Stadia Game Streaming - Gaming Light für mich

Ich finde Game Streaming wie Google Stadia gut, weil es spielen einfacher und zugänglicher macht - auch wenn es mich potenziell den Job kosten kann.

von Florian Klein,
22.03.2019 17:34 Uhr

Mit Google steigt ein Schwergewicht ins Game Streaming ein - da sind allerdings auch schon ein paar.Mit Google steigt ein Schwergewicht ins Game Streaming ein - da sind allerdings auch schon ein paar.

140 Milliarden US-Dollar Umsatz soll der Gaming-Markt weltweit letztes Jahr gemacht haben, Tendenz weiter steigend - Gaming ist in! Und Game Streaming wird von vielen als die Zukunft des Spielens gesehen, Google ist da mit Stadia bei weitem nicht der erste.

Google Stadia - Keine Konsole, Spiele auf fast jedes Gerät streamen

Microsoft beeilt sich nach der Stadia-Ankündigung, neue Details zum eigenen Project xCloud zu nennen. Nvidia hat mit GeForce Now ein durchaus ähnliches Angebot (auch wenn der Desktop-Client für PC schon verdächtig lange in der closed beta verharrt und immer noch kein Preis genannt wird).

Bei Shadow fällt sogar die Beschränkung auf eine vorgegebene Auswahl an Spielen weg. Einfach einen Windows 10 PC mit Geforce GTX 1080 in der Cloud mieten und nach Belieben (eigene) Spiele installieren - und streamen.

Shadow PC im Test - wie gut funktioniert der Gaming-PC zum Mieten?

Florian Klein

Florian hat bei der GameStar seit 2005 jede Menge Gaming-Hardware aller Art getestet. Wenn jeder Spiele nur noch streamt, hat der Fortschritt aber einen weiteren Job (seinen!) vernichtet - trotzdem findet er die Idee an und für sich gut.

Netflix für Games: Ja, bitte!

Spiele-Streaming wird mehr Menschen ermöglichen, das zu zocken, worauf sie Lust haben, unabhängig(er) vom eigenen Budget als bislang. Keiner muss mehr viel Geld vorab investieren, bevor er spielen kann, denn viele haben schon alles, was sie dafür brauchen.

Spielen auf allem: Stadia bietet die Möglichkeit, das Spielen noch zugänglicher zu machen, denn viele haben schon passende Hardware: Eine Android-Box, ein Büro-PC oder ein flügellahmes Notebook (Betriebssystem egal) oder auch ein Smart-TV mit (sehr wahrscheinlich kommender) Stadia-App reicht.

Günstige Hardware: Wer gar nichts hat, muss sich nur den Stadia-Controller kaufen, irgendeinen Bildschirm dazu finden und eventuell noch einen günstigen Android- oder Chromecast-Stick dazu holen. Nun noch Streaming-Abo auf Zeit (eventuell auch nur für ein bestimmtes Spiel) abschließen und schon kann es los gehen - vorausgesetzt die Internetverbindung spielt mit.

Stadia Controller plus Bildschirm und Internetverbindung ist alles an technischer Voraussetzung für Googles Game Streaming.Stadia Controller plus Bildschirm und Internetverbindung ist alles an technischer Voraussetzung für Googles Game Streaming.

No Problem, no Job: Game Streaming verringert sowohl die finanzielle Hürde, denn Gaming-Hardware kostet ja mindestens ein paar Hundert Euro, egal ob Konsole oder erst Recht für einen PC. Die technische Barriere (passende Hardware, Treiber, Settings), die besonders PC-Spieler immer noch überwinden müssen, wird ebenfalls bedeutend kleiner.

Deswegen könnte mich Game Streaming auch meinen Job kosten - wer braucht schon noch Hardware-Tester, wenn auch der neueste Grafikkracher auf jeder Möhre, jedem TV, TFT und Smartphone flüssig läuft!

Google Stadia Controller - Direkte Internetverbindung inklusive

Google Stadia - Trailer: Stadia ist eine Idee, keine Heimkonsole 2:04 Google Stadia - Trailer: Stadia ist eine Idee, keine Heimkonsole

Gaming light - Nein, danke!

