, bandagieren wir uns und unsere Kameraden, um Blutungen zu stoppen. Voll hochheilen kann aber nur die Medic-Klasse.

Doof ist allerdings, dass man Squads für andere Mitspieler schließen kann, auch in Sachen Kommunikation, sodass mit Pech das komplette Team aus kleinen Grüppchen besteht, die sich nicht untereinander abstimmen - was meist die sichere Niederlage bedeutet.

Wenn dagegen die Komposition stimmt und alles klappt, rockt dieses Spiel die Bude und macht richtig Laune. Nicht selten läuft ein Plan jedoch völlig ins Leere. Oder euer Squadleader teilt euch einfach eine Aufgabe zu, die per se keinen Spaß macht.

Etwa hatten wir mal den Auftrag, ein kleines Dorf zu sichern und zu halten, falls der Feind über die Flanke angreift. So saßen wir dann eine Viertelstunde auf Dächern und hörten, wie die anderen in der Ferne verbissen um den Flaggenpunkt kämpften. Bei uns blieb alles ruhig - also langweilig. Am Ende waren die Tickets unseres Teams aufgebraucht und wir hatten verloren. Sowas fühlt sich nicht gut an. Und es kommt leider so ähnlich immer mal wieder vor.

Squad geht beim Realismus so weit, dass manche Spieler sich langweilen könnten. Hier warten wir seit fünf Minuten, ob bei der roten Rauchmarkierung ein Feind auftaucht. Squad geht beim Realismus so weit, dass manche Spieler sich langweilen könnten. Hier warten wir seit fünf Minuten, ob bei der roten Rauchmarkierung ein Feind auftaucht.

Langeweile ist Teil des Spiels

Wer Bock auf einen realistischen Shooter hat, muss sich bei Squad dringend bewusstmachen, dass all der Realismus auch Kehrseiten hat. Denn der authentische Anspruch ist bei Squad konsequent zu Ende gedacht, weshalb selbst die langweiligen Aspekte der modernen Kriegsführung Teil des Gameplays sind.

Kleines Beispiel gefällig? Mein Befehl lautet: Besorge Vorräte, damit unser Squad eine neue Forward Operating Base (FOB) einrichten kann, um die Belagerung eines Flaggenpunkts voranzutreiben. Also spawne ich in unserer Hauptbasis, kilometerweit von der Frontlinie entfernt.

Ich schnappe mir einen Versorgungslaster, lade per praktischem Kreismenü die Ressourcen ein und rumpele los. Weil ich mit Kartenlesen auf Kriegsfuß stehe, folgt eine kleine Odyssey über geschwungene Feldwege, bis ich schließlich die Ressourcen am vom Squadleader markierten Punkt abliefere und lobende Worte kassiere. Ja, das waren gerade 30 Minuten typisches Squad-Gameplay.

Und weitere Aspekte des Realismus dürften Shooter-Fans ebenfalls ungewohnt vorkommen. Wer in Squad losrennt, beschleunigt erst langsam auf Höchstgeschwindigkeit. Das fühlt sich einfach träge an. Rennen wir zu lange, ist zudem unsere Ausdauerleiste aufgebraucht, wir werden extrem langsam und können nicht mehr geradeaus zielen. Das bremst und nötigt uns ab, unseren Atem einzuteilen. Wieder gilt: Ja, das ist realistisch, in einem Spiel aber auch oft nervig.

Neben Erschöpfung kämpfen wir auch gegen eine verengte Sicht, wenn wir unter Feuer geraten. Neben Erschöpfung kämpfen wir auch gegen eine verengte Sicht, wenn wir unter Feuer geraten.

Ist Squad das Richtige für mich?

Stellt euch vor, ihr habt zwei Kinder, tausend Verpflichtungen und jeden Abend nur eine Stunde Zeit, eurer Liebe für Shooter zu frönen. Ihr startet Squad, tretet einem Server bei, erledigt zwei lahme Fleißaufgaben und peng - Schlafenszeit. Das ist sicherlich nicht, was sich die meisten Spieler wünschen.

Dann gibt es wieder andere, die mit ihren fünf Kumpels gemeinsam losziehen, gerne kommunizieren, auch mal etwas langsameren Spielphasen nicht abgeneigt sind. Dieser Typ kann mit Squad warm werden.

Man sollte Squad nicht für etwas bewerten, was es nicht sein will. Squad will kein Battlefield, CoD oder Arma sein. Es will seinen eigenen Weg gehen und einen realistischen Militär-Shooter erschaffen, in dem Kommunikation und Strategie Trumpf ist. Und das gelingt mit Bravour!

Gleichzeitig verengt Squad aber auch den Kreis der Interessenten, da ihr wirklich genau diese Art von Spiel suchen müsst, um euren Spaß zu haben. Wer nicht bereit ist, viel (mit anderen) zu arbeiten, wird mit Squad nicht glücklich.

Mehr zur außergewöhnlichen Entwicklungsgeschichte von Squad und wie aus einer Mod ein vollwertiger Taktik-Shooter wurde, lest ihr im großen Making of bei GameStar Plus:

Squad: Mod-Entwicklung zwischen Arma und Battlefield   16     10

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