Star Citizens neues Raumschiff RSI Mantis macht Piraten das Leben leichter

Interstellare Reisen in Star Citizen werden ab sofort gefährlicher: Die RSI Mantis kann Raumschiffe aus der Quantum-Travel-Schnellreise herausreißen und dürfte sich schon bald zum Favorit von Ingame-Piraten mausern.

von Peter Bathge,
24.09.2019 18:00 Uhr

Star Citizen bekommt seinen eigenen Anglerfisch: Die RSI Mantis zieht andere Schiffe aus dem Quantum-Reisetunnel und ist in Kürze im Spiel erhältlich. Welche neuen Features für das Weltraum-MMO damit einhergehen und was die genauen Specs der Mantis sind, das erfuhr GameStar exklusiv im Vorabgespräch mit den Entwicklern.Star Citizen bekommt seinen eigenen Anglerfisch: Die RSI Mantis zieht andere Schiffe aus dem Quantum-Reisetunnel und ist in Kürze im Spiel erhältlich. Welche neuen Features für das Weltraum-MMO damit einhergehen und was die genauen Specs der Mantis sind, das erfuhr GameStar exklusiv im Vorabgespräch mit den Entwicklern.

»Die RSI Mantis wird Star Citizen für jeden Spieler verändern.«

Wenn es nach Director of Public Relations Nick Shepherd und seinen Kollegen bei Cloud Imperium Games geht, ist das kleine neue Raumschiff in der kommenden Alpha 3.7 des Weltraum-MMOs eine der größten Neuerungen, die Star Citizen in den letzten Monaten erhalten hat.

Denn die RSI Mantis ist trotz ihrer bescheidenden Größe unheimlich gefährlich: Sie kann Schiffe aus dem »quantum travel« herausziehen, einer Art Hyperspace-Schnellreisefunktion zwischen zwei Punkten. Das geht alle Spieler von Star Citizen etwas an - die Mantis eignet sich ideal für Überfälle auf Transporter mit wertvoller Ladung. Damit öffnet sie der Piraterie in Star Citizen Tür und Tor und sorgt für ganz neue Gameplay-Möglichkeiten.

GameStar sprach vorab exklusiv mit Entwickler Cloud Imperium Games über die Specs des neuen »Straight to flyable«-Raumschiffs.

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RSI Mantis: Ein (kostenpflichtiges) Geburtstagsgeschenk für Star-Citizen-Fans

»Quantum entanglement« und »quantum dampening« sind die zwei Kernfunktionen der Mantis, die ab dem 10. Oktober 2019 im Spiel (passend zum siebenjährigen Jubiläum der Kickstarter-Kampagne 2012) und auf der Webseite von Roberts Space Industries zum Kauf bereitstehen wird. Den genauen Echtgeld-Preis wollten uns die Macher noch nicht verraten, er soll aber im mittleren Segment liegen - es werden also keine knapp 900 Dollar wie beim Luxusliner Origin 890 Jump fällig.

Die im Vorfeld über mehrere Tage angeteaserte Mantis ist das erste Spielerschiff, dessen Rolle das sogenannte »quantum enforcement« umfasst (früher »quantum interdiction«) - bislang konnten lediglich bei zufälligen Events KI-Widersacher mit einem entsprechenden Generator Spieler aus dem Quantum-Tunnel ziehen.

Mit der Mantis lässt sich per »dampening«-Funktion (zu Deutsch: Dämpfungsfeld) verhindern, dass nahe Schiffe per Quantum-Reise entkommen, das »entanglement« (in etwa: Verwicklung [in ein Netz]) zieht sie zuvor aktiv aus dem Hyperspace - mit einer Art Falle oder Schlinge, die der Spieler im Weltall platziert. Am besten eignen sich für solche Hinterhalte natürlich Orte entlang viel befahrener Quantum-Routen, zum Beispiel zwischen Port Olisar und Hurston.

