Moment #2: Feuer frei!
In Folge 1 von Star Trek: Starfleet Command ist die Besetzung um Schulleiterin Nahla Ake (Holly Hunter) noch gar nicht auf der Erde angekommen, als die Probleme schon beginnen.
Ein Pirat namens Nus Braka, der noch eine Rechnung mit Captain Ake offen hat, hüllt das Schul-Raumschiff USS Athena in eine Schicht aus programmierbarer Materie (bekannt aus Discovery). Die entzieht einem Großteil der Systeme die Energie: Antrieb, Schilde, Waffen.
2:24
Eine Star-Trek-Serie wie Starfleet Academy gab es noch nie, auch deshalb blicken viele mit Sorgen auf den Start
Die Kadetten um den jungen Rebellen Caleb liefern nach dem Angriff eine Lösung. Die Materie löst sich auf, der Strom fließt wieder - und Captain Ake befiehlt die sofortige Vernichtung des Piratenschiffes. Eine Salve Photonentorpedos macht kurzen Prozess mit dem Angreifer.
»Huch!«, dachte ich mir in diesem Moment. »Von föderierter Diplomatie hat die gute Frau wohl noch nie was gehört!« Dabei ist sie als 400 Jahre alte Halb-Lanthaniterin in ihrer Vergangenheit eigentlich schon öfter als Vermittlerin aufgetreten - und hat auf Bajor sogar eine Grundschule geleitet. Dort lässt man den Phaser eher stecken, könnte man meinen.
Klar, die Piraten haben vorher die Athena angegriffen, wodurch ein paar Crew-Mitglieder verletzt wurden (aber niemand starb). Und klar, die Piraten wollten vorher den Warp-Kern der Athena stehlen, was ja auch nicht ganz die feine Manier ist.
Aber in dem Moment fragte ich mich dennoch unwillkürlich, was wohl Jean-Luc Picard in solch einer Situation getan hätte. Sicherlich hätten die Autoren es doch zumindest so deichseln können, dass die Athena nur die feindlichen Waffen und den Antrieb ausschaltet. Danach hätte man die Besatzung ins Gefängnis verfrachten können, statt sie kaltblütig dem Vakuum zu übergeben.
Ob die Macher da einfach nicht genug aufgepasst haben, sie unbedingt eine große Explosion in Folge 1 zeigen wollten oder die neue Rücksichtslosigkeit auf der prekären Situation der Föderation in den 120 Jahren nach dem Brand basiert: Die Szene passt nicht ganz zu dem idealistischen Bild, das die Serie sonst von der neuen Akademie zeichnet.
Moment #3: Die Notfall-OP
Während auf der Brücke mit den Piraten gerungen wird, muss auf der Krankenstation der Klingone Jay-Den Kraag (Karim Diané) das erste Mal seine Begabung als Heiler unter Beweis stellen. Drill Sergeant Lura Thok (Gina Yashere) ist verletzt, ein Stück Metall hat sich in ihre Seite gebohrt.
In Abwesenheit des erfahrenen medizinischen Personals um den Doctor (Robert Picardo) muss Jay-Den das Leben der Halb-Klingonin-halb-Jem'Hadar retten. Dabei wird zuerst klug argumentiert, warum der Splitter nicht sofort entfernt werden darf: Die Gefahr des Verblutens ist zu groß.
Bravo, bereits diesen Schritt vermasseln viele andere TV-Serien. Siehe auch: »Wir müssen nur die Kugel entfernen, dann ist die Schusswunde gar nicht mehr so schlimm!« Als Jay-Den nach einem Scan den Fremdkörper dann doch herauszieht, folgt eine unfreiwillig komische Szene.
Statt die klaffende Wunde sofort zu versorgen, hört er erst einmal einem ausführlichen Diskurs von Patientin Thok zu, die ihn und die anderen Kadetten über die Werte der Sternenflotte belehrt. Geht's noch? Lura Thok legt dabei übrigens eine interessante Charakterentwicklung im Zeitraffer zutage: Erst fordert sie lautstark, man solle den Splitter mit aller Kraft herausreißen, nur um Sekunden vor der Tat plötzlich Angst zu bekommen und um Sanftheit zu bitten. Oooookay.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.