Eigentlich bin ich mit einer großen Portion Skepsis an die neue Paramount+-Serie Starfleet Academy herangegangen. Inzwischen bin ich der Meinung, dass CBS und Paramount hier eine der schlechtesten Marketing-Kampagnen in der Geschichte von Star Trek abgeliefert haben.
Die Trailer vor dem Start der zehn Episoden umfassenden Serie um eine Gruppe von Sternenflotten-Kadetten schreckten nicht nur mich ab. Doch seitdem ich inzwischen sechs Folgen gesehen habe (und über die ersten zwei schreiben kann), darf ich euch mitteilen: Die erste Doppelfolge von Starfleet Academy gehört für mich zu den besten Pilotfilmen des gesamten Franchise.
Dennoch gab es gleich zu Beginn, in der ersten Episode namens »Kids these Days«, vier ganz spezifische Szenen, bei denen ich mir kurz an die Stirn fassen musste. Es sind diese kleinen Logiklücken, die umso mehr schmerzen, da der Rest von Starfleet Academy mir so viel Spaß macht.
Meine Star-Trek-Oase nach langer Durststrecke
Ich bin mit Deep Space Nine, The Next Generation und Raumschiff Voyager aufgewachsen, Sisko, Picard und Janeway sind meine Lieblingskapitäne (in dieser Reihenfolge). Kurz gesagt: Ich erinnere mich gerne an die goldene Zeit von Star Trek zurück, vielleicht auch deshalb, weil sie zu meiner Kindheit gehört (rosarote Brille und so) wie die Schlacht von Wolf 359:
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Star Trek: Eine der größten Niederlagen der Sternenflotte wird neu aufgerollt
Starfleet Academy versprüht genau diesen Funken, den ich seitdem oft vermisst habe, bei Discovery. 120 Jahre nach der dort eingeführten Warp-Katastrophe The Burn fühlt sich die USS Athena in Folge 1 der neuen Streaming-Serie gleich wie ein Ort an, an dem man gerne lernen möchte.
Bevor ich ins Detail gehe, hier eine deutliche Spoiler-Warnung für alle, die die erste Folge von Star Trek: Starfleet Academy noch nicht gesehen haben. Wenn ihr völlig unvoreingenommen in das 32. Jahrhundert starten wollt, solltet ihr erst später weiterlesen. Die Serie ist heute, am 15. Januar 2026, exklusiv auf Paramount+ gestartet.
Moment #1: Der Transporter als Friseursalon
Star Trek darf lustig sein. War es schon immer. Und der Gag, den Starfleet Academy nach etwa einer halben Stunde bringt, ist echt gut. Aber beim nachträglichen Nachdenken gehört die Szene auch zu den haarsträubendsten der ganzen Folge.
Hauptcharakter Caleb Mir (Sandro Rosta) wird für die Sternenflotte zwangsrekrutiert. Eben war er noch ein Outlaw im Gefängnis, jetzt soll er sich als braver Schüler einer strikten Hierarchie unterordnen. Dazu gehört auch, wie zuvor angedroht, ein neuer Haarschnitt, der den Sternenflotten-Regularien entspricht.
Wie er den bekommt, ist aber absurd: Caleb wird von einem Transporter in einen anderen Teil der Akademie transportiert und mit Uniform und kürzeren Haaren materialisiert, dazu auch noch Badewannen-sauber. Seine Reaktion ist nachvollziehbar: »What the f...?!«
Ich gebe zu: Ich habe gelacht, die Dynamik ist einfach zu ulkig. Aber Star-Trek-Fans sind notorisch pingelig. Als Science-Fiction-Nerd komme ich nicht umhin, dieses Konzept zu Ende zu denken, egal ob es »nur eine Serie« ist: Hat der Transporter ein Standard-Profil für das Aussehen jedes Kadetten? Werden hier ohne Zustimmung physische Veränderungen am Körper vorgenommen? Wie passt das zur Botschaft von Inklusivität und den Rechten des Individuums, die Star Trek sonst predigt?
Es ist ein Rule of Cool-Moment, der die interne Logik für einen Lacher opfert. Besser nicht zu lange darüber nachdenken!
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