Update vom 15. Oktober 2024:
Aktuell erhalten Nutzer von GameStar Plus The Ascent als Gratis-Vollversion. Ihr wollt wissen, ob sich der Download des Action-Rollenspiels mit Cyberpunk-Setting lohnt? Und warum dem Erstlingswerk von Entwickler Neon Gigant zum Release 2021 der ganz große Erfolg verwehrt blieb?
Dann lest einfach unseren ausführlichen Test, den wir aus aktuellen Anlasses noch einmal veröffentlichen. Euch gefällt, was ihr lest? Dann holt euch jetzt The Ascent kostenlos als Teil der GameStar-Plus-Mitgliedschaft (aktuell drei Monate im Jahr geschenkt):
Beim Testen von The Ascent überkommt uns ein Déjà-vu: Der Release eines Hoffnungsträgers mit Cyberpunk-Setting und grandiosen Ideen wird vor allem von einem unfertigen Zustand und technischen Problemen überschattet.
Dabei steckt in The Ascent so viel Potenzial. Die Schusswaffen bringen eine willkommene Abwechslung zu herkömmlichen Hack & Slay-Kämpfen und verlangen dem Spieler eine taktische Herangehensweise ab. Anders als beim Action-RPG-Platzhirsch Diablo setzt das Entwicklerstudio Neon Giant auf komplett handgemachte Level und erzeugt damit eine zum Schneiden dichte Atmosphäre. Außerdem sieht das Cyberpunk-Spiel einfach fantastisch aus!
Umso mehr schmerzt es, dass The Ascent im Test nur einen Bruchteil dieses Potenzials offenbart und sich stets selbst Stolpersteine in den Weg legt.
Wie ihr das beste aus eurem Spielerlebnis rausholen könnt, verrät euch übrigens unser Starter-Guide:
The Ascent ist ein Grafik-Traum
Es ist einfach, sich auf den ersten Blick in The Ascent zu verlieben. Die schöne Grafik geht mit der Detailverliebtheit der Entwickler Hand in Hand und gibt den dystopischen Ton des Cyberpunk-Spiels an. Grelle Neon-Lichter spiegeln sich in den Pfützen.
Reklametafeln locken in heruntergekommene und zwielichtige Bars. Die mit Graffiti voll geschmierten Wände erzählen vom Unmut der Bevölkerung. Die verstreuten Pillen auf den Toiletten sprechen von ihrer Verzweiflung.
Außerhalb des Wohngebiets Cluster 13 erzählt die Spielwelt eine andere Geschichte. Das Casino Golden Satori lebt vom Exzess seiner Besucher. Die asiatischen Gärten zeugen von Ordnung und Disziplin. Die hypnotischen Lichter der Disko erlauben es, den Wahnsinn auf den Straßen für kurze Zeit auszublenden. Noch schöner wird es mit Raytracing. Dieses sorgte allerdings in unserer Testversion für Abstürze und heftige Ruckler.
Update vom 7. Januar 2022:
Auf Nachfrage unserer GameStar-Leser haben wir das Action-Rollenspiel für einen Nachtest aus unseren Spielebibliotheken hervorgekramt. The Ascent erhielt in den fünf Monaten nach Release bereits sechs Patches, ein paar kostenlose Kosmetik-DLCs und einen DLC mit neuen Waffen und Ausrüstungsgegenständen.
Die Patches konzentrierten sich in erster Linie auf Bugs und Technik-Probleme, brachten aber auch ein paar inhaltliche Verbesserungen am Spiel. So sind Nebenquests jetzt erst verfügbar, wenn ihr sie auch wirklich abschließen könnt. Ihr solltet also nicht mehr vor der Situation stehen, dass ihr eine Level-5-Nebenquest machen wollt und euch die Navigation in eine Sackgasse führt, weil ihr das Gebiet noch nicht entdeckt habt. Diese Änderung betrifft allerdings nur Spielstände, die nach dem Oktober-Patch #3 angelegt wurden. Spielt ihr einen alten Spielstand, müsst ihr immer noch mit dieser verwirrenden Unannehmlichkeit rechnen.
Auch bei den Übersetzungen hat sich einiges getan. Die Dialogoptionen sind nun auf Deutsch verfügbar. Nur vereinzelt treffen wir noch Dialoge mit englischen Antwortmöglichkeiten an. Übrigens sind nun auch die Nebenquests mit englischer Sprachausgabe vertont.