Rausgezogene Schiffe oder Schiffsgruppen lassen sich mit der Mantis anschließend umgehend per eigenem Quantum-Antrieb anspringen - das ist normalerweise unmöglich, da die Reisepunkte für diese Funktion fest vorgegeben sind. Allerdings bekommen der Mantis-Pilot und alle Mitglieder seiner Gruppe einen speziell für diesen Zweck erstellten Schnellreisepunkt, um das Opfer schnell zu umzingeln. Wenn die Mantis dann noch ihre Dämpfungsfunktion aktiviert, können die gegnerischen Schiffe nicht mehr fliehen, bis die Mantis zerstört wird.

Die RSI Mantis fällt in den Bereich der kleinen bis mittelgroßen Schiffe.Die RSI Mantis fällt in den Bereich der kleinen bis mittelgroßen Schiffe.

Lead System Designer Kirk Tome erklärt uns, dass beide Funktionen viel Energie kosten, Antriebe, Schilde und Waffen des Schiffes können währenddessen nicht mit voller Power betrieben werden. Dies soll der Balance zugute kommen und Trolling verhindern - zusammen mit der Tatsache, dass in sogennanten »Green Zones« in unmittelbarer Nähe von Stationen und besiedelten Planeten, wo Waffen deaktiviert sind, auch keine Quantum-Fallen ausgelegt werden dürfen.

Auf sich alleine gestellt kann die RSI Mantis einem festgesetzten Schiff zudem nicht viel anhaben, sie hat lediglich zwei kleine Laserkanonen und ein Duo an Raketenwerfern zu bieten. »Es ist von Vorteil, wenn du ein paar Teammitglieder dabei hast, die das Schiff angreifen«, sagt Kirk Tome.

Die Idee für die Mantis in Star Citizen entstand im November 2018, mit dem Konzept wurde im Januar 2019 begonnen. Drei Monate lang wurde das Quantum-Enforcement-Feature programmiert, seit Anfang April kümmerte sich ein Grafiker um die Gestaltung des Raumschiffs.Die Idee für die Mantis in Star Citizen entstand im November 2018, mit dem Konzept wurde im Januar 2019 begonnen. Drei Monate lang wurde das Quantum-Enforcement-Feature programmiert, seit Anfang April kümmerte sich ein Grafiker um die Gestaltung des Raumschiffs.

Fracht, Piraten und Quantum Travel

Mit Alpha 3.7 soll Star Citizen ein großes Update bekommen; dank eines physischen Inventars und dem Einbau erkundbarer Höhlen ergibt es endlich Sinn, Ressourcen abzubauen, auf Raumschiffe zu laden und sie woanders mit Profit zu verkaufen.

Vehicle Pipeline Director John Crewe rechnet damit, dass künftig viel mehr große, aber auf Unterstützung angewiesene Frachter durch die Leere zwischen den Sternen reisen - und mit der RSI Mantis gibt es für die Freibeuter unter den Spielern dann auch eine Möglichkeit, solche verlockenden Ziele anzuhalten, um sie zu kapern und sich ihre Ladung unter den Nagel zu reißen. »Wir wollen Quantum-Reisen interessanter machen«, erklärt Crew. Die Spieler von Star Citizen, die jetzt schon Spaß am Sandbox-MMO haben, dürfte es freuen.

Die RSI Mantis im Einsatz: Mit ihrem aktivierten Dämpfungsfeld verhindert das Schiff, dass der Caterpillar-Frachter rechts per Quantum-Reise entkommt.Die RSI Mantis im Einsatz: Mit ihrem aktivierten Dämpfungsfeld verhindert das Schiff, dass der Caterpillar-Frachter rechts per Quantum-Reise entkommt.

Aber Vorsicht: Zurzeit reißt die Mantis alle Schiffe in einem bestimmten Umkreis aus dem Quantum-Tunnel - also unter Umständen auch riesige Kreuzer oder gefährliche Jäger. Teamwork ist somit das A und O, zumal im neuen Raumschiff selbst nur ein einziger Spieler Platz findet. Der muss sich aber durchaus auf eine längere Wartezeit einstellen, wenn er seine Quantum-Schlinge ausgelegt hat - es sei denn, er platziert sie strategisch geschickt entlang wichtiger Handelsrouten. »Wenn du da eine ganze Gruppe rausziehst, wirst du als einzelner Spieler eine harte Zeit haben«, kommentiert John Crewe trocken.

Als Gegenmaßnahme können betroffene Spieler, die Angst um ihre Fracht haben, nur auf Alternativrouten ausweichen. In späteren Updates soll der »quantum travel« in Star Citizen Signaturen erzeugen, die per Scanner entdeckt werden können. Dann wird es auch möglich sein, seine eigene Signatur zu verschleiern, etwa indem man sein Raumschiff im »Silent Running«-Modus mit geringem Energieverbrauch betreibt.

Was sich die Entwickler beim Coming-Soon-Teaser gedacht haben
Es war eine Premiere für Cloud Imperium Games und Star Citizen: Obwohl das Studio viel Wert auf eine transparente Entwicklung legt, verbarg man bewusst die Silhouette und Details der neuen RSI Mantis hinter einem mehrtägigen Teaser auf der offiziellen Webseite. Zuvor hatte man schon mehrmals überraschend Schiffe und Fahrzeuge wie die Anvil Ballista veröffentlicht; die Community hatte zuvor nur vage Hinweise auf Schiffsnamen und Dimensionen durch Dataminer erhalten.

»Unserer Meinung nach ist das einfach ein großer Spaß«, ordnet Director of Public Relations Nick Shepherd die Aktion für uns ein. John Crewe, der Vehicle Pipeline Director von Star Citizen, ergänzt: »Wir wollen natürlich Hype aufbauen und dafür sorgen, dass die Leute auf das nächste Raumschiff gespannt sind.« Und tatsächlich spekulierten die Star-Citizens-Fans fleißig über Aussehen und Funktion des schattenhaften Umrisses.

Shepherd: »Wir sind so offen mit der Entwicklung, das kann zum Problem werden. Es ist ein Kampf, etwas geheim zu halten und gleichzeitig die nötigen Tests durchzuführen.« Dieser Einschätzung stimmt Crewe zu: »Ja, unsere Transparenz arbeitet gegen uns. Wir müssen uns auf unsere internen Tester verlassen, das sind natürlich viel weniger als die Evocati.« [Anmerkung: Die Evocati sind eine Gruppe von besonders verlässlichen Spielern, die neue Alpha-Versionen und Patches vor allen anderen auf Bugs überprüfen.]

Bei Star Citizen kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen der Entwickler immer wieder zu Leaks. »Bevor wir eine neue Version online stellen, suchen wir nach Keywords und schließen die entsprechenden Dateien per Skript vom Update aus«, erklärt John Crewe den Prozess. Allerdings könnte ein Name eines Raumschiffs wie bei der vorab geleakten Mantis »an Tausenden Stellen im Code vorkommen. Wenn wir das in aller Ausführlichkeit durchsuchen würden, würde das Jahre dauern.«

Mit Blick auf die Zukunft schließt John Crewe nicht aus, dass es später größere »Quantum Enforcement«-Schiffe geben wird. Die Mantis wird dann wohl nur noch kleinere Vehikel mit vergleichbaren Dimensionen wie sie selbst (30 x 16 x 8 Meter) aus dem Hyperspace ziehen, für größere Pötte wie etwa die Idris braucht es ein stärkeres Schiff. »Das ist wie mit den EMPs, da gibt es ja auch unterschiedliche Level.«

Star Citizen entwickelt sich also beständig weiter - mit der RSI Mantis wird nicht nur ein neues Raumschiff eingeführt, um das Millionen-Crowdfunding weiterzuführen, das Weltraum-MMO bekommt in diesem Zug auch neue Mechaniken und Features. Cloud Imperium Games hofft in jedem Fall, dass die den Spielspaß erhöhen und der Community weitere Möglichkeiten für Roleplay und Events in Star Citizen bieten.

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