Drei Monate Plus im ersten Jahr sparen!

Drei Monate Plus im ersten Jahr sparen!

Ein einziges Spiel lässt mich gerade noch an die Zukunft von guten Online-Shootern glauben

Für Shooter-Experte Phil ist The Finals die aktuell einzige Zuflucht in einem schwer zerrütteten Genre.

The Finals trifft für Phil absolut ins Schwarze, weil es ausgetretene Shooter-Pfade verlässt - und das ist selten geworden. The Finals trifft für Phil absolut ins Schwarze, weil es ausgetretene Shooter-Pfade verlässt - und das ist selten geworden.

Ich muss zugeben: Als glühender Anhänger von Multiplayer-Shootern schaue ich in letzter Zeit sehr oft mit neidischem Blick zu den Rollenspiel-Fans in meinem Umfeld rüber. Denn die reiben sich quasi permanent die Hände, weil sie sich vor hochqualitativen Spielen kaum retten können.

In Mittagspausen oder Whatsapp-Gruppen geht’s um das Oblivion-Remake, Baldur’s Gate 3, Kingdom Come 2, Clair Obscur, Avowed. Oder Path of Exile 2. Oder Metaphor: Refantazio. Oder, oder, oder.

Währenddessen herrscht im Umfeld meines liebsten Genres kollektives Grillenzirpen. Hallo, spielt hier noch jemand diese sogenannten Shooter?

Philipp Elsner
Philipp Elsner

Phil kam 2013 zu GameStar und verstärkte das Team bereits als Content Manager, Autor, Community Manager und leitet heute die Nachrichtenredaktion. Wenn er nicht gerade Online-Shooter spielt, kundschaftet er gerade neue Kreationen der Craft-Beer-Szene aus. Seine neueste Bier-Empfehlung gibt's sogar in jeder neuen GameStar-Heftausgabe auf der Teamseite.

Frust und Langeweile

Klar, man trifft sich regelmäßig zu einer Runde Marvel Rivals oder guckt hier und da mal wieder beim aktuellen Event von Hunt: Showdown rein. Aber im Großen und Ganzen breitet sich immer weiter Frust und Langeweile aus.

CoD Black Ops 6 hat mich (und viele Kollegen) inzwischen mit seiner reizlosen Gleichförmigkeit komplett verloren. Meine Truppe rund um Rainbow Six: Siege hat sich zerschlagen. Battlefield 5 hat seit fünf Jahren kein Update mehr erhalten. Delta Force versinkt in Cheatern. Und die Ankündigung neuer Extraction-Shooter sorgt inzwischen nur noch für Schulterzucken.

Innovative Ideen muss ich mit der Lupe suchen – oder eben alte Klassiker anwerfen. Kurzum: Multiplayer-Shooter stecken in einer waschechten Krise.

Aber ein einziges Spiel bewahrt mich davor, dem ganzen Genre den Rücken zu kehren: The Finals.

Video starten 1:40 The Finals renoviert eine beliebte Map rundum - und gibt sie dann zum Abriss frei

Shop ohne Kundenverarsche

Und keine Sorge: Ich werde jetzt nicht wieder ewig auf der genialen Zerstörung herumreiten, dem (zumindest auf den ersten Blick) größten Alleinstellungsmerkmal von The Finals.

Denn für den Shooter der Ex-Battlefield-Größen aus Schweden spricht noch so viel mehr, als nur spektakulär einstürzende Hochhäuser!

Das fängt schon an, bevor ich überhaupt ein Match starte: Es gibt in meinen Augen kaum einen Free2Play-Shooter mit einem transparenteren und faireren Verkaufsmodell als The Finals.

Fragwürdige Echtgeldpraktiken wie bei Arena Breakout Infinite gibt’s hier ebenso wenig wie Debatten um Pay2Win-Skins bei CoD. Stattdessen gibt’s zwei Währungen: Eine erspielte für die Freischaltung von Waffen und Gadgets und eine gegen Echtgeld für kosmetischen Kram. Fertig, aus, das war’s.

Beide Varianten sind sauber voneinander getrennt, Grauzonen gibt es nicht. Embark legt offenbar großen Wert darauf, seine Kunden nicht zu veräppeln und spielt mit erfrischend offenen Karten. Noch dazu kann ich mir die in einen Battle Pass investierten 10 Euro sogar wieder reinspielen und damit gleich den nächsten finanzieren.

Oder ich lasse ihn halt einfach liegen, weil nichts drinsteckt, was für’s Gameplay relevant wäre. Die Wahl liegt bei mir.

In den weitläufigen Arenen gehen wir mit einem Schwert auf die Jagd nach wertvollen Geldkisten. In den weitläufigen Arenen gehen wir mit einem Schwert auf die Jagd nach wertvollen Geldkisten.

Das Grinden von neuen Waffen geht angenehm schnell und ich muss nicht monatelang auf diese eine neue Knarre sparen. So sieht kundenfreundliches Verhalten aus, liebe Shooter-Macher da draußen.