Bekommt ihr nicht genug von der schönen Kulisse und der tollen Grafik von The Ascent, könnt ihr mit dem neuen Fotomodus nun euer Foto-Talent unter Beweis stellen.
So schön diese Neuerungen auch sind: An der technischen Front kämpft The Ascent auch weiterhin. Wir haben für den Nachtest nochmal in den Single- und Multiplayer reingespielt und uns dazu entschieden, bei unserer Abwertung von drei Punkten zu bleiben.
The Ascent ist nach wie vor ein technisches Überraschungs-Ei. Manchmal haben wir Glück und können ohne Bugs und Ruckler spielen. Andere Sessions laufen alles andere als glatt. Auf unserem Test-Rechner läuft das Action-Rollenspiel mittlerweile im Singleplayer deutlich schlechter als noch zum Release. Häufig stoßen wir noch auf Gamebreaking-Bugs. Mal kann unser Protagonist nur noch nach links und rechts, aber nicht mehr nach oben und unten laufen. Mal nehmen die Gegner einfach keinen Schaden mehr, obwohl wir unmittelbar vor ihnen stehen und ihnen direkt ins Gesicht schießen.
Auch die Performance ist ein absolutes Glücksspiel. Beim Spielen von The Ascent mit Raytracing und DX12 hatten wir nur kleinere Ruckler, ansonsten lief das Spiel sehr flüssig. Auf einem anderen System haben wir ohne Raytracing besonders bei Gegnermassen oder an Levelübergängen mit Framedrops zu kämpfen.
Das Problemkind von The Ascent bleibt aber nach wie vor der Online-Koop. Zwar hat sich dieser nach Release durch die zahlreichen Patches und Hotfixes schon merklich verbessert, im Game Pass war er für uns aber diesmal unspielbar. Denn wir haben es nicht einmal geschafft, in eine gemeinsame Lobby zu kommen.
Unsere Eindrücke decken sich auch mit den Kommentaren der Spieler. Viele Spieler haben zwar bei ihren Durchläufen keine oder nur sehr wenige und nicht schwerwiegende Probleme. Es gibt allerdings auch immer noch Berichte von Spielern, für die das Rollenspiel regelrecht unspielbar ist. Ein paar berichten sogar von Abstürzen, die ihren gesamten Spielfortschritt löschen.
Die Entwickler arbeiten aber weiter fleißig an Verbesserungen und wir können auch in Zukunft mit regelmäßigen Updates rechnen. Für Patch #7 steht zudem auch ein New Game Plus auf dem Plan. Fans des Spiels können sich also auch auf weitere Inhalte freuen.
Solange The Ascent aus Technik- und Performance-Sicht allerdings noch solch eine Wundertüte bleibt, und die großen Probleme beim Multiplayer weiterbestehen, bleiben wir bei unserer Abwertung von 3 Punkten und einer Gesamtwertung von 71 Punkten für die Steam- und Gamepass-Versionen.
In der Spielwelt von The Ascent stecken so viele Details. Es ist fast schon schade, dass wir nicht häufiger dazu verleitet werden, innezuhalten und die Atmosphäre aufzusaugen. Das Action-Rollenspiel blutet Cyberpunk und verleiht dem Setting noch seine eigene Note. Denn auf dem Planeten Veles existieren nicht nur Menschen, sondern auch allerhand Alienvölker. All das fungiert allerdings in erster Linie als hübsche Kulisse.
Liebe auf den zweiten Blick: Die Kämpfe
Schön anzusehen sind auch die Kämpfe, wenn wir unsere Spezial-Fähigkeiten auf die Gegner loslassen, Autos in die Luft jagen oder unsere schweren Geschütze wie den Raketenwerfer auspacken. Die Gefechte sehen aber nicht nur spektakulär aus, sondern bringen uns auch schnell in einen angenehmen Spielfluss.
Manchmal kommen wir nicht drum herum, uns Hals über Kopf in das Gemetzel zu stürzen und unsere Kugeln an die Massen von Gegner zu verteilen. An anderen Stellen müssen wir taktischer vorgehen: Wir weichen den Angriffen der Gegner mit einer Rolle aus und gehen hinter Containern oder Zäunen in Deckung.
Doch auch unsere Gegner stürmen nicht blind auf uns los. Fernkämpfer positionieren sich hinter Hindernissen oder auf höheren Plattformen, um die Oberhand zu gewinnen. Wir müssen also die rechte Maustaste gedrückt halten, um höher zu schießen und unser Ziel treffen zu können.
