Sylvester Stallone wollte Mitte der 90er beweisen, dass er mehr kann, als Muckis spielen lassen, Gegner umhauen und mit großen Waffen durch Explosionen laufen. Mit Cop Land nahm er eine Dramarolle an, die viele Kritiker damals als mutigen Schritt lobten. Für seine Karriere hatte der Film laut Stallone selbst aber einen unerwartet hohen Preis.
In einem Gespräch im Podcast Unwaxed seiner Töchter Sistine und Sophia Stallone blickte der Schauspieler auf diese Phase zurück. Seine Einschätzung fällt ziemlich klar aus: Cop Land habe ihn beruflich um Jahre zurückgeworfen.
Stallone wollte bewusst etwas anderes machen
Stallone war zu diesem Zeitpunkt längst einer der größten Actionstars Hollywoods: Rocky hatte ihn berühmt gemacht, Rambo endgültig zur Ikone. Egal, ob Demolition Man, Judge Dredd oder Cliffhanger – damals stand sein Name für Action-Kino.
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Cop Land war dagegen ein Bruch mit diesem Image: In James Mangolds Polizeidrama spielte Stallone den gutmütigen Sheriff Freddy Heflin, der in einer von korrupten Cops dominierten Gemeinde zunehmend unter Druck gerät. Für die Rolle nahm Stallone Gewicht zu, spielte zurückhaltender als sonst und stellte sich neben Schauspieler wie Robert De Niro, Harvey Keitel und Ray Liotta.
Stallone wollte raus aus seiner Komfortzone. Im Podcast sagte er, er habe um 1995 herum eine schwächere Phase gehabt und sich deshalb gedacht, er müsse etwas machen, das wirklich abseits seines gewohnten Terrains liegt. Mit dem Projekt selbst sei er sehr zufrieden gewesen. Nur die Folgen hätten ihn überrascht.
Die Studios verstanden den Schritt nicht
Laut Stallone reagierten die Studios damals irritiert. Aus ihrer Sicht hatte er eine Rolle angenommen, die nicht zu seinem Marktwert als Actionstar passte. Besonders problematisch war offenbar, dass Stallone für Cop Land deutlich weniger Geld nahm als üblich.
Er beschreibt die Reaktion der Studios so: »Warum machst du so etwas, Mann? Warum drehst du nicht einfach wieder einen Actionfilm?« Doch Stallone selbst wollte »sich und allen, die es interessierte, etwas beweisen« und danach wieder zu größeren Produktionen zurückkehren.
Doch ganz so einfach war es nicht: Wenn Stallone bereit war, für ein Prestigeprojekt fast umsonst zu arbeiten, stellte das seine Gage bei künftigen Filmen infrage:
Naja, das lässt uns nicht gut aussehen, weil du das kostenlos machst, warum sollten wir dich also überhaupt noch bezahlen?
Letztlich habe sich daraus eine schlechte Abwärtsspirale entwickelt, die etwa acht Jahre gedauert habe.
Später bekam Stallone genau für diese Seite wieder Anerkennung
Das Ärgerliche daran: Cop Land war kein Flop und gilt heute eher als einer der interessanteren Filme in Stallones Karriere. Gerade weil er darin nicht den unaufhaltsamen Muskelhelden spielt, bleibt seine Rolle hängen.
Der Film erinnerte daran, dass Stallone mehr kann als Action. Das war eigentlich schon mit Rocky offensichtlich, denn der erste Film lebt weniger von Boxkämpfen als von seiner Figur und Melancholie. Trotzdem hatte Hollywood Stallone über Jahre zum Actionhelden reduziert. Wer Stallone buchte, wollte meist seine Muckis.
Dass Stallone mit Drama durchaus überzeugen kann, zeigte sich viele Jahre später erneut mit Creed. Als gealterter Rocky Balboa bekam er für seine Nebenrolle einen Golden Globe und eine Oscar-Nominierung.
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