Konkurrenten wie Delta Force, die einen Eiertanz mit dutzenden und zum Teil ineinander konvertierbaren Währungen aufführen, sollten sich davon ganz dringend eine dicke Scheibe abschneiden.

Mutig, kreativ, anders

The Finals schlägt die Shooter-Rivalen außerdem mit seinem innovativen und cleveren Cashout-Modus.

Der funktioniert vereinfacht ausgedrückt so:

  • Die Teams müssen eine Box mit Geld bergen und zur Cashout-Station bringen
  • Dort wird der Cashout-Prozess gestartet und gegen andere Teams verteidigt
  • Wer beim Ablauf des Timers die Cashout-Station kontrolliert, bekommt die Kohle
  • Am Rundenende gewinnt das Team mit dem meisten Geld auf dem Konto

Dieser recht simple aber geniale Modus schlägt die ausgelutschten Varianten der meisten anderen Shooter um Längen. Denn in The Finals wechseln die Rollen von Angreifern und Verteidigern dynamisch und oft innerhalb weniger Augenblicke, was die Matches unvorhersehbar und extrem taktisch macht.

Jeder erfolgreiche Cashout bringt uns dem endgültigen Sieg ein kleines Stückchen näher. Jeder erfolgreiche Cashout bringt uns dem endgültigen Sieg ein kleines Stückchen näher.

Der Erfolg hängt oft stärker von koordinierter Teamarbeit ab, um Cashouts zu sichern und die zerstörbaren Umgebungen (ja, da sind sie wieder!) zu nutzen.

Da die Geldboxen an zufälligen Stellen erscheinen und immer mehrere Teams zeitgleich um einen Cashout kämpfen, sind in jedem Moment vielfältige Strategien, Hinterhalte, Fallen oder Angriffsoptionen möglich.

Kreative Lösungsansätzen und unkonventionelle Spielweisen haben mir häufiger zum Sieg verholfen, als eine hohe K/D. In The Finals bin ich endlich frei vom Zwang zum aktuellen Meta-Loadout und erlebe auch nach hunderten Stunden ständig etwas Neues. Und das können CoD & Co. schon lange nicht mehr von sich behaupten.

Vergesst das Meta!

Während viele große Shooter wie Marvel Rivals, Delta Force, Rainbow Six: Siege oder auch das kürzlich enthüllte Marathon mit vorgefertigten Helden daherkommen, bietet mir The Finals einen Hero-Editor abseits von Standards wie Healer, Tank und Assassin – hier baue ich meinen Charakter selbst.

Auf die Körpertypen-Grundtypen (Leicht, Mittel und Schwer) kann ich alle möglichen Waffen und Gadgets packen und so einen individuellen Build erstellen.

Nach einer Runde The Finals sieht die Karte meist sehr viel anders aus, als zu Beginn. Nach einer Runde The Finals sieht die Karte meist sehr viel anders aus, als zu Beginn.

Und ja, natürlich sind Archetypen wie ein Ninja mit Schwert, Rauchbombe und Unsichtbarkeit machbar. Aber eben auch kreative Alternativen wie ein Pyrotechniker mit Flammenwerfer und Napalm-Granaten, der ganze Bereiche mit Feuer unzugänglich macht.

Dadurch spielt sich The Finals deutlich weniger gleichförmig als die meisten anderen Shooter und es gibt immer wieder neue Überraschungen. Zum Beispiel, wenn ich in ein feindliches Trio spurte und dann erstaunt feststelle, dass es drei Heavys mit Vorschlaghämmern sind, die mich in Sekundenbruchteilen zu feinstem Erdbeermus stampfen. Ups.

Das Schöne dabei: Durch die exzellente Balance-Strategie von Embark gibt es keine fixe Meta und fast alle Variationen sind auf ihre Art valide (sofern man damit umgehen kann). Das sorgt für eine spannende Lernkurve, weil ich immer wieder neue Waffen und Kombos meistern kann.

Video starten 2:55 The Finals dreht voll auf: Der brillante Shooter erklärt die komplette Season 6 in nur 174 Sekunden

Letztlich sind das alles nur Beispiele, die beweisen: Wenn es ein höchstens mittelgroßes Studio wie Embark schafft, mit einem Debüt-Spiel so viel Kreativität und Innovation auf technisch sauberstem Niveau abzuliefern, dann entzündet das zumindest einen kleinen Funken Hoffnung, dass im Genre doch noch einiges zu holen ist. Jetzt sind erstmal andere Studios am Zug.

Und bis auch die auf die Kette kriegen, was The Finals so eindrucksvoll vorlebt, so lange genieße ich weiter die schwedischen Arena-Kämpfe mit der phänomenalen Zerstörung. Okay, sorry, jetzt sind wir doch wieder dort gelandet. Aber hey, diese Zerstörung ist einfach echt verflucht gut.

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