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»Noch nie so einen Quatsch gehört« - Lobby-Verband erklärt in der Debatte um Stop Killing Games private Minecraft-Server plötzlich für illegal und die Community schäumt

Ein Statement der ESA (Entertainment Software Association) sorgt aktuell für Frust und Hohn unter den Spielern auf Reddit. Demnach seien private Server plötzlich illegal.

Sind private Minecraft-Server illegal? Ein ESA-Statement sorgt aktuell für eine hitzige Kontroverse auf Reddit. Sind private Minecraft-Server illegal? Ein ESA-Statement sorgt aktuell für eine hitzige Kontroverse auf Reddit.

Im Rahmen der Debatte um Stop Killing Games (also eigentlich ein Thema, bei dem es um die Erhaltung und Bewahrung von Spielen als Kulturgut geht), hat sich die Entertainment Software Association (ESA) bei vielen Spielern in die Nesseln gesetzt und erntet reichlich Kritik auf Reddit. Grund ist ein Statement vor einem Senatsauschuss in Kalifornien, das ihr euch in diesem Videoausschnitt auf Englisch anhören könnt.

Dabei ging es konkret darum, langfristig ein neues Gesetz zu erlassen. Es soll als Antwort auf die Initiative Stop Killing Games dafür sorgen, dass Publisher verpflichtet werden, Spiele in irgendeiner Form zu erhalten. Der permanente oder zumindest langfristige Zugang zu ihnen soll so gewährleistet werden - selbst, wenn sie nicht mehr offiziell weiterentwickelt oder unterstützt werden.

Das betrifft vor allem Online Games, die von einer potenziellen Server-Abschaltung bedroht sind, wie es etwa bei einem The Crew der Fall war.

Nach einer Rückfrage bestätigt eine Sprecherin des Lobby-Verbands, der die Interessen vieler namenhafter Entwickler und Publisher vertritt, während der Sitzung, dass private Community-Server, wie sie aktuell gerne für Spiele wie Minecraft oder Call of Duty genutzt werden, ihrer Auffassung nach illegal sind.

Video starten 16:11 Stop Killing Games erklärt - Was will die Initiative wirklich, warum kämpfen Ubisoft und Co. dagegen?

Private Server sind das gleiche wie Raubkopien

Eine Aussage, zu der die Organisation weiterhin steht. Denn gegenüber PC Gamer bestätigt man sie von offizieller Seite noch einmal, obwohl die Bemerkung vorher bereits auf viel Kritik und Unverständnis stieß:

Private Server verletzen die Rechte am geistigen Eigentum (IP) der Spielehersteller. Die Spielehersteller behalten sich vor, ihre Rechte gegen diese Server geltend zu machen.

Hinzu käme, dass private Server nicht den offiziellen Sicherheitsstandards der Anbieter entsprächen, sodass Spieler ihnen kein Vertrauen im gleichen Maße entgegen bringen könnten. Während der Sitzung waren vorher private Server als potenzielle Möglichkeit angebracht worden, Online-Spiele langfristig zu erhalten, was die ESA demnach nicht als Lösung in Betracht zieht.

Man geht sogar soweit, private Server mit Spiele-Piraterie gleichzusetzen und will rechtlich dagegen vorgehen. Unabhängig davon hat es der Gesetzesentwurf ohne Stimmen-Mehrheit nicht in die nächste Runde geschafft, soll aber nochmal eine Chance bekommen.

Video starten 1:02:20 Spieler vs. Publisher: Stop Killing Games!

Spielt ihr auf einem privaten Server oder besitzt gar einen, müsst ihr euch aber keine Sorgen machen. Entgegen der Meinung der ESA verstoßen sie (aktuell) gegen keinerlei Gesetze und sollten auch nicht mit privaten Servern gleichgesetzt werden, die bewusst für illegale Aktivitäten genutzt werden (etwa das Spielen von Abo-MMOs wie WoW, ohne dafür zu bezahlen).

Die Aktion Stop Killing Games kritisierte die Aussage auf Reddit im Rahmen eines Statements scharf und betonte, dass man hier mit Angst, statt mit Fakten kämpfe, um die Bemühungen im Sinne der Publisher auszubremsen.

Hirn aus, Geld ein: So reagiert die Community

Auf Reddit sehen es viele Spieler ähnlich und zeigen sich entrüstet über den Vorwurf, private Server seien illegal. Ein Post, der ebenfalls den PC-Gamer-Artikel aufgreift, erntete etwa rund 2.400 Upvotes und über 150 Kommentare:

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Nutzer Manaea spricht dabei das Offensichtliche aus, das viele Spieler und Spielerinnen dabei im Kopf haben:

Wie soll das überhaupt funktionieren, wenn Mojang uns selbst die nötigen Werkzeuge an die Hand gibt, um überhaupt einen privaten Server zu erstellen?

Wären private Server wirklich illegal und schlichtweg eine Form des Raubkopierens, würde sich der Entwickler hier ja mächtig ins eigene Fleisch schneiden. Die Erlaubnis, eigene Server zu erstellen, ist sogar im Minecraft EULA verankert.

Die Kommentare darunter stimmen dieser Kritik klar zu. So schreibt Thenderick etwa spöttisch: Klappe Gehirn, das Konzerngeld spricht. und magistrate101 ergänzt etwas sachlicher: Sie agieren bewusst bösgläubig. Sie wissen genau, was sie tun.

Die meisten Kommentare sind sich einig, dass es sich nicht um ein Missverständnis handeln kann, sondern vielmehr um eine bewusste und gezielte Auslegung, die die Publisher aus der Verantwortung nehmen soll. Auch unter diesem Reddit-Post sammeln sich viele Stimmen dazu. Allerdings unterstellt nicht jeder der ESA sinistre Absichten. So merkt Abbiegator etwa an, dass hier vielleicht aus Versehen viel in einen Topf geworfen wird:

Ich glaube, dass die Sprecherin hier private Server in Minecraft mit denen in World of Warcraft vermischt. Mit Minecraft passt alles, aber bei World of Warcraft ist es illegal. Ich denke nicht, dass die Sprecherin den Unterschied versteht.

Steckt man selbst tief im Gaming, vergisst man schließlich schnell, dass die üblichen Gegebenheiten und Prozesse von außen verwirrend wirken können. Dennoch sollte einen anfängliches Unwissen natürlich nicht von ausführlicher Recherche befreien.

So oder so will Stop Killing Games nicht so schnell aufgeben und im Rahmen der Bewegung weiter für den Erhalt von Spielen kämpfen - auf privaten Servern oder anderweitig.

Wie ist eure Meinung dazu? Glaubt ihr, Online-Spiele sollten in irgendeiner Form dauerhaft oder zumindest über einen langen Zeitraum nach der Abschaltung erhalten bleiben und habt ihr vielleicht sogar Ideen, wie es sich umsetzen ließe? Schreibt es uns in die Kommentare!


Kommentare(8)
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