Der durchschnittliche Steam-Nutzer ist zwischen 20 und 40 Jahre alt. In Ermangelung öffentlicher Statistiken von Valve können genauere Zahlen zur Nutzer-Demografie der Verkaufsplattform nur geschätzt werden. Sicher ist allerdings, dass Menschen im Rentenalter nur einen verschwindend geringen Anteil der Nutzer ausmachen. Laut Statista, der deutschen Online-Plattform für Statistik, dürfte sich die Zahl der Senioren auf Steam im niedrigen einstelligen Prozentbereich bewegen (via Coolest Gadgets).
Umso verdächtiger ist es da, wenn Senioren plötzlich im Supermarkt anfangen, hunderte Euro für Steam-Guthaben auszugeben - wenn sie nicht gerade zufällig Paradox-Strategiespiele oder asiatische Gacha-Games für sich entdeckt haben.
Einem polnischen Supermarktangestellten ist kürzlich eine auffällig kauffreudige Seniorin untergekommen, deren Verhalten er nicht ganz einordnen konnte. Mit der Bitte um Rat wandte er sich an die Reddit-Community, die seine schlimmste Vermutung bestätigte.
9:14
982 GB gekauft, 62 GB bekommen – doch bei der Betrugsmasche mit USB-Sticks kommt es noch schlimmer
Was war passiert?
Ende Juli schildert Reddit-User elenkayan im Steam-Subreddit, dass eine Seniorin in dem Supermarkt, in dem er arbeite, immer wieder Steam-Guthaben einkaufe. Dass die ältere Dame möglicherweise betrogen werde, habe er sich bereits gedacht. Er wolle allerdings nachvollziehen, was wohl genau dahinterstecken könnte:
Link zum Reddit-Inhalt
Übersetzung: Ich arbeite in einem kleinen Supermarkt, und wir verkaufen auch Steam-Geschenkkarten. Heute kam eine alte Dame zweimal und kaufte Geschenkkarten im Wert von 500 Dollar. Es stellte sich heraus, dass sie in den letzten Tagen fast 1600 Dollar ausgegeben hat. Warum sollte jemand so viel Geld für Steam brauchen? Um ehrlich zu sein, habe ich noch nie Steam benutzt, und wir machen uns Sorgen, dass jemand sie dazu zwingt oder dass sie betrogen wird.
Wir haben sie bereits gefragt, warum sie so viel Geld für Steam braucht. Sie sagte uns, dass es Leute gibt, die ihr Geld geben, damit sie die Karten kauft und an sie liefert. Wir können aber nicht die Polizei rufen, solange wir nicht sicher sind, dass jemand das Gesetz gebrochen hat, sonst würden wir bestraft werden. Übrigens bietet die Ladenkette, in der ich arbeite, keine Schulungen [gegen Internetbetrug] an, uns wurde nur gesagt, dass wir die Karten verkaufen und das war's. Ich lebe übrigens in Polen.
Wie elenkayan bereits befürchtet hat, vermutet auch die Internet-Community hinter der Geschichte eine Betrugsmasche. Die meisten Reddit-Nutzer haben sogar einen konkreten Verdacht: Die Tech-Support- Masche.
Wie funktioniert der Tech Support Scam?
Bei dieser Masche rufen Betrüger vorwiegend ältere und technisch unbedarfte Menschen an und geben vor, Angestellte einer Softwarefirma (Microsoft, etc.) zu sein. Sie behaupten, der Computer der kontaktierten Person hätte einen Virus und bitten sie darum, ihnen Remote-Zugang zum betroffenen PC zu verschaffen. Häufig zeigen sie den Betroffenen dann gefälschte Fehlermeldungen oder sperren den Rechner.
Zur Lösung des angeblichen Problems fordern die Betrüger dann die Betroffenen auf, ihnen mit schwer nachverfolgbaren Zahlungsmitteln wie Steam-Guthaben oder Amazon-Geschenkkarten Geld zu zahlen. Zwar geben die Betrüger vor, das Geld anderweitig zurückzuüberweisen. Das geschieht allerdings nie.
Wie erkenne ich so eine Betrugsmasche: Echte Unternehmen würden euch niemals per Telefon, E-Mail oder SMS kontaktieren, um euch zu sagen, dass mit eurem PC ein Problem besteht. Fehlermeldungen legitimer Softwareunternehmen würden euch niemals auffordern, eine bestimmte Nummer anzurufen oder verdächtige Links anzuklicken.
All jene, deren Großeltern einen Computer besitzen, sollten diesen also am besten schleunigst erklären, dass es sich bei Steam um einen Onlineshop handelt und dass sie fremden Anrufern auf keinen Fall Guthaben dafür kaufen sollten. Denn sonst verschwindet das Geld womöglich schneller, als ihr bis drei zählen könnt.
Solltet ihr selbst jemals von einem entsprechenden Scammer kontaktiert werden, wendet euch am besten direkt an eure örtliche Polizeidienstelle. In Deutschland sind Kiosk- und Tankstellenpersonal mittlerweile häufig auf solche Betrugsversuche geschult und verkaufen keine Guthabenkarten oberhalb eines bestimmten Warenwerts.
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