Für mich persönlich ist Game Streaming auf absehbare Zeit trotzdem nichts. Klar, ich habe auch schon alles, was man zum Spielen braucht zuhause, aber das ist nicht der Hauptgrund, weil Hardware veraltet immer schneller als einem lieb ist.

Trotzdem werde ich auch beim nächsten Mal lieber aufrüsten als ein Streaming-Abo machen, denn noch gibt es gerade für eingefleischte Spieler mit jahrelanger Erfahrung auch gravieren Nachteile.

Keine Kontrolle: Ich muss das Spiel so nehmen, anschauen, konsumieren, wie der Streaming-Service es vorgesehen hat. In der Regel werde ich nicht an Grafikoptionen drehen können, denn es ist ja schon »optimal« voreingestellt.

Ganz zu schweigen von inoffiziellen Mods oder Maps von Fans, die mir gefallen? Die kann ich beim Shadow-PC zum Mieten (siehe oben) noch selbst installieren, bei Stadia oder Project xCloud dagegen fast sicher nicht.

Abo weg, Spiele weg: Solange ich mein Abo bezahle, habe ich vermutlich Zugriff auf mehr Spiele als ich Zeit habe. Wenn ich aber nicht mehr zahle, gibt's auch keine jahrelang zusammengetragene, persönliche Spiele-Sammlung mehr.

Und alte Klassiker mal wieder ausgraben? Kaum ein Streaming-Anbieter wird es sich leisten können, alle Spiele dauerhaft verfügbar zu halten. Mit etwas Glück gibt es wenigstens die absoluten Klassiker permanent auf Abruf.

Mit Geforce Now war Nvidia einer der ersten Game-Streaming-Services - anfangs exklusiv für die eigenen Shield Android-Geräte.Mit Geforce Now war Nvidia einer der ersten Game-Streaming-Services - anfangs exklusiv für die eigenen Shield Android-Geräte.

Zu lahm: Nachdem in den letzten Jahren immer mehr TFTs mit mehr als 100 Hz sowie Techniken wie Freesync/G-Sync ein immer schnelleres, direkteres Spielen ermöglichen, habe ich absolut keine Lust, mir durch Streaming wieder deutlich mehr Verzögerung und Input Lag aufzuladen. Dafür finde ich das millisekundenschnelle Spielen am eigenen PC mit Gaming-TFT einfach zu gut - auch wenn es mehr kostet.

Stadia im ersten Hands-On-Test - 166 ms Latenz in AC: Odyssey

Zu teuer? Es scheint sich schon anzudeuten, dass bei Game Streaming das gleiche droht wie bei Filmen und Serien - will ich alles sehen oder in dem Fall spielen, muss ich eventuell mehrere Abos parallel haben. Das Game gibts nur dort, jenes nur da - zugegeben, das ist etwas arg schwarz gemalt, aber ganz unrealistisch ist es auch nicht.

Das dauert noch

Wenn Google ankündigt, in einen Markt einzusteigen, darf man sich auf einiges gefasst machen. Und wenn es nicht auf Anhieb klappt, dürfte Google Stadia uns noch lange begleiten.

Zumindest an Entschlossenheit und Geld mangelt es dem Internet-Giganten nicht, auch wenn nicht immer alles nach Plan geht - Google Plus etwa sollte Facebook Konkurrenz machen, wird nun aber Ende diesen Monats abgeschaltet.

In jedem Fall wird es das Game-Streaming (ob von Google oder sonst wem) mehr Menschen ermöglichen zu spielen, daher bin ich (trotz Job-Angst) für Game-Streaming!

Ich schätze aber, dass es für mich mindestens noch fünf bis zehn Jahre dauert, bis ich mir das mit dem Game Streaming ernsthaft überlege. Denn noch ist das Internet (hierzulande zumindest) einfach noch zu lahm und anfällig für Schluckaufs, die ich beim spielen per Stream sofort bemerke.

Erst wenn ich mit meinen jahrzentelang auf Millisekundenunterschiede getrimmten Spieler-Sinnen keinen wirklichen Nachteil mehr bemerke, überlege ich mir das mit dem Game Streaming nochmal.

Google Stadia - Video: Es klingt wie pure Magie 16:24 Google Stadia - Video: Es klingt wie pure Magie


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