The Ascent überrascht zudem das gesamte Spiel hindurch mit neuen Gegnertypen: Die Rojin-Nahkämpfer tragen ein Katana bei sich, können sich unsichtbar machen und sich direkt an unsere Seite teleportieren. Roboter-Spinnen plagen uns mit einem Schwarm kleinerer Roboter-Spinnen, die sich in unserer Nähe entladen und uns einen Stromschlag verpassen. Knirps-Ingenieure installieren Geschütztürme, die uns stets im Visier behalten.
Darüber hinaus schafft es das Action-Rollenspiel, die gewohnte Iso-Perspektive gekonnt in Szene zu setzen und so noch mehr Abwechslung in die Kämpfe zu bringen. Die Kamera rotiert je nach Gebiet und stellt uns so vor neue Herausforderungen. Mal bleiben die Gegner im toten Winkel und wir müssen uns auf Überraschungsangriffe einstellen.
Mal laufen wir in einer 2,5D-Ansicht seitlich durch lange Gänge und von rechts und links stürmen Feinde auf uns zu. Selbst drehen können wir die Kamera übrigens nicht. Das ist aber auch gar nicht notwendig, da The Ascent die Umgebungen und die Kämpfe stets gut einfängt.
Im Testvideo von Kollege Maurice Weber könnt ihr euch selbst vom Gameplay (und den Bugs) von The Ascent überzeugen:
21:01
The Ascent ist so schön, so spaßig... und so kaputt
Hack & Slay mit Pistole und Gewehr
In The Ascent legen wir uns auf eine primäre und eine sekundäre Waffe fest. Zwischen diesen können wir im Kampf jederzeit mit dem Mausrad wechseln. Neue Waffen gibt's in Shops zu kaufen, aber das ist selten notwendig. Denn unsere Gegner verlieren nach ihrem Tod regelmäßig neue Geschütze.
Gerade zu Beginn des Spiels macht es viel Spaß, sich durch die unterschiedlichen Waffen zu probieren: Bevorzugen wir den kleinen Beschützer, der zwar weniger Schaden macht, dafür aber schneller schießt als unser Gegner blinzeln kann? Oder entscheiden wir uns lieber für ein langsameres Sturmgewehr mit mehr Angriffsstärke?
Allerdings verlieren wir bereits nach wenigen Waffen-Upgrades die Motivation, unser Schießeisen auszutauschen. Nach einem guten Upgrade kommt keine der neuen Waffen mehr auch nur annähernd an die Schadenszahl unseres modifizierten Beschützers heran. Das Spiel beenden wir also mit unserer aufgemotzten Startwaffe.
Ein ähnliches Problem findet sich bei den Rüstungsteilen. Jede Panzerung hat Verteidigungswerte gegen bestimmte Schadensarten. Zu Beginn des Spiels kann das durchaus noch einen Unterschied im Kampf machen. Legen wir vor der Konfrontation mit einer Feuer speienden Spinne eine Rüstung an, die uns vor Feuerschaden schützt, kommen wir leichter durch den Kampf. Früher oder später finden wir aber Rüstungsteile, die sehr hohe Werte in allen Kategorien haben. Neue Panzerung wird damit schnell überflüssig.
Die Spezial-Fähigkeiten: Augmentationen, Module, taktische Ausrüstung
Neben den zwei Waffen rüsten wir unseren Charakter, wie es sich für ein Cyberpunk-Spiel gehört, mit jeweils zwei Augmentationen und Modulen aus. Die Module sind passive Fertigkeiten, die uns beispielsweise schneller heilen lassen.
Bei den Augmentationen hingegen handelt es sich um aktive Fähigkeiten: Der »Hydraulikhieb« beispielsweise stößt Gegner weg, wenn sie uns zu sehr auf die Pelle rücken. Der »Hyperfokus« verlangsamt Projektile und gibt uns mehr Zeit zum Ausweichen. Und »Instabil« und der »Joyrun-Drache« - die wohl spaßigsten Augmentationen - lassen Gegner nach ihrem Tod explodieren und bieten ein wunderbares Schauspiel.
Zum Schluss bringt noch die taktische Ausrüstung Würze in die Gefechte. Dabei handelt es sich in erster Linie um klassische Granaten, die für reichlich Flächenschaden sorgen. Wer nicht gerne mit explosiven Gegenständen hantiert, kann sich auch beispielsweise für ein Heilfeld entscheiden. Oder für einen Taschen-Mech, in den wir für kurze Zeit schlüpfen können